Ein Strandspaziergang von Swinemünde nach Heringsdorf

(Samstag, 30. Juni) Nach einem guten Frühstück fahre ich entspannt mit der Bäderbahn nach Heringsdorf. Von dort habe ich eine Strandwanderung zurück nach Swinemünde geplant, will mir jedoch noch zuvor die Bäderarchitektur anschauen.

Zurück in Deutschland: Heringsdorf

Der Ort strahlt eine noble Verschlafenheit aus, die vollkommen im Kontrast zum Swinemünder “Budenzauber”, wie es die Autoren meines Reiseführers (Kerstin und André Micklitza: Polnische Ostseeküste, Berlin 2018) ausgedrückt haben, zu stehen scheint.

Am Strand, in Richtung Ahlbeck, hat es sich eine Gruppe von Menschen mit gepflegter Badekleidung der 20er Jahre bequem gemacht. Ganz eingehalten haben sie ihr maritimes Thema nicht, einige Herren tragen auch Hose mit Hemd und Hosenträgern. Hübsch anzuschauen sind sie jedenfalls.

In Ahlbeck selbst findet gerade eine Meisterschaft im Kite-Segeln statt, was mich aber nicht sonderlich interessiert.

Unweit des Strandes entdecke ich eine kleine Backsteinkirche, der ein Kriegerdenkmal vorgelagert ist.

Die deutsch-polnische Grenze an der Europapromenade

Dann schlendere ich weiter den Strand entlang und verlasse diesen an der deutsch-polnischen Grenze, um mir das auf dem Europaweg 2011 eingerichtete symbolische Tor zwischen den beiden Ländern anzuschauen.

Zurück in Swinemünde

Danach geht es zurück zum Strand. Der Weg durch den feinen Sand ist beschwerlich, aber an der Wasserkante lässt sich angenehm laufen.

Um so näher ich Swinemünde komme, um so voller wird der Strand. Die polnischen Badegäste scheinen eine Vorliebe dafür zu haben, sich ein wenig in den Strand einzugraben und einen Windfang vor sich zu platzieren. Überall gibt es Bars und Kinderbespaßungen. Auf roten Aussichtspattformen sitzen Bademeister und passen auf, dass kein Badeunfall passiert.

Ich gehe zurück zum Hotel, lege eine kleine Pause ein, um dann zum Fähranleger im Swinemünder Hafen zu spazieren, schließlich möchte ich die Entfernung, die ich morgen mit Gepäck dorthin zu bewältigen habe, einschätzen können. Ich schlendere weiter am Hafen entlang, überquere, angelockt von einem Brunnen auf der gegenüberliegenden Seite, die Straße. Hier befindet sich der von Peter Joseph Lenné geplanten Kurpark. Ich sehe ein Hinweisschild, dass auf preußische Forts hinweist. Ursprünglich hat es vier gegeben; drei existieren noch heute. Ich folge der Beschilderung und erreiche alsbald die Engelsburg. Leider wird sie gerade geschlossen, sodass ich mir das Innere nicht anschauen kann.

Die Engelsburg/Fort Aniola ist ein preußisches Fort, das die Mündung der Swine und nachgelagerten die Oder schützen sollte. Sie heißt so, weil ihre Architektur der Engelbsburg in Rom ähnelt.

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