Die Kurische Nehrung

Der russische Teil der Nehrung

(Montag, 9. Juli) Von Königsberg  fahren wir zum russischen Teil der Nehrung und passieren dabei Kranz/Selenogradsk.  Für den Eintritt in den Nationalpark, der als ein solcher schon in der deutschen Zeit bestand, muss Eintritt bezahlt werden. Die Straße führt dann schnurgerade  und monoton durch Wälder, mit Bäumen, die sich zur Seite lehnen. In den Dörfern stehen noch viele Häuser aus deutscher Zeit,die allerdings nich immer im guten Zustand sind.  Alles wirkt wie aus der Zeit gefallen.  Da wir keine Zwischenstopps einlegen, bekomme ich kein Gefühl für die besondere Qualität der Nehrung, die ja als Landzunge zwischen Kurisches Haff und Ostsee liegt. Wasser werde ich erst sehen, als wir unser erstes Zwischenziel, die Vogelwarte Rositten, erreicht haben. 

Vogelwarte  Rossitten/Rybatschi

Vogelwarte Rossitten

Mit zwei riesigen Fangnetzen werden  Vögel gefangen und mit Ringen versehen.  Auf diese Art und Weise folgt auch die heutige Station  immer noch der Tradition des Ornithologen Johannes Thienemann, der  die Methode der Vogelberingung entwickelte und hier die erste große deutsche  Vogelwarte  schon 1901 gründete. Durch die Vogelberingung kann die  Flugroute von Zugvögeln verfolgt werden. “Die Kurische Nehrung” weiterlesen

Meine Reise nach Tilsit (u.a.)

Tilsit, Luisenbrücke

Es gibt einen bekannten deutschen Spielfilm von Veit Harlan aus dem Jahre 1939, in dem das Städtchen  Tilsit eine entscheidende Rolle spielt. Er heißt “Die Reise nach Tilsit” (nach einer Vorlage von Hermann Sudermann) und hat mich zu der Überschrift meines heutigen Blogartikels inspiriert. 

Die Reise nach Tilsit
Das Bild habe ich in Aida aufgenommen, wo es im ehemaligen Gasthaus Blode einen kleinen Ausstellungsraum über die Region und insbesondere über die Künstlerkolonie auf der Nehrung gibt. Dazu schreibe ich später …

Tilsit/Sovetsk

(Sonntag, 8. Juli) Nachdem wir gestern im Samland und an die Bernsteinküste waren, fahre wir heute erst einmal nach Tilsit.  Der Weg dorthin führt an brachliegenden Feldern vorbei und kleinen Dörfern mit manchmal bis zu vier gut besetzten Storchennestern.

Vor Tilsit  stehen riesige Antennenmasken, die vor dem Verfall der Sowjetunion, laut Reiseleiterin, als Störsender genutzt worden sind, jetzt aber die Sendesignale des Auslands verstärken. Nun ja … weniger euphemistisch gebrochen können wir sie wohl auch Abhöranlagen nennen. “Meine Reise nach Tilsit (u.a.)” weiterlesen

Von Pillau nach Palmnicken und Rauschen

(Samstag, 7. Juli) Mit dem Bus fahren wir zur Marinestadt Pillau/Baltijsk. Es riecht nach verbrannten Laub und überall kehren Kadetten das Laub weg. Noch bis vor Kurzem war diese Stadt für ausländische Gäste gesperrt und nur mit Sondergenehmigung besuchbar.

Pillau

Pillau liegt direkt am Frischen Haff und liegt an dessen einziger Öffnung zur Ostsee gegenüber Fischhausen/Samland, weshalb der Ort schon immer eine strategische Bedeutung innehatte. 

Es gibt eine alte fünfstrahlige  Festung aus dem Dreißigjährigen Krieg, die aber, laut Reiseleiterin, nur nach Voranmeldung besucht werden könnte. Mein Reiseführer sagt indes etwas anderes: Zeit, um es zu überprüfen, wer Recht hat, habe ich jedoch nicht, da ich mich den Vorgaben der Reisegesellschaft anpassen muss.  

Ein russischer Reisebus hat ebenfalls In Pillau angehalten und hört sich Erklärungen zur Festung an. 

Wir schauen in die ehemalige Reformierte Kirche (Baujahr 1866) , die jetzt der orthodoxen Kirche untersteht, hinein. Dort findet gerade ein Gottesdienst statt und Frauen mit Kopftüchern verneigen devot ihr Haupt vor einem Priester.  “Von Pillau nach Palmnicken und Rauschen” weiterlesen

Von Danzig nach Königsberg

(Freitag, 6. Juli) Die Stadtführerin Anna zeigt uns innerhalb von zwei Stunden die Höhepunkte des wiederaufgebauten Danzigs.

Die Bernstein-Verkaufsshow

Zwischendurch besuchen wir noch ein hochpreisiges Juweliergeschäft, wo uns erklärt wird, wie sich echer Bernstein von gefälschten unterscheiden lässt. Dieser schwimmt  angeblich im Wasserbecken  mit Salz oben, Plastikimitate jedoch sinken auf dem Boden.

