Eine Nilkreuzfahrt

Eine Nilkreuzfahrt von Luxor nach Assuan und zurück!

Vom 27.12 bis zum 03.01 war ich in Ägypten. Eine Nilkreuzfahrt sollte es sein, die, ganz klassisch, von Luxor nach Assuan und zurück gehen sollte. Ich hatte die Reise pauschal über TUI gebucht und, bis auf einige wenige Kritikpunkte, verlief sie auch zu meiner Zufriedenheit.

Ist Ägypten gefährlich?

Meine Bedenken und wie ich sie aus dem Wind geschlagen habe!

Reisen in islamische Länder habe ich in der Vergangenheit vermieden, einfach weil es mir keine Freude macht, verschleierte Frauen zu sehen und ich auch die Sicherheitslage als kritisch einschätze. Dass meine Bedenken ihre Berechtigung hatten, wurde mir insofern bestätigt, als dass es, während der Zeit meines Aufenthaltes auf dem Nilkreuzfahrtschiff, einen Anschlag auf einem touristischen Reisebus in Kairo gegeben hat (siehe hier!)

Wäre dieser vor meiner Reisebuchung passiert, hätte ich wohl ein anderes Reiseziel gewählt. So bin ich dann aber von meiner selbst aufgestellten Regel, solche Länder möglichst vermeiden zu wollen, abgewichen, einfach deshalb, weil mein Drang, die Zeugnisse der ägyptischen Geschichte einmal mit eigenen Augen sehen zu wollen, einfach zu groß war.

Gerade für jemanden, der sich für abendländisch okkulte Strömungen interessiert, seien es nun Hermetik, Alchemie, Tarot, Romantik, Freimaurer, Theosophie, … usw. kommt man an einer Auseinandersetzung mit Ägypten „als Quelle aller Weisheit und als Hort hermetischen Wissens“ (siehe: Hornung, Erik: Das geheime Wissen der Ägypter und sein Einfluß auf das Abendland. München 2003, S. 9) nicht herum. Bisher hatte sich mein Kontakt mit dem historischen Ägypten auf diverse Ausstellungen in europäischen Museen beschränkt, wobei ich insbesondere die mittlerweile legendären Ausstellungen der 80er Jahre im Hildesheimer Römer- und Pelizaeus Museum erwähnen möchte. Jetzt wollte ich mir endlich selbst einen flüchtigen, jedoch unmittelbaren Eindruck verschaffen. Gesagt und getan!

Der Flug und der schrecklichste Flughafen, den ich jemals erlebt habe!

Rückblickend wäre es sicherlich besser gewesen, einen Direktflug nach Luxor und nicht nach Hurghada gehabt zu haben, vorausgesetzt, dass der Flughafen Luxor in seinen Abläufen denen von Hurghada überlegen gewesen wäre: Allein, ich weiß es nicht! Hurghada jedenfalls war für mich, spätestens am Abreisetag, die Hölle.

Wenn man in Hurghada ankommt, muss man einen kostenpflichtigen Visumsantrag stellen. Dazu muss ein Einreiseformular ausgefüllt werden, was – rein theoretisch – schon im Flugzeug hätte ausgefüllt sein können, wenn nicht der Fluggesellschaft, eben gerade für meine Sitzreihe, die Formulare ausgegangen wären.

Eine kurze Anmerkung über die Fluggesellschaft sei mir an dieser Stelle noch gegönnt: Thomas Cook Balearis entpuppte sich als Servicewüste. Das Freigepäck war mit 20 kg nicht üppig, die Sitze standen eng, ein Unterhaltungsprogramm war nicht vorhanden und der Service inkludierte weder Keks noch Freigetränk, allein die Mitarbeiter waren recht freundlich. Alle Nase lang schoben sie Verkaufswägelchen durch die engen Gänge, sodass ein Toilettengang zur Herausforderung wurde..

Die Reise war insgesamt nicht billig und so frage ich mich, warum TUI hier auf Vertragspartner zurückgreift, die servicetechnisch so schlecht aufgestellt sind. Bei meiner nächsten Reise würde ich jedenfalls versuchen, diese Fluglinie nach Möglichkeit zu vermeiden.

