Müßiggang

Ramberg Freischuetz wildes Heer

Müßiggang: 

Das ist der Stoff aus dem Abenteuer entstehen, so beispielsweise im Roman „Vril“ von Edward Bulwer-Lytton, den ich am 2. Weihnachtstag begonnen habe, zu lesen.

Schon auf der ersten Seite steht:

„Doch als in meinem einundzwanzigsten Lebensjahr mein Vater starb und ich dadurch in den Besitz eines großen Vermögens und zu unumschränkter Lebensfreiheit gelangte, ließ ich meiner angeborenen Lust zu Reisen und Abenteurern freien Lauf, verzichtete auf die Jagd nach dem Dollar und wurde ein unsteter Wanderer, der in ewigem Wechsel durch alle Länder dieser Erde irrte.“

„Lebensfreiheit“, was für ein schönes Wort und – diese Erkenntnis ist bitter – solange wir gezwungen sind uns auf „die Jagd nach dem Dollar“ zu begeben, sind wir nicht frei  genug, um das entspannte Nichtstun mehr als partiell zu pflegen.

Doch um den Müßiggang  zu erproben, um zu merken, wie es ist, nicht mehr getrieben zu sein von der Notwendigkeit die nächste Stromrechnung, Miete und Versicherungen zu bezahlen, dafür ist in der Tat die Zeit zwischen dem 21. 12 und dem 6.1.geeignet wie keine andere im Jahr.

Manche verfallen indes gerade in diesen Wochen in zweifelhaften Ablenkungen zwischen Glühwein und überladenen Festtagsmenü  mit  Familiengesprächen, die genauso alkoholgetränkt wie auch nichtssagend sind.  Anschließend laufen sie weiter im Hamsterrad: vollgefressen und dem Diätplan der „Kartenmacher“, also derjenigen, die die Welt schon längst vermessen und aufgeteilt haben, hinterher.

Doch du gehörst sicherlich nicht dazu. Und so lässt du dich frohgemut  nach den Weihnachtstagen mit all den süßlichen Gebäck und schwülstigen Worten in jenes dunkle Loch fallen, in dem wir uns besinnen können auf unser Selbst.

Vielleicht bist du sogar mutig und trittst hinaus, hörst ein gewaltiges Toben, Brausen und Hundegekläff. „Hoh-ho-ho“, schallt es und alsbald steht der wilde Jäger mit seiner Horde von Geschöpfen des Zwischenreiches vor dir.

Und du fällst sicherlich nicht ängstlich hernieder, sondern blickst Wotan mutig  in sein eines Auge  und  tanzt alsbald  mit der Hel  ausgelassen durch die Nacht.

Jetzt sind die Rauhnächte. Nutze sie.

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