Objektive Ethik: „Not to return to morality, but to discover it.“ Teil 1

Der Hahn wird geopfert!

 

… meint: „not to return to morality, but to discover it“. (Ayn Rand)

Im Folgenden versuche ich eine Annäherung an die objektive Ethik, die sich in der praktischen Annäherung doch als recht widerspenstig erweist. Die Frage, die mich umtreibt lautet: Kann Ethik objektiv  sein oder nimmt sie immer einen subjektiven Standpunkt ein?

Und da es sich in der Küche  so gut philosophieren lässt, beginne ich  Kartoffeln zu  schälen und beantworte derweil  – ganz nebenbei –  die Frage, was zum Teufel denn Ethik überhaupt ist?

Anstatt von Ethik können wir auch von Moral oder einem Code von Werten sprechen,  die dem Zweck dienen sollen, den Menschen zu  regieren, was wiederum die weiterführende Fragestellung  aufwirft,  „was“   und „wer“ hier überhaupt  „führt“?

Dies ist eine  wichtige Problemstellung, denn schließlich ist es immer der  Moralcodex, dem wir gehorchen,  der unsere Entscheidungen und somit auch den Verlauf unseres Lebens bestimmt, vorausgesetzt natürlich, dass wir überhaupt in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen, womit ich sagen will:  Ethik setzt immer voraus, dass der Mensch überhaupt die Freiheit der Wahl hat.

Dies angenommen, gewinnt der Umkehrschluss an Gültigkeit: Wenn wir unser ethisches Paradigma ändern, dann verändern wir auch unser Leben.

Auf mein Hantieren in der Küche bezogen heißt dies, dass ich erst einmal die Möglichkeit haben muss, um an bestimmte Zutaten zu kommen und diese auswählen zu können. (Glücklicherweise ist der Supermarkt nicht weit!) Wenn diese Annahme  erfüllt ist,  bestimmt meine  individuelle Wahl beim Kochvorgang,  ob mir hinterher die Klopse schmecken oder nicht.  Ob sie mir bekommen, wird sich  jedoch erst später zeigen!

Der menschliche Wille ist immer auf einen Wert ausgerichtet, so brate ich jetzt ganz konkret meine Hackfleischbällchen in Öl an,  einfach deshalb, weil ich satt werden und dabei auch noch ein angenehmes Geschmackserlebnis haben möchte.

Bei diesem profanen Beispiel macht die weiterführende Frage nicht viel Sinn: Sind es unsere Werte , die unser Handeln lenken oder wurden sie uns durch Erziehung oder Einschüchterung vermittelt?

Schließlich bezieht sich das  schlichte  Sattwerden  erst einmal nur auf ein Grundbedürfnis, das in einer  gedachten Pyramide einem Basiswert entspricht, nämlich dem blossen Überlebenswillen. Bei den Werten, die zwischen dem höchsten denkbaren Wert, wie immer der auch für den Einzelnen aussehen mag (vielleicht das Gute, das Schöne, das Angenehme, das Nützliche, das Brauchbare) und den untersten Wert liegt, wird jedoch die Benennung eventuell schwieriger.  Immerhin kann ich den Wert „guter Geschmack“ knapp über dem Überlebenswillen verordne.

Der  Wunsch, den ich euch bisher verschwiegen und der bei mir auch dominant ist,  meine Familie  nämlich mit dem Essen glücklich zu machen, würde ich dagegen höherwertiger als die zuvor genannten Beispiele veranschlagen, womit dann auch die Überlegung, warum das so ist, durchaus  Sinn macht.

Über letztere Fragestellung muss ich in der Tat noch eine Weile nachdenken, derweil ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen möchte. Deshalb verrate ich euch: Ich wurde satt, mir hat es geschmeckt und meinen Söhnen gleichfalls, auch weil es  Fleisch war und kein vegetarisches Imitat.

Hätte ich nämlich vegetarische Klopse fabriziert, hätte ich den Unwillen meiner Familie hervorgerufen, was wiederum auf meinen persönlichen Erfahrungswerten beruht.

Eine Anmerkung sei mir noch erlaubt:

Gerade die vegetarische Ernährungsform  wird bei viele Menschen als „gut“ angesehen.  Diese hätten mir also beim Fleischverzicht Beifall geklatscht, derweil meine Söhne ein langes Gesicht gemacht und ich schließlich  – klammheimlich – die Klopse in den Mülleimer geworfen hätte. … jedoch STOPP: Essen schmeißt man nicht weg!

Fortsetzung folgt! Teil 2

 

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Wolfgang Wittek
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Deine Überlegungen legen es nahe, dass es schön, gut und lehrreich wäre, Dir beim Kochen zu helfen zu dürfen
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