Immerhin kam ich an und musste mir dann im Ankunftsbereich von anderen Touristen in der chaotischen Warteschlange einen Kugelschreiber ausleihen (gelernt: Auf Reisen immer einen dabei haben!), um das Zettelchen für den Visumsantrag auszufüllen.

Mein Gepäckstück kam an (positiv!), wurde dann aber auf dem Rückflug beschädigt (negativ!). Im Ausgangsbereich kaufte ich mir eine Internet-Simkarte, was sich im Nachhinein als schlau herausstellte, war der Wlan-Empfang auf dem Nilkreuzfahrtschiff, laut Auskunft der anderen Gäste, mehr als bescheiden. Allerdings dauerte das Procedere beim Kauf eine Weile, sodass mir hernach der Mitarbeiter von TUI erklärte, dass der Transfer nach Luxor jetzt schon fort wäre und ich erst einmal in ein Hotel gebracht werden würde, wo ich auf den weiteren Transfer warten müsse.

Ob diese Verzögerung nun aber am Simkarten-Kauf oder doch am verspäteten Abflug des Flugzeuges von Hannover lag, vermag ich nicht zu sagen. Das Flugzeug war mit 45 Minuten Verzögerung von Hannover abgeflogen, weil Hurghada, laut Auskunft des Piloten, Probleme bei der Abfertigung meldete und deshalb keine planmäßige Ankunft möglich war, womit sich schon zu Beginn vorausahnen ließ, was ich dann am Abreisetag am Flughafen Hurghada erleben durfte. Dazu werde ich dann aber in einem späteren Beitrag berichten.

Ankunftstag: Auf nach Luxor!

Zurück zum Ankunftstag: Ein Kleinbus fuhr mich zu einem Hotel in Hurghada, wo mir in der Hotellobby vom Jaz Bluemarine Resort ein sehr üppiges und wohlschmeckendes Lunchpaket ausgehändigt wurde. Dieses war auch bitter notwendig, nachdem es ja keine vernünftige Verpflegung an Bord des Flugzeuges gegeben hatte. Um ca. 16 Uhr sollte dann der Bus nach Luxor aufbrechen. Da aber noch auf einen verspäteten Fluggast gewartet wurde, war es dann ca. 17 Uhr, als wir endlich losfuhren.

Leider ging dann auch ziemlich schnell die Sonne unter, sodass ich von der Landschaft nicht viel mitbekam. Hurghada jedenfalls scheint mir eine Art von Fake-Realität zu sein, die durch diverse Sicherheitsvorkehrungen vom eigentlichen Ägypten abgesperrt zu sein scheint. Die Hotels sehen luxuriös aus. Mehr als Swimmingpool-Urlaub wird man dort vermutlich nicht erleben können, es sei denn, man fokussiert sich auf die Unterwasserwelt.

Gut, dies sind Vermutungen. Es gab dann während der über vierstündigen Fahrt noch einen Zwischenhalt in einem Gasthaus in der Wüste. Ich stieg aber nicht aus, zu schläfrig war ich mittlerweile geworden.

Ab Qina fuhren wir an einem Seitenkanal des Nils entlang, an dessen Brückenquerungen jeweils Wachmannschaften saßen. Die Minaretttürme waren in der Nacht mit blinkenden Lichtern beleuchtet und verbreiteten eine für mich surreal anmutende Atmosphäre.

Um 21.37 Uhr erreichten wir endlich Luxor und unser Nilkreuzfahrtschiff.

Durch all diese Verspätungen ist mir leider ein halber Tag in Luxor entgangen, den ich andernfalls für einem Spaziergang an der hübschen Nil-Promenade hätte nutzen können. Auch Geld hätte ich bei einem Bankautomaten abheben können. Dies hatte ich nämlich am Flughafen versäumt und überhaupt zu wenig Bargeld eingesteckt, schließlich hatte ich mich darauf verlassen, am Automaten Geld abheben zu können. Letztendlich stellte sich dies dann, aufgrund von fehlender freier Zeit, als schwierig heraus.

