Naturschönheiten und historische Entdeckungen in Gerolstein

Was sich in Gerolstein alles erleben lässt!

Erst einmal Wasser trinken!

In Gerolstein gibt es viele Quellen. Direkt am Wasserspielplatz beim Rathaus  befindet sich  eine Abfüllstelle, wo sich das Wasser der Helenenquelle  in mitgebrachte Trinkgefäße oder Flaschen füllen lässt.  Das ist überaus lecker und schmeckte mir besser als das Wasser des Gerolsteiner  Mineralwasseranbieters, der netterweise öffentliche Führungen,  jeweils um 15 Uhr auf seinen Betriebsgelände,  anbietet.

Im  Sidinger Drees, direkt am Ufer des Flüsschen Kyll, und im Gerolsteiner Zentrum sprudelt keine Quelle mehr.  Seit der Zeit der Kelten war dies aber ein Heil-, Bade- und Trinkheiligtum, worüber eine Informationstafel berichtet. Im Brunnen fand man römische Münzen, die überwiegend aus der Zeit des Kaisers Maximinius (3. Jahrhundert nach Christus) stammten.  Ein solches Opfer sollte wohl Glück bringen.

Gerolsteiner Minerwalwasser-Besucherzentrum

Dieses liegt in einem Industriegebiet, was fast ein ganzes Tal für sich in Anspruch nimmt und in der Hauptsache von den Hallen des Minereralwasseranbieters gefüllt wird. Die Gerolsteiner Quellen werden in dieses Tal  umgeleitet. Den Wasser, das  hier zum Teil mit natürlicher Kohlensäuren angereichert ist, wird dieses entzogen, um es danach wieder in verschiedenen Geschmacksrichtungen damit anzureichern.

Ist dieser industrielle Vorgang vielleicht der Grund, warum mir das direkt gezapfte Wasser der Helenenquelle so viel wertvoller erschien, als das im Handel erhältliche? Weist das Quellwasser  “energetische” Informationen auf, die durch die industriellen Prozesse verloren gehen? Oder bilde ich mir das einfach nur ein?

Im Besucherzentrum jedenfalls  gibt es eine kurze Information über die Entstehung von Mineralwässer zu hören. Im Anschluss daran, schaut man sich zwei Werbefilme an. Danach folgt die Getränkeverkostung. Dazu setzt man sich an kleine Tische und probiert jeweils zwei Getränke aus dem Haus der Firma. Im Anschluss  daran schaut man von einer erhöhten Plattform in die Fabrikhalle hinab.. Glasflaschen werden dort gereinigt und mit Mineralwasser gefüllt und verschlossen. Die Halle an sich ist relativ menschenleer, sodass Gerolstein kein Jobmotor für die Region sein kann und ich mich fragte, ob dies die Versiegelung der Landschaft rechtfertigt. Allerdings weiß ich nicht, wie lukrativ die Gewerbesteuer für die Region ausfällt.

Villa Sarabodis

Die römische Villa bzw. das, was von ihr übriggebliebene ist,  liegen direkt gegenüber vom Sidinger Dress.

Auch Überreste einer römischen Heizanlage sind hier zu sehen.

Neben den Ruinen  befindet sich ein kleines Museum, das römisch-keltische Artefakte zeigt.

Die Erlöserkirche

Erlöserkirche, Gerolsheim

Sie befindet sich gleich neben der Villa Sarabodis und ist für ein Kirchengebäude, was in der Diaspora steht, überaus prächtig gestaltet. Zur Einweihung der Kirche soll Wilhelm II selbst anwesend gewesen sein.

Die Eingangspforte ist an das Mittelalter angelehnt und gefällt mir außerordentlich gut. Leider war sie verschlossen.

Früher, bevor die unsäglich sachliche Architektur die Phantasie aus unseren Wohnsiedlungen verbannte, zeigte man noch Liebe zum Detail!

Ich konnte mir die prächtigen Mosaiken, die sich im Innern des Gotteshauses befinden, leider nicht anschauen. Es werden aber Führungen, die einen den Zugang ermöglichen (hier!), angeboten, was für mich  (u.a.) ein Grund wäre, Gerolstein noch einmal zu besuchen.

Die Löwenburg

Sie liegt oberhalb von Gerolstein und ist zum Teill in privater Nutzung.  Wenn man den Treppenaufstieg gemeistert hat,  freut man sich über den wunderbar einsamen Ort, der zur Kontemplation einlädt. Eine schöne Aussicht auf Gerolstein  steigert das Wohlbefinden des Spaziergängers.

Von hier aus, empfehle ich euch den Weg zur Büschkapelle und zur Jugendherberge, kommt man nämlich so unweigerlich  am Ehrenfriedhof vorbei. Dies ist ein Kraftort mit starken Energien, an dem es leicht fällt, sich mit den Ahnen zu verbinden.

Der Ehrenfriedhof

Den Soldaten der Bundeswehr, “die im Dienst für die Bundesrepublik Deutschland ihr Leben verloren haben” (s. Plakette/Bild( wird dort genauso gedacht, wie auch vergangenen Opfern der deutschen Kriege.

Die Erinnerungsplaketten und Denkmäler fallen, je nach Erstellungsjahr, imposant oder eher schlicht aus.

Die Buchenlochhöhle und andere geologische Entdeckungen

Buchenhochhöhle: Hier wurden prähistorische Werkzeuge gefunden.

Natürlich lassen sich in der Vulkaneifel viele geologische Besonderheiten entdecken. Ich selbst habe mich jedoch einfach an den Naturschönheiten erfreut. Nicht immer braucht es belehrende Informationstafeln, um zu genießen, was direkt erfahrbar ist.  Allerdings ist es natürlich auch schön, wenn Beschriftungen mit Erklärungen vorhanden sind und der Wanderer mit  Wegweisern und Informationstafeln durch die Natur geleitet wird.  All dies ist im Gerolsteiner Land vorhanden, was die Region für Besucher attraktiv macht. Diese kommen übrigens zum überwiegenden Anteil aus dem nahegelegenen Holland.

Unterhalb vom Munterley: ein Kalksteinriff!
Von oben hat man eine schöne Aussicht auf Gerolstein.
Außerdem gibt es dort ein Modell der Gerolsteiner Dolomiten Acht zu betrachten.
Hagelskaule

Kleiner Tipp für Kraftplatz-Enthusiasten:

Wenn man sich vom “Geoacker” auf zur Kasselburg macht, passiert man ein Wäldchen mit überaus starken Energien.

Beim Geoacker ist auch für angemessene Erholung gesorgt.

Stolze Vögel und Wölfe auf der Kasselburg

Auf der Höhenburg bei Pelm ist ein kleiner Tierpark untergebracht.  Zweimal pro Tag gibt es Freiflugvorführungen. Leider war ich zu spät dort, sodass ich nur noch das Ende der Vorführung mitbekam. Immerhin ließen sich viele Vögel in Käfigen bestaunen, die an der Burgmauer platziert waren.

Im Tierpark ist auch eines der größten Wolfsrudel Mitteleuropas beheimatet. Diese ließen sich, bis auf wenige Ausnahmen, nicht sehen, was wohl an der großen Hitze zur Zeit meines Besuchs  gelegen haben mag.

Badespaß

Die Göttin suchen: Juddekirchhof

Beim Juddekirchhof handelt es sich um einen gallo-rämischen Tempelbezirk.  Mindestens sechs Gebäude konnten bei Grabungen nachgewiesen werden, darunter ein Umgangstempel. In ihm wurde das Bildnis der ansonsten unbekannten Göttin Caixa verehrt.  Auch eine Bauinschrift wurde gefunden, sodass wir heute wissen, dass der Tempel 124 n. Chr. geweiht worden ist.

Heutzutage sieht alles einsam und verlassen aus, damals gab es hier aber nicht nur ein Theater, sondern auch Herbergen und Devotionaliengeschäfte. Ich kann mir das einstige lebhafte Treiben kaum vorstellen und versinke in der Stille.

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