Nichtsdestotrotz kann ich mir nicht vorstellen, dass an den vielen Straßenständen nun ausschließlich Plastik verkauft wird, vermute eher, dass die kleine Vorführung ein abschreckender Trick ist, um die Reisegruppe von den hochpreisigen Angeboten des eigenen Ladens zu überzeugen. “Von Danzig nach Königsberg” weiterlesen

Das Museum des Zweiten Weltkrieges

(Donnerstag, 5. Juli) Ich bleibe in Danzig, muss nun aber das Hotel wechseln. Heute beginnt meine organisierte Rundreise, weshalb ich erst einmal das Hotel wechseln muss.  Der Taxifahrer spricht Englisch und erzählt mir, dass er aus Masuren stammt und ich diese Gegend unbedingt  einmal besuchen soll.

Mercure Gdansk Stare Miasto

Ich habe Glück und kann, genauso wie beim Novotel Gdansk, schon am Morgen Einchecken. Die Reisegruppe wird erst am späten Nachmittag Danzig erreichen, sodass mir  noch Zeit für den Besuch des Museums des Zweiten Weltkriegs bleibt.

Das Hotel gefällt mir noch besser als das Novotel Gdansk. Auch hier ist die Lage zur Altstadt perfekt.  Vom Zimmer aus habe ich  einen fantastischen Ausblick auf Danzig, den ich aber nicht lange genieße, mache ich mich doch relativ zeitnah zum Museumsbesuch auf.

Das Museum des Zweiten Weltkrieges

Das Museum ist nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. “Das Museum des Zweiten Weltkrieges” weiterlesen

Auf zur Westerplatte!

(Mittwoch, 4. Juli) Der Fahrkartenkauf in Marienburg gestaltet sich unproblematisch. Die Verkäuferin spricht Englisch und der Bahnhof ist mit Anzeigetafeln ausgestattet. 

Der Regionalzug braucht eine halbe Stunde bis zum Danziger Hauptbahnhof. Von dort nehme ich mir ein Taxi bis zum Hotel.

Novotel Gdansk

Dieses kommt, im Vergleich zur einfachen Pension in Marienburg,  recht luxuriös daher. Auszusetzen ist vor allem, dass es nur einen kleinen Fahrstuhl gibt, auf dem man, wenn man Pech hat, lange warten muss. Dies gestaltet den Transport des Gepäcks zum Zimmer schwierig, insbesondere wenn Reisegruppen anreisen. Das Bett ist recht bequem, das Internet gut und das Fernsehen zeigt als deutschsprechenden Sender nur RTL.

Das Hotel weist einen hübschen Innenhof auf, auf dem man, schönes Wetter vorausgesetzt, entspannt sitzen kann.  “Auf zur Westerplatte!” weiterlesen

Die größte gotische Backsteinburg der Welt

Auf Wiedersehen, Kolberg!

(Dienstag, 3. Juli) Angesichts der mir bevorstehenden Bahnfahrt habe ich schlechte Laune. Nachdem ich am Bahnhof Kohlberg mich dann ungefähr drei Mal habe versichern lassen, dass ich am richtigen Bahnsteig (Peron) und am richtigen Gleis (Tor) stehe und auch der dort haltende Zug in Richtung Marienburg der richtige sei, sitze ich dann wirklich relativ gemütlich im korrekten Zug. Ein deutschsprechender Herr möchte mir kurz vor der Abfahrt ein christliches Buch verkaufen, ist mir aber auch dabei behilflich mein wirklich schweres Gepäckstück auf die erhöhte Ablage zu verfrachten. Ich fühle mich ihm gegenüber zwar nun verpflichtet, kaufe das Buch aber dennoch nicht. “Die größte gotische Backsteinburg der Welt” weiterlesen

Befestigungswälle in Kolberg

Probleme beim Fahrkartenkauf

(Montag, 2. Juli) Nach dem reichlichen Frühstücksbuffet im Hotel New Skanpol in Kolberg gehe ich erst einmal zum Bahnhof, um mir ein Ticket für meine morgige Fahrt nach Malbork zu besorgen.

Leider sind nur zwei Fahrkartenschalter besetzt, wovon einer nach 20 Minuten Wartezeit schließt. Beim anderen Schalter geht es auch nicht voran, sodass ich insgesamt eine Stunde warten muss, bevor ich meine Fahrkarte erwerben kann. Im Intercity in Polen ist eine Reservierung Pflicht und im Gegensatz zu den Regionalzügen kann man hier kein Ticket in der Bahn kaufen. “Befestigungswälle in Kolberg” weiterlesen

Von Swinemünde nach Kolberg

Unwegsamkeiten auf der Fahrt nach Kolberg

Heute (1. Juli) geht es von Swinemünde weiter nach Kolberg gehen, was am Donnerstag kein Problem wäre und auch touristische Ausblicke geboten hätte. Da bietet nämlich die Adler Reederei vom Swinemünder Hafen eine Ausflugsfahrt bis nach Kolberg an. Nun ist aber Sonntag und die ca. vierstündige Strecke startet wahlweise um 9.02 oder um 13.21, dazwischen fährt NICHTS. “Von Swinemünde nach Kolberg” weiterlesen