Kleiner Exkurs: Zum Geld

Rückblickend habe ich gelernt, dass man für eine Nilkreuzfahrt überhaupt kein ägyptisches Geld benötigt. An allen touristischen Hotspots wird die Bezahlung in Euros erwartet, was ebenfalls für die vielen Trinkgelder, die hier wirklich jeder ständig verlangt, gilt. Allerdings, dies ist aber ein Problem auf Seiten der Ägypter, können diese das eingenommene Kleingeld nicht bei der Bank wechseln, weswegen man auch ständig gefragt wird, ob man bereit ist, Euros in Scheine zu wechseln. Ich würde also empfehlen, Kleingeld und 10-Euroscheine mitzunehmen.

Darüber hinaus halte ich dieses ganze System für kritisierbar. Es ist wohl der Bakschisch-Mentalitität, die weiß, dass ein Euro für einem Toilettenbesuch eben sehr viel mehr wert ist, als 5 ägyptische Pfund , geschuldet. Man kann sich natürlich auch darüber hinwegsetzen, hat dann aber das Problem, dass der Geldautomat eben nur große Steine ausspuckt und man diese erst einmal „klein“ bekommen muss, womit wir eben wieder beim Zeitproblem auf Nilkreuzfahrten angekommen wären. Zur Not muss man dann eben den Reiseleiter oder den Rezeptionisten fragen.

Das Nilkreuzfahrtschiff: Die Steigenberger Minerva

Das Nilkreuzfahrtschiff lag bei der Ankunft des Busses hinter zwei weiteren Nilkreuzfahrtschiffen versteckt. Wir mussten die Empfangsbereiche der anderen Schiffe durchqueren, um die Minerva zu erreichen. Dieser Vorgang wiederholte sich bei allen Anlegestellen.

Die Minerva ist ein etwas älteres Schiff, was aber auf mich gepflegt und gemütlich wirkte. Sie hat vier Decks. In der untersten Etage befindet sich das Restaurant und ein kleiner Souvenirladen. Auf dem dritten Deck lädt eine luxuriös eingerichtete Bar, die wirklich an Agathe Christies „Tod auf dem Nil“ erinnert, zum genußvollen Verweilen ein. Auf dem oberen Deck wird der Tee um 16 Uhr serviert. Auch hier gibt es einen kleinen Bar- und Sitzbereich.

Der Swimmingpool ist eher ein Planschbecken, was mir aber nichts ausgemacht hat, waren die Temperaturen, sobald die Sonne fort war, sowieso eher frisch.

Es gab ausreichend Sonnenliegen, um von einem solchermaßen bequemen Plätzchen, die Aussicht auf das sich ständig wechselnde Nilufer zu genießen.

Während der Kreuzfahrt hatte ich „All Inclusive“ gebucht. Allerdings wurden die Gäste in der Regel nicht „von alleine“ bedient, sondern musste sich immer zur Bar begeben und die Mitarbeiter direkt ansprechen.

Meine Kabine lag gleich neben der Rezeption und war, obwohl doch recht übersichtlich, luxuriös ausgestattet. Zweimal (!!!) pro Tag zauberte das ausschließlich männliche Personal aus Handtüchern und anderen Materialien, die sich in der Kabine fanden, wahrhaftige Kunstwerke, die mich immer wieder überraschten.

Die Mahlzeiten wurden in Buffetform gereicht und ließ, bis auf die „deutschen“ Brötchen und Brote, die ich eigentlich immer auf Reisen vermisse, keine Wünsche offen. Allerdings hatte ich, als die Reise bereits beendet war, mit Magenproblemen zu kämpfen.

Insgesamt war es im Restaurant eher eng. In der Bar fand sich aber immer ein gemütliches Plätzchen. Es gab abendliche Unterhaltungsprogramme, die ebenfalls recht kurzweilig und dabei niemals aufdringlich waren.

Im Restaurant selbst gab es keinen Kleiderzwang. Interessanterweise hat sich die Atmosphäre auf dem Schiff fast vollständig verändert, nachdem einige Reisegruppen in Luxor ausschifften und dafür neue dazu kamen. Zuerst herrschte eine eher ruhige und gediegene Atmosphäre, im zweiten Teil wurde es insgesamt lauter und hektischer.

Nichtsdestotrotz hat mir der Aufenthalt auf der Steigenberger Minerva insgesamt gut gefallen, zumal ich auch die TUI-Reisegruppe als sehr angenehm empfunden habe.


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