Querdenker

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Das ist ein Selbstportrait von Sarah Maple. Ich habe es der Zeitschrift „Halbstark“ entnommen, die heute der TAZ beilag und überaus interessant war, trug sie doch den Titel „Die Querdenker“.

Ich las sie heute Morgen am gemütlichen Frühstückstisch und kam zu dem Schluss, dass gerade in den Zeiten des Neoliberalismus „Querdenker“ wichtig sind.  Zu dieser Meinung musste ich kommen,  da ich mich ja selbst – zumindest manchmal – als Querdenkerin empfinde.

Wenn du überprüfen möchtest, ob du dich mit den Portraits der Zeitschrift auch identifizieren kannst, lässt sich das alles in der PDF-Ausgabe nachlesen: #Querdenker#

Soul of Africa

Es gibt ja keine Zufälle. Am Mittwoch konnte mein Radiowecker mein präferiertes Programm “Deutschlandradio Kultur” nicht mehr empfangen, sodass ich mich auf die Suche nach einer erträglichen Alternative aufmachte, nach einem Radiosender also, dessen Moderatoren nicht ”platt” daher”schwafeln”, um eine Musik anzusagen, die so belanglos und weichgespült ist, dass sie mir schon am Morgen Kopfschmerzen bereitet und dessen redaktioneller Höhepunkt die ”Ansage von Schlaglöchern” ist. Kurz und gut, ich fand schließlich ”WDR 5″, hörte mir eine morgendliche Presseschau an und wurde mit einem Programmhinweis konfrontiert, der mich direkt wieder zu “Mami Wata” führte. Ich erfuhr, dass es am 17.3. in der Sendung “Tischgespräche” ein Interview mit dem Fotografen Henning Christoph geben würde, dessen Name mir schon durch seine Fotografien im Bildband “Soul of Africa. Magie eines Kontinents” bekannt war. Schnell vermutete ich, dass während des Gesprächs sicherlich auch das Thema “Mami Wata” berührt werden würde. Und richtig: Ich wurde nicht enttäuscht, erzählt Henning Christoph doch gleich zu Beginn des Interviews die Geschichte seines Mami Wata-Altars, den er von Benin nach Essen importiert hatte. Nachzuhören ist das Interview auf: #Tischgespräch#

Weltfrauentag

AegidienkircheWenn eine Kirche 1943 durch Bomben zerstört  und nicht wieder aufgebaut wurde, dann kann sie ein Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung sein.  Sie kann aber gerade dadurch, dass sie kein Dach, keine Fenster, … nichts mehr hat, Symbol für eine offene Spiritualität,  jenseits von festgelegten Grenzen sein.

Diese Kirche  steht im offenen Raum, muss nichts mehr schützen und muss  nichts mehr geheim halten.  Und wenn dann noch im Wind bunte Kunstobjekte schaukeln, verbindet sie das weiblich-spielerische  Naturelement mit dem männlich-aufstrebenden Hierophanten.

Männliche und weibliche Polaritäten vereinigen sich so und insofern braucht es dann auch keinen Weltfrauentag mehr.  Das ist meine Utopie.

Nichtsdestotrotz begehe ich heute den Frauentag, indem ich die Eröffnung der Ausstellung „Mise en abime – Auseinandersetzung“ meiner Kunst-Freundin Jeanne Hamilton-Bick besuche. Das ist ein Bild von ihr:

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Neugierig geworden? Vielleicht habt ihr auch Lust zu kommen:

16 Uhr im kargah, Zur Bettfedernfabrik 1, Hannover-Linden

Der Todesaspekt von Mami Wata

Mami Wata kann auch einen bedrohlichen Aspekt haben, ist ihr Unterwasserreich doch auch assoziiert mit dem Tod. Wenn Mami  Wata dich ruft und du dies ignorierst, wird sie dich mit Krankheit und Unheil strafen, bis du ihr einen angemessenen Platz in deinem Leben eingeräumt hast.

Todes-Mami Wata

Die Glücks-Mail!

