Memel und Kaunas

Ein Wort zuvor:

Da ich als Bloggerin immer auch möchte, dass die eigenen Texte gelesen (und kommentiert) werden, beschäftige ich mich, wie wohl auch die meisten meiner Kolleginnen, auch mit dem drögen Thema Suchmaschinenoptimierungen. Das Netz wimmelt von selbsternannten Experten, die einen mit dem nötigen Wissen versorgen.  Mich langweiligen diese Texte. . Immerhin habe ich mir ein entsprechendes Hilfsprogramm (neudeutsch Plugin) installiert. Das erfreut mich jetzt regelmäßig mit solchen Nachrichten: „Der Text erzielt 50.9 in dem Flesch Reading Ease-Test, was als ziemlich schwer zum Lesen betrachtet wird. Versuche, kürzere Sätze zu formulieren, um die Lesbarkeit zu erhöhen.“

Ich möchte mich von solchen Aussagen nicht beirren lassen und standhaft meinen Sprachstil beibehalten, auch wenn der ein oder andere Leser  so von meinen Texten  abgeschreckt sein mag.  Sprache hat auch immer etwas mit Denken zu tun und „leichte Sprache“, die ja auch allüberall politisch gefordert und auch  umgesetzt wird, ermöglicht nur ein oberflächige Erfassen von Inhalten. Dies suggeriert zwar ein Verstehen, in Wirklichkeit aber wird nur eine Konsumhaltung, die immer neuen Nachschub benötigt, weil die Menschen nicht mehr in die Tiefe vordringen können, unterstützt. Ich lehne das ab, auch wenn ich so die ständig wachsende Zahl der Bildungsfernen nicht an meinen Gedanken teilhaben lassen kann 🙂 .

Ausgangspunkt für diese Gedanken war der folgende Artikel, der sich mit Angriffen auf die Hochkultur zählt. Hier! Da ich auch den  Flesch Reading-Ease Test als ein Instrument der Verblödung  ansehe, dieser unzweifelhafte Einfluss auf die Blogautoren hat und schlimmstenfalls sogar zweifelhafte Standards setzt, musste ich hier meinen Unmut einmal äußern.

Und weiter geht mein Reisebericht über die polnische Ostseeküste/Ostpreußen und Memelland!  (Flesch Reading Hase)

(Mittwoch, 11. Juli) Mit der Fähre setzen wir über das Haff nachMemel/Klaipeda über. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und ist für Einwohner der Nehrung kostenlos, nicht aber für Touristen.

Memel/Klaipeda

Aufgrund der Kriegsschäden und der Zerstörung deutscher Bausubstanz durch die Sowjetunion weist die Stadt wenig dekorative Architektur auf. Die Litauer versuchen dies auszugleichen, indem sie alte Speicher am Fluss Dane nachbauen und, was im Übrigen auch für andere litauische Städte, gilt, überall Skulpturen aufzustellen. Dies gefällt mir.

Meerjungfrau

Die Stadtsilhouette von Memel zeigt, bis auf eine Ausnahme, nur eine alte Kirche. Die Kirchengebäude  wurden  in der sowjetischen Zeit alle abgetragen, was ich für einen Frevel halte. Die Litauer gehen kreativ damit um, so wurde hier der Umriss der Kirche mit Sträuchern markiert. Eine Glasvitrine zeigt Krippenfiguren.

Klaipeda, fehlende Kirche

Ännchen-von-Tharau-Brunnen

Theater mit Simon Dach-Denkmal mit Ännchen von Tara

Dieser ist dem Dichter Simon Dach gewidmet. 1636 verfasste er ein plattdeutsches Hochzeitslied, was später von Johann Gottfried Herder in das Schriftdeutsche übertragen wurde. Mit der Vertonung von Friedrich Silcher entstand so die heimliche Hymne von Ostpreußen.

Nach der  Begehung der Altstadt legen wir eine Mittagspause in einem seelenlosen Shopping-Center,  wie sie überall auf der Welt gebaut werden, ein. Begründet wird dies damit, dass man hier “schnell”litauische Spezialitäten probieren könne. Mir zumindest wird die eine Stunde, die wir dort Aufenthalt haben,  viel zu lang.  Lieber hätte ich länger in der Altstadt verweilt. 

