In Rübezahls Reich. Teil 4

Die zweite  Nacht im Hotel Gwarna in Liegnitz gestaltete sich leider nicht ganz so erholsam, wie die erste, da die ganze Zeit das Wummern der Diskothek im Einkaufszentrum, in der das Hotel integriert ist, zu hören war. Gut jedoch, dass ich immer Lärmschutzkopfhörer dabei habe. So musste ich mich nicht  ärgern!

Nach dem Frühstücksbuffet machte ich mich auf in Richtung „Quadrat“. Das ist der Teil von Dornbusch der von der sowjetischen Armee mit einer Mauer abgesperrt und bewacht wurde. Für die Liegnitzer Bevölkerung war dieser Stadtteil  bis 1994 nicht begehbar.

Hier befinden sich die ehemaligen Villen der Fabrikbesitzer. Durch die jahrzehntelange Absperrung bildet das „Quadrat“

„eine unangetastet erhalten gebliebene Siedlung mit hochwertigen Bauten in ihrer vollständigen urbanen Umgebung“. (Sadunska, Iza:  Legnica und Umgebung. Reiseführer. Legnica/Görlitz o.J., S.48)

Am äußeren Ende der Holteistraße steht ein ehemaliges Wehrmachtsgebäude, später war hier die sowjetische Armee einquartiert.

Insgesamt hätte ich noch sehr viel mehr Zeit damit verbringen können, mir die architektonischen Zeugnisse in Liegnitz  zu betrachten.  Insbesondere hatten es mir die expressionistischen Bauten, aber auch die vielen Häuser im historistischen Stil und im Jugendstil angetan. Das Piasterschloss hatte ich nur von Außen betrachtet, den Stadtteil Kartause überhaupt nicht besucht.

Jedoch hatte ich heute meine Weiterreise nach Breslau geplant, weswegen ich mich gegen Mittag auf dem Weg zurück zum Hotel machte.

Ich passierte noch einen Obelisken, der an den 760. Jahrestag der Schlacht bei Liegnitz erinnert. In dieser Schlacht bei Wahlstatt, besiegte ein mongolisches Heer 1241 eine polnisch-deutsche Streitmacht. Zu der Eroberung von Liegnitz kam es aber nicht, weshalb das Denkmal auch auf  „2000 Jahre Christentum“ referiert.

Nach Norden schließt der Platz mit dem Obelisken mit dem monumentalen Gebäude der Auguste-Viktoria-Schule ab.

Über einen der Türportale ist ein ägyptischer Kopf zu sehen und ich frage mich, ob dieser  eine Anspielung auf die arkanen Traditionen Ägyptens, die hier gelehrt werden sollten, darstellt  oder ob es sich dabei einfach nur um eine exotische Spielerei handelt?

Das Mädchen mit dem Tennisschläger scheint mir eine profanere Botschaft zu vermitteln.

Heute ist in der ehemaligen Schule übrigens ein Priesterseminar untergebracht.

Dies ist der vierte Teil meines Reiseberichts zu meiner sommerlichen Schlesienreise.

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Fortsetzung folgt.

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