Kennt ihr das? Eigentlich hätte ich furchtbar viel zu tun, müsste noch dies und das erledigen, habe dazu aber wirklich keine Lust. Und so schaue ich erst einmal auf meine diversen Mail-Konten, ob neue Nachrichten eingetroffen sind.  Irgendwie erwarte ich dabei  jedes Mal, dass sich dort  eine Nachricht findet,  die mich mit unglaublicher-riesiger Freude erfüllt, indem sie  für mich (so egoistisch bin ich nun einmal!) ein Tor öffnet zu einem paradiesischen Leben,  bar jeglicher Verpflichtungen, gespeist nur von Freude, Freiheit und Vergnügen.

Diese Mail könnte so aussehen:

STOPP!  Diese Nachricht verändert dein Leben.  Ab sofort erhältst du, ohne zeitliche Befristung, eine  steuerfreie Privatrente in Höhe von  5000 € im Monat, zusätzlich eines evt. fälligen Inflationsausgleiches. Im Gegenzug dafür kannst du tun und lassen, was du möchtest; als Rahmen soll nur der kategorische Imperativ dienen.

„WOW!“, denke ich, und mache  mir schon die schönsten Zukunftspläne. Doch dann werde ich misstrauisch. Wer ist der Absender dieser Mail?   Niemand hat doch etwas zu verschenken. Misstrauisch suche ich das Kleingedruckte, aber das findet sich nicht. Stattdessen steht da:

Es ist unabdingbar, dass du dem folgenden Link folgst und  auf der sich öffnenden Seite deine Bankverbindung eingibst, damit wir dein Geld überweisen können.

Eigentlich logisch, ABER ….

So drücke ich die DEL-Taste. „Wollen Sie diese Mail wirklich löschen?“, fragt mein Computer.

JAAAAA!

… und schon wieder ist eine Chance vertan.

Afrikanischer Tanz

Der Montag ist mein Tanztag, an dem ich im „Work of Art“  in Hannover afrikanischen Tanz unterrichte. Zwar kann ich jeden Tag auch alleine für mich tanzen, aber ehrlicherweise macht es mir zusammen mit anderen sehr viel  mehr Spaß.  Auf diese Art und Weise geben die Tänzerinnen sich nämlich gegenseitig Energie und öffnen einen Tanzraum „zwischen Erde und Himmel“, der uns fliegen lässt. Insofern freue ich mich über jede/n  neue/n  Schüler/in, die/der gerne zu einer kostenlosen Probestunde vorbeikommen kann.  (Interesse? Schau hier: www.no-mads.de/Termine.htm#start)

Je mehr Menschen tanzen, desto besser!

Außerdem bin ich  immer wieder erstaunt darüber, wie schnell meine Frauen (Männer scheinen überwiegend Tanzmuffel zu sein!) tänzerische Fortschritte machen und die doch für sie erst einmal ungewohnten Bewegungen mit Bravour meistern.  Allerdings ist es mir auch wichtig zu betonen, dass es absolut nicht auf die  „perfekte“ und „richtige“  Bewegung ankommt, vielmehr steht der Spaß  im Vordergrund. Außerdem bin ich der Überzeugung, dass  wir immer dann, wenn wir neue „Moves“ ausprobieren, langfristig auch unser Denken und somit unser Leben verändern können.  Damit korrespondiere ich mit der Biodynamik, die ja davon ausgeht, dass es keine Trennung von Körper und Psyche gibt.  Warum also nicht „Veränderungen“ über den Leib (um mal einen etwas altmodischen Begriff zu verwenden) evozieren?

Afrodite

Jetzt ist es schon eine Woche her, dass ich meine Ausstellung „Mami Watas Traumkunst“  im Café Lohengrin eröffnet habe. Sie stand ganz im Zeichen von Mami Wata, was ja letztendlich nur ein anderer Name für Eurynome-Aphrodite ist. Wer Genaueres über die Hintergründe  wissen möchte , kann dazu in meinem Buch nachlesen.

