Heiligers Brunnen

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Am Sonntag habe ich mit einem Freund einen kleinen Spaziergang unternommen.

Startpunkt war die Herderstraße 6 in Hannover, was laut dieser Informationsseite die postalische Adresse des im 18. Jahrhundert errichteten Brunnens sein sollte, den ich mir unbedingt einmal anschauen wollte.

Zuerst musste dieser aber erst einmal gefunden werden. Zuvor beeindruckte die Herderstraße durch imposante Villen, die bei mir die Frage nach sozialen Gerechtigkeiten hervorrief, womit ich eigentlich nur sagen möchte: Ja, ich war neidisch und möchte auch gerne ein solch repräsentatives Gebäude mein eigen nennen.

Wo war das Denkmal? Nach einigen Suchen nahmen wir den Weg geradeaus direkt in die Eilenriede (Startpunkt war in der Tat die besagte Adresse!)  und erreichten den kleinen Stein, der Heiligers Brunnen heißt, nach kurzer Zeit.

Obwohl hier  einmal eine schwefelhaltige Quelle gewesen sein soll,  die vom Stein eingefasst wurde, ist kein Wasser mehr zu sehen. Vermutlich ist der Born versiegt, auch wenn ich bei Wikipedia lese:

Das Wasser tritt heute aus einem Rohr zwischen Steinen als kleiner Quell in Höhe eines Fußweges zutage.

Hier muss widersprochen werden, denn: Nein, davon haben wir leider nichts gesehen.

Unweit des Gedenksteins befindet sich eine Informationstafel, die  davon spricht, dass die Quelle „nahezu versiegt“ sein soll, womit dann (mal wieder) bewiesen ist, dass Wikipedia nicht unbedingt eine verlässliche Quelle (sic!) sein muss.

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Die Informationstafel inspirierte uns, nach dem „Teufelsbad“ und den 100 Meter westlich liegenden Findling Ausschau zu halten.

Vergeblich. Insofern machten wir uns in  Richtung Hermann-Löns-Park auf und wurden sogleich von einem Radfahrer-Paar angesprochen, die uns fragten, ob wir wissen würden, wo sich „der Findling“ befinden solle, was ja an sich schon lustig ist, kann ich mir nämlich nicht vorstellen, dass sich viele Menschen am Sonntag aufmachen, um Heiligers Brunnen, das Teufelsbad oder den Findling aufzusuchen.

Wir konnten leider nur den Weg zur Informationstafel weisen, begegneten ihnen dann aber ca. 20 Minuten, kurz vor dem Park, wieder, wo sie uns erzählten, dass der Findling winzig wäre und das „Teufelsbad“ links von der Tafel zu finden wäre.

Nach unserem Spaziergang durch den Hermann-Löns-Parks kehrten wir zur versiegten Quelle zurück und fanden vermutlich (???) das Teufelsbad, eine ehemalige Badestelle, was eigentlich Kopperloch heißt, allerdings in wenig attaktivem  Zustand, unweit der Infotafel, vor.  Es sah bei weitem nicht so gepflegt aus, wie auf der Info-Tafel zu sehen! Ob es sich beim unnah gelegenen Steinchen am Weg, um den ominösen Findling handeln soll, vermag ich ebenfalls nicht mit Sicherheit zu behaupten.

Es wäre schön, wenn die Besucher dieses denkmalgeschützten Ortes mit detaillierteren Informationen versorgt werden würden, ähnlich wie dies beispielsweise im Hermann-Löns-Park bereits geschehen ist.

Das Gefühl von Heimat und Verbundenheit mit einem Ort entsteht nämlich auch durch die Pflege der historischen Hinterlassenschaften seiner vormaligen Bewohner. Denkmalschutz kann zur Lebensqualität beitragen. Erinnerungspunkte müssen nicht nur „Stolpersteine“ sein, sondern können auch auf positiv besetzte Geschichte verweisen.

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