 

Danach geht es über die Autobahn nach Kaunas.

Kaunas

Die Stadt ist eine einzige Baustelle, da sie sich darauf vorbereitet 2022 Kulturhauptstadt zu werden. 

Verfall und Moderne liegen noch dicht beieinander.

Kaunas, Stadtansichten

Die Burg aus dem 13. Jahrhundert geht auf eine Gründung des Deutschen Ordens zurück. 

Im  Perkuno Haus wurde eine Statue des gleichnamigen litauischen Gottes gefunden, weshalb man denkt, dass das Haus über einer heidnischen Kulturstätten errichtet wurde.  Perkuno ist ein Donnergott, vergleichbar mit dem germanischen Thor.

Leider reicht die Zeit nicht, um sich das Teufels-Museum anzusehen. Antanas Zmuidzinavicus (1876 – 1966) sammelte 2000 Darstellungen von Teufeln. Wenn ich das nächste Mal Kaunus besuchen werde, steht dieses bizarre Museum unbedingt auf meinem Programm, genau genommen ärgere ich mich sehr darüber, dass ich es nicht gesehen habe.

Es wird  sicherlich auch  spannend sein, die Stadt ein zweites Mal im “renovierten” Zustand zu sehen.  Dies lässt sich dann mit einem Besuch von Vilinus, der Hauptstadt Litauens, verknüpfen.

Jetzt erregen erst einmal diese merkwürdigen Insekten meine Aufmerksamkeit.

Kaunas, Skulpturen

Hier wird Władysław Starewicz, ein russischer Puppentrickfilmer polnischer Abstammung, geehrt . Er gehört zu den Pionieren der Stop-Motion-Technik. Als Protagonisten seiner Filme traten häufig präparierte Insekten und Tierfiguren auf.

Um das Hotel zu erreichen, müssen wir die lange Fußgängerzone, die noch aus sowjetischer Zeit stammt und ebenfalls gerade neu gepflastert wird, passieren.  Der Weg kommt nicht nur mir endlos vor.

Fußgängerzone, Kaunas

 

Park Inn by Radisson Kaunas

Dies scheint eine etwas einfach gehaltenere Variante der Radisson-Gruppe zu sein. Das Zimmer ist recht klein, weist aber alle Annehmlichkeiten auf, die man von einem modernen Hotel erwartet. Die Internet-Verbindung ist hervorragend, was ja für Bloggerinnen nicht ganz uninteressant ist. Warum als deutschsprachige Sender im Fernsehen aber nur RTL zu empfangen ist, bleibt mir ein Rätsel. Das Frühstück am nächsten Morgen verkommt zur Massenabfertigung.

Am nächsten Tag fahren wir zurück nach Polen. 

Wer noch mehr über Litauen lesen möchte, findet hier weitere Informationen:

fernwehge.com

teilzeitreisender.de

 

Flesch Reading Ease: 55,6 🙂  Ich hoffe, dass ihr mir folgen konntet!!!

#memeln #memelland #klaipeda #kaunas #litauen

 

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Wolfgang Wittek

Flesch Reading-Ease Test als ein Instrument der Verblödung Flesch-Index ————————————————– Flesch Reading Ease-Test Wow Je höher der Flesch-Wert, desto verständlicher der Text… Da habe ich jetzt wieder etwas gelernt. Wäre ich Deutschlehrer, ich müsste sofort experimentieren, es gäbe sicher viel zu lachen, was pädagogisch sicherlich ungeschickt wäre, denn ich darf niemanden bloßstellen mit meinem Spott. Wow!!! Flesch-Index Marina, bleibe bei Deinem Sprachstil, oder willst Du, willst Du wirklich mit Stammlern kommunizieren um „Likes“ zu sammeln? Sicher nicht. Ich pfeife auf die Suchmaschienenoptimierung, ich würde sie höchstens mit „i“ schreiben. Verzeih mir, das fällt mir gerade so ein, ich bin kein… Weiterlesen »