Die afrikanische Mami Wata wurde von Dirk Grothe dann in „Afrodite“ umgetauft und  gab  ihm  die kreative Inspiration für eine kleine Minigeschichte, die ich nachfolgend zitiere:

Afrodite

Sie hatte sich die schwarze Göttin auf dem Basar von Casablanca gekauft, weil diese ihre eigene Schönheit widerspiegelte in allen Formen und Zügen wie ein verkleinertes Spiegelbild. Seitdem war sie bestrebt, sich auf ewig die göttliche Schönheit zu erhalten, indem sie sich täglich mit der Göttin verglich.

Die schwarze Göttin hatte allerdings einen Heidenspaß daran, sich den Veränderungen ihrer Besitzerin im Laufe der Jahre haargenau, aber kaum wahrnehmbar anzupassen, wodurch diese in dem Glauben bestärkt wurde, sich stets im „status quo“ ihrer Schönheit zu befinden.

Raus kam die Sache, als die Besitzerin ihre Göttin stolz ihrer Freundin zeigte, diese jedoch verunsichert bemerkte: Aphrodite hatte ich mir aber ganz anders vorgestellt, nicht so dick!

Wie Dirk mir erzählt hat, schreibt er tagtäglich solche kleinen Geschichten, die er u.a. auch auf  www.typeer.de veröffentlicht.  Außerdem schreibt er selbst Theaterstücke und macht  im „ensemble kamusa“  (schau hier: www.kamusa.de ) Theater.

Ich selbst bin immer wieder erstaunt und auch erfreut darüber, wie viele Menschen in meiner Umgebung kreativ-künstlerisch tätig sind. Ich wünsche mir nämlich eine Gesellschaft, in der jedermann und jedefrau – jenseits von pervertierten Castingshows – kreativ  ist, und dies einfach so! Einfach zur gegenseitigen Freude.

Mami Wata

72_aquatinta_mamiwata_20091Jetzt ist es bald soweit. Am 20.2. um 20 Uhr findet meine Ausstellungseröffnung mit Tanz und Performance im Café Lohengrin in Hannover statt.

Das ist meine offizielle Ankündigung:

Das Café Lohengrin in der Sedanstraße, das sich durch ein breit gefächertes Kulturprogramm auszeichnet, zeigt vom 20.02. – 20.03. Arbeiten von Marina Sosseh (Jahrgang 1966).

Die Künstlerin sieht sich in der Tradition der „Individuellen Mythologie“, einer Kunstrichtung, in der eigene mythologische Vorstellungen in eine symbolisierte Bild- und Zeichensprache umgesetzt werden.
Auch bedingt durch längere Aufenthalte in Gambia finden sich in ihren, meist in Acryl gehaltenen, obsessiv farbigen Bilder, nicht nur Reminiszenzen an afrikanische Götter und Göttinnen, sondern auch transkulturelle Vernetzungen, die auf eine individuelle Patchwork-Spiritualität hinweisen.
Da im Verständnis von Marina Sosseh Kunst nicht in verschiedene Teildisziplinen katalogisierbar ist, wird die Ausstellungseröffnung am 20.02. um 20 Uhr von einer Performance gerahmt, bei der die Künstlerin u.a. aus ihrem Buch „Mami Watas Tanz“ vorlesen wird. Man darf gespannt sein.

Marion hat sich schon zuvor von „Mami Wata“ inspirieren lassen und einen kleinen Druck angefertigt, den ihr oben seht.  Mehr von ihr  gibt es unter  www.kunstart-hannover-leipzig.de zu sehen.

Schamanisches Coaching

Immer wieder wird gefragt, was schamanisches Coaching überhaupt ist und was es beispielsweise von systemischen Ansätzen im Coachingprozess unterscheidet.

Die Beantwortung ist nicht so einfach.

Erst einmal ist es mir wichtig festzustellen, dass Schamanismus zwar Glauben an eine spirituelle Realitätsdimension voraussetzt, ansonsten aber religionsübergreifend ist, was meint, dass sich unter dem Oberbegriff “Schamanismus” Techniken verbergen, die es ermöglichen, Kontakt mit der nicht-sichtbaren Realität aufzunehmