mamiwata

MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Von Malcésine nach Limone

Written By: Marina Sosseh - Apr• 16•18

Nachdem unser Bus samt Busfahrer nicht zur Verfügung stand,  da irgendein Defekt am Fahrzeug aufgetreten war, organisierte Alpetours einen Ersatz, sodass wir dann relativ komplikationslos im Doppeldeckergefährt  mit drei aufgeregten Schulklassen nach Malcésine starten konnten.

Malcésine

Der hübsche Ort liegt am Ostufer des Sees, in der Nähe des Monte Baldo, dessen Spitze mit einer Panoramaseilbahn bequem erreichbar gewesen wäre, wenn wir denn einen weiteren Tag zur Verfügung gehabt hätten.

Die Stadt wird beherrscht von der Skalierburg, wo Goethe das erste Abenteuer seiner Italienreise erleben musste. Hier nämlich wurde er bezichtigt, als Spion geheime Pläne der Festung gezeichnet zu haben, nachzulesen in der “Italienischen Reise” mit Eintrag vom 14.09.1786.

(mehr …)

Mit der Schulklasse zum Gardasee!

Written By: Marina Sosseh - Apr• 15•18

Ich bin ja nicht nur Reisebloggerin, sondern u.a. auch Lehrerin. Für die 10. Klasse stand nun die Abschlussfahrt an. Die Wahl meiner Schüler/innen fiel dabei auf den Gardasee inkl. jeweils einen Ausflug nach Verona und Venedig. Diesen Wunsch bin ich gerne nachgekommen, obwohl mich die lange Busfahrt wirklich sehr abschreckte. Zu Recht, wie ich jetzt bestätigen kann.  Als Anbieter wählten wir Alpetours, der sich auf Klassenfahrten spezialisiert haben.

Die Busfahrt

Ja, wir sind angekommen und wir sind auch alle heil und gesund zurückgekommen. Darüber hinaus waren die beiden Nachtfahrten mit zwei Klassen im Bus und  jeweils nur einem Fahrer, der eben seine vorgeschriebenen Pausen machen musste, was dazu führte, dass man, immer dann, wenn man endlich eingeschlafen war, wieder aufgeweckt wurde, eine Strapaze.

(mehr …)

Grottaglie und Tarent (7. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Apr• 03•18

Am letzten Tag der Rundreise fuhren wir vom Hotel Una Regina in Bari aus, bis hin zum Golf von Tarent. Dabei ging es erneut durch das Trulli-Land und ich sah, dass in der Umgebung von Alberobello viele Häuser stehen, die eine hübsche Synthese von Trulli-Bauweise und Modernität aufweisen.

Grottaglie

Der Ortsname, der soviel wie Grottenstädtchen meint, verweist auf die Höhlen, die schon in der Altsteinzeit bewohnt worden waren. Grottaglie blickt also auf eine wirklich lange Geschichte zurück.

Als die Sarazenen im 10. Jahrhundert Taranto überfielen, suchten viele Menschen Schutz im Inland, u. a. auch in den Gravinen von Grottaglie.

(mehr …)

Polignano a Mare und Bari (6. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Apr• 01•18

Polignano a Mare

Polignano ist eine hübsche Stadt, deren kleine Altstadt über einer zerklüfteten Felsenküste liegt.  Manche der Häuser sind direkt auf oder in dem Felsen gebaut und manche der  Fenster sind direkt  aus dem Felsen herausgehauen worden.

Unten tobt die kristallklare Adria und animiert, höhere Temperaturen vorausgesetzt, zu wagemutigen Sprüngen in das kühle Nass.  Im Jahr 2017 fand folgerichtig hier die Meisterschaft im Klippenspringen statt (Red Bull Cliff Diving 2017)

In der Altstadt lassen sich überall Literaturzitate, die auf Treppenstufen oder Häusern geschrieben stehen und von Zeit zu Zeit durch neue Botschaften ersetzt werden.

Gegenüber dem Stadttor befindet sich ein kleines Lokal, in dem ich  einen “speziellen” Kaffee mit Amaretto und kleiner Orangenschale probieren durfte. Sehr lecker, siehe auch hier.

Bari

Die Mittagspause verbrachte ich in Bari. An die italienischen Restaurant-Gewohnheiten mit ihrem  Vorspeisenteller, den folgenden zwei Gängen und den anschließenden Dessert kann ich mich kaum gewöhnen, schließlich ist das Gesamtpaket sehr zeit- und geldaufwändig, die Beschränkung auf einem einzigen Gang jedoch  nicht sättigend.

(mehr …)

Trani und Castel del Monte (5. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Mrz• 31•18

Trani

In Trani tauchte die Sonne die Fischerboote in ein helles Licht. Am Hafenbecken entlang, vorbei an Verkaufsständen mit Fisch und anderen Meeresfrüchten ging es zur Kathedrale San Nicola Pellegrino.

Unter den Normannen und Staufen wurde Trani zu einer wichtigen Seehandelsstadt. Hier sammelten sich die Kreuzritter, um die heilige Stadt Jerusalem zu befreien.

