Ein Besuch in der Welterbegregion Wartburg-Hainich

[Werbung, da Pressereise]  Die Welterbereregion WartburgHainich hatte mich (und auch noch andere Blogger und Pressevertreter) vom 21. bis zum 22. Juli  zu einer kleinen Reise eingeladen, siehe hier.

Nachdem wir am Bahnhof in Mühlhausen freundlich in Empfang genommen wurden, wartete schon eine lauschige Kaffee- und Kuchenrunde auf dem Berg mit Blick auf das Thüringer Becken auf uns.

Der Waldgasthof Hainrich-Haus und das Rennstieg-Hotel

FensterdekorationWir waren im  Waldgasthof Heinich-Haus angekommen. Dies  ist das ehemalige Anwesen von der Baronsfamilie von Berlepsch und wird heute von der Familie Rettelbusch als Hotel- und Restaurantbetrieb bewirtschaftet.

Die Gastwirtstochter beglückte uns mit einer spannenden und wortreich-dramatischen Geschichte von der im Jahre 2003 getätigten Wiederentdeckung eines Brunnens , dem sogenannten Klingbrunnen, der sich auf dem Grundstück befindet. Dieser ist immerhin 65 Meter tief und heißt so, wie er heißt, weil  in die Tiefe geworfene  Steinchen mitunter Knallgeräusche verursachen sollen.   Wir durften einen Blick in die Tiefe wagen und uns ein klein wenig vor der dunklen und geheimnisvollen Tiefe gruseln. Die Vorführung mit dem hinabstürzenden Wassereimer, der als Ersatz für den Stein genommen wurde, weil er sich mit Hilfe einer Befestigung wieder hochziehen lässt,  ergab jedoch nicht den beschriebenen lauten Effekt. Schade!

Brunnentiefe

Am Abend nahmen wir  im Waldgasthof noch ein opulent-deftiges Essen ein und genossen die schöne Aussicht. Danach übernachteten wir in dem ebenfalls im Besitz der Familie stehenden  Rennstieg-Hotel in Kammerfort. Dieses setzt sich aus mehreren historischen Gebäuden zusammen und wirkte auf mich altertümlich-charmant.  Über verwinkelte Treppen ging es hinauf in den zweiten Stock. Auf dem Flur stehen alte Bauerntruhen und lassen Tradition und Verwurzelung spüren.  Mein Gästezimmer selbst bot alles, was man von einem modernen Hotelbetrieb erwarten kann.  Nur das Bett behagte mir nicht wirklich.

Bevor wir uns aber im Hotel ausruhen konnten,  besuchten wir erst einmal, in Begleitung des Rangers Gerd Frixel, den Baumkronenpfad.

Der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

Baumkronenpfad

Die Besonderheit des jetzt schon über 20 Jahre bestehenden Nationalparks ist es, dass er hauptsächlich aus Buchenbäumen besteht. Der Kindel, also der Südteil des Hainich, wurde seit 1935 durch die Wehrmacht militärisch genutzt. Danach besetzte die sowjetische Armee das Gebiet und erweiterte es für ihre Zwecke  Erst seit 1991 ist das Gebiet wieder für zivile Nutzung freigegeben. Da aber, wo das einstige Sperrgebiet nicht militärisch verwendet wurde, hatte sich schon längst  ein Urwald breit gemacht und da, wo die militärische Nutzung Kahlschläge verursacht hatte, holte sich die Natur zurück, was ihr einst gehörte.

Den Wald einmal nicht nur von unten, sondern auch aus luftiger Höhe bewundern zu können, ist auf dem Baumkronenpfad möglich. Das ist nicht nur informativ, sondern auch für Spaß ist dabei gesorgt.

Baumkronenpfad

 

Der Kletterwald Hainich

Am nächsten Morgen hätte ich die Kletterei – rein theoretisch – noch perfektionieren können, stand nämlich ein Besuch des Kletterwaldes Hainichs auf dem Programm. Da sich die Wetterlage aber regnerisch zeigte, musste hier von praktischen Erprobungen abgesehen werden.  Für mich wären sie sowieso nicht in Frage gekommen, plagte mich  nämlich immer noch die Verstauchung meiner linken Hand, die ich mir in Danzig zugezogen hatte (man erinnere sich: hier!) Da im Kletterwald für jede Könnens- und Mutstufe etwas angeboten wird, hätte ich mich, ohne Regen, ohne Höhenangst und ohne Verletzung, zumindest an den “Haselmaus”-Parcour wagen können. 🙂  Bogenschießen ist dort übrigens auch möglich. Kletterwald Hainich

Die Stadtführung in Mühlhausen

Doch der Regen (den wir diesen Sommer ansonsten ja vermissen) nahm an diesem Tag stetig zu, sodass die Organisatoren der Pressereise für uns, als Alternative,  spontan die Partizipation an einer Stadtführung in Mühlheim organisierten.

Leider konnten wir  diese nicht in voller Länge teilnehmen, da schon der nächste Termin auf uns wartete.

Mühlhausen lohnt nämlich sicherlich einen ausführlicheren Besuch, als ich ihn genossen habe.

Eine kleine Tafel erregte dort übrigens meine Aufmerksamkeit.

Geburtshaus August Stüler

August Stüler war mir nämlich, spätestens nach meiner Ostpreußen- und Memelrundreise ein Begriff. Herr Stüler war nämlich der Nachfolger von H. Schinkel und  hat, ähnlich wie sein Vorgänger,  so die ein oder andere Kirche, die im Deutschen Reich gebaut wurde, unter seinem Namen abzeichnen dürfen.

Nicht immer geht es aber in Mühlhausen so gewichtig-preußisch zu. Humor hat der ein oder andere Einwohner anscheinend auch, wovon die folgende Plakette zeugt: Mühlhausen-Entdeckung

Was aber ist  das Besondere an Mühlhausen?

  • Stadtmauer und Festungswerke sind erhalten, was der Stadt eine mittelalterliche Atmosphäre verschafft.
  • In der Pfarrkirche  Divi Blasii war Johann Sebastian Bach als Organist tätig.
  • Im Gerberviertel lässt sich der Frühzeit der Industrialisierung nachspüren. Gerberei, Mühlhausen
  • In der Marienkirche, der größten Thüringens nach dem Erfurter Dom, predigte Thomas Müntzer. Die Kirche wurde vom Deutschen Orden schon im 13. und 14. Jahrhundert, auf den Grundmauern einer älteren ottonischen Kirche errichtet.
  • Die Figuren an der Außenfront der Marienkirche symbolisiert die mittelalterliche Reichsidee, also den Anspruch auf weltliche Macht.
    Hier sind die Originale zu sehen …
    … und hier Pappmaché-Adaptionen von Schülern. Man ist kreativ in Mühlhausen!

     

  • Sicherlich lässt sich noch viel mehr in Mühlhausen  entdecken, wenn man denn mit Muße durch das Städtchen schlendert. Überaus gut gefallen hat mir zum Beispiel die folgende Hausinschrift:Fachwerk

Was ich noch alles auf der Pressereise erlebt habe, berichte ich euch im zweiten Teil dieses Beitrags.  Hier!

#welterberegionwartburghainich #naturparkhainich #naturtrifftkultur #wartburgregion

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[…] ist der dritte Teil meiner Vorstellung der Region. Der erste Teil lässt sich hier nachlesen und den zweiten Teil gibt es […]

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