(mehr …)

Ostuni und Alberobello (4. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Mrz• 30•18

Ostuni

Von  Bari ging es  durch Olivenbaum Monokulturen  in Richtung Ostuni.

Manche der Stämme der Bäume sehen so grotesk surreal aus,  dass sich dort, bei müßig Betrachtung,  Gestalten und Figuren erkennen lassen.

Die Altstadt des Städtchens Ostuni ist auf drei Hügeln gebaut. Im Idealfall sollten die übereinander gestaffelten Häuschen kalkweiß in der Sonne leuchten, die Realität sah indes anders aus: Die Sonne wurde immer wieder von dichten Wolkenbändern verdeckt, der Wind pfiff und das strahlende Weiß der Häuser machte dann doch eher einen schmutzigen Grau Platz.

In der engen Gasse des folgenden Fotos sollen Eindringlinge mit flüssigen Pech beglückt worden sein. Heute ist die Gasse hübsch anzuschauen. (mehr …)

Altamura und Matera (3. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Mrz• 29•18

Matera

Der Höhepunkt des Tages stellte für mich heute Matera, das nicht mehr zu Apulien, sondern zur Basilikata gehört, dar. Sie ist eine der ältesten Städte der Welt.

Auf den Fotografien der Reiseführer kommt das Panorama der Felsenwohnungen lange nicht so beeindruckend herüber, wie in der direkten Schau. Sicherlich waren die Wohnverhältnisse hier in der Vergangenheit desolat, besonders wenn man dabei an die hygienischen Umstände denkt, heute aber geben die Felsenwohnungen ein seltsam pittoreskes und gleichsam bezauberndes  Bild ab.

In Matera gibt es eine Reihe von Felsenkirchen. Ich besichtigte eine mit dem Namen Santa Lucia alle Mala, die ins 9. bis 10. Jahrhundert datiert und ca. 1960 noch als Wohnung benutzt wurde.

Ein kleines Museum ermöglichte mir, das Innenleben einer solchen Felsenwohnung kennenzulernen.

Zuvor war ich in Altamura gewesen.

Altamura

Die Kathedrale Santa Maria Assunta wurde im Auftrag von Friedrich II. errichtet.

Dieser bevölkerten die Stadt, nachdem sie von den Sarazenen vernichtet worden war, mit Griechen und Juden an, weswegen man in der Altstadt griechisch inspirierte Vorhöfe bewundern kann.

Altamura ist bekannt für sein Brot, was ich auch probieren durfte.

PDF24    Sende Artikel als PDF   

Von Lecce nach Otranto (2. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Mrz• 28•18

Papierkunst in Lecce

Nach dem Frühstück ging es  nach Lecce: eine wunderschöne Barockstadt, die streng genommen keine  ist, sondern aufgrund der spanischen Einflüsse einen eigenen Stil herausgebildet hat,  den man Leccer Barock nennt und der an grotesken Zuckerguss erinnert.

In Lecce  gibt es eine Handwerkskunst, genannt cartapesta, die darin besteht,  kunstvolle Figuren aus Pappmachee herzustellen.

Ursprünglich war diese Fertigkeit entwickelt worden, um das Problem von  viel zu schweren Heiligenfiguren bei Prozessionen zu lösen. Pappmachee dagegen ist leicht und erschien so das ideale Material für Heiligenbilder zu sein. (mehr …)

Verloren in Apulien (Ankunftstag)

Written By: Marina Sosseh - Mrz• 28•18

Schon am Vortag war ich nach Köln angereist und übernachteten flughafennah im absolut empfehlenswerten Leonardo Hotel Köln-Bonn. Dadurch gestaltete sich die Anreise nach Bari mit Germanwings relativ entspannt.

Una Hotel Regina

Das Una Hotel Regina ist eingebettet in eine hübsche Gartenanlage, die jedoch noch im Winterschlaf verweilt. Alles ist geschlossen, selbst das Fitnesscenter und der Innenpool sind nicht nutzbar. Die Decke im Bett ist nur ein dünnes Laken, was mir für die Temperaturverhältnissen in Apulien im März nicht angemessen zu sein scheint. Die unbezogene Überdecke halte ich für unhygienisch, las aber im Internet, dass die Kombination aus Laken und Decke in Südeuropa üblich ist, gefallen tut mir dies indes überhaupt nicht. Das Abendessen war fantastisch.

Torre A Mare

Immerhin scheint die Sonne und der Hunger trieb mich so in Richtung von Torre A Mare. Der Weg dorthin führte lebensgefährlich an einer Autostraße entlang, die nur einen viel zu kleinen abgeteilten Streifen für Fußgänger aufwies. An den Fahrbahnrändern stapelte sich der Unrat. Die Häuser, die ich passierte waren entweder stark durch Mauern abgeschottet, was ich für ein Zeichen von Kriminalität und dem daraus abzuleitenden Schutzvorkehrungen halte oder schlichtweg Ruinen in einer zugemüllten Landschaft.

Im Ort selbst waren alle Läden geschlossen und mit dunklen Rollläden gesichert. Sie würden vermutlich erst um 16.30 Uhr aufmachen, aber wer weiß das schon so genau. In der Osteria del Porto am Hafen drängelten sich ungefähr zwölf hysterisch kreischende Italienerinnen an der Selbstbedienungstheke vor, sodass die Essensbestellung zur Kampfhandlung werden musste. Die Portion Tagliatelle ai frutti di mare und der Tintenfischsalat waren klein, aber wohlschmeckend.

Abendunterhaltung

Am Abend gab es im Hotel ein fantastisches Abendessen, was mich aber nicht darüber hinweg trösten konnte, dass bis zwei Uhr in der Nacht für mich an Schlaf nicht zu denken war. Das Hotel hat sich scheinbar auf das Ausrichten von privaten Feiern spezialisiert und so weckten die wummernden Techno-Bässe Aggressionen in mir, die mir bis dato noch unbekannt waren.

PDF24    Sende Artikel als PDF   

Schmetterlinge, Blüten und verspiegelte Säle in Hannover

Written By: Marina Sosseh - Mrz• 25•18

Als Vorbereitung auf meine Apulien-Reise habe ich mir den Roman  “Reise in die Nacht: Ein Fall für Avocado Guerrieri” von Carofiglio besorgt. Nun kann ich zu dem Buch noch nichts  weiter sagen, nur soviel, dass ihm ein Aphorismus von Laotse vorangestellt ist. Darin heißt es:

Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. (Laotse)

“Gaukler der Tropen” im Berggarten Hannover

Dies wiederum scheint mir eine gute Überleitung zum vorgestrigen Besuch des Berggartens in Hannover zu sein, wo sich noch bis zum  2. April rund 1000 Tagfalter im Tropengewächshaus beim Blütenbesuch oder bei der Nahrungsaufnahme an der Futterstationen beobachten lassen.

Hier ist ein Bananenfalter (Mexiko bis Peru) in einer Futterstation zu sehen.

Auch der folgende Schmetterling stammt aus Südamerika. Für die Ausstellung wurden Puppen aus Zuchtbetrieben in Costa Rica, Malaysia und anderen Ländern bestellt, die sich dann im tropischen Klima des hannoverschen Gewächshauses schnell zu prachtvollen Schmetterlingen entwickelt haben.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

Orchideen

Danach erfreute ich mich an den prachtvollen Orchideen.

Meine Orchidee, die ich vor einigen Monaten im Baumarkt erworben hatte, ist mir leider eingegangen, weil ich Fehler bei der Pflege gemacht hatte.

Hier aber sind Fachleute am Werk. Der Berggarten beherbergt eine der größten Orchideen-Sammlung der Welt. Ihre Geschichte geht bis auf das Jahr 1835 zurück. Unter dem Hofgärtner Hermann Wendland hat sich daraus eine systematische Sammlung entwickelt.

Nun schlenderte ich noch durch den Großen Garten von Herrenhauses, der sich, aufgrund des Kälteeinbruchs der vergangenen Wochen, noch im Winterschlaf zu befinden schien.

Die Grotte in den Herrenhäuser Gärten

Ursprünglich war diese mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückt und diente als Rückzugsort für die Hofgesellschaft.  Grotten stellen ein wichtiges Element des Barockgartens dar.

Bei dieser Außenfigur der benachbarten  Freitreppe, die im Krieg zwar unzerstört geblieben ist, aber nicht mehr am originalen Standort steht,  sind im Hintergrund Schnecken neu eingesetzt worden und sollen so verdeutlichen, wie  einst wohl auch die Innenraumgestaltung der  Grotte ausgesehen haben mag.

Schon im 19. Jahrhundert verfiel die Grotte; 1849 wurde sie ausgebessert und erhielt die  klassizistische Fassade, die auch heute noch zu sehen ist.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Grotte nochmals schwer beschädigt; der östliche Salon wurde im Januar 1945 durch einen Bombentreffer fast völlig zerstört. Erst kurz vor dem dreihundertsten Jubiläum im Jahr 1966 gelang die Instandsetzung des gesamten Gebäudes seinem Vorkriegszustand gemäß. Doch letztlich blieb auch diese Sanierung auf halbem Wege stecken und sicherte nur das äußere Bild der Grotte innerhalb der Gartenkomposition, denn nach wie vor blieb die Grotte für das Publikum geschlossen und wurde lediglich als Lagerraum für Gerätschaften zur Gartenbearbeitung und für Beleuchtungseinrichtungen genutzt. (Landeshauptstadt Hannover, Hrsg.: Niki de Saint Phalle – La Grotte, Hannover 2003, S. 14 f.)

Nach Plänen von  Niki de Saint Phalle wurde die Grotte von 2001 – 2003  künstlerisch umgestaltet. Sie selbst erlebte die Fertigstellung nicht mehr.

Es ist ein ganz wundersamer Ort geworden, der sich unbedingt einen Besuch lohnt.

PDF24    Sende Artikel als PDF   
Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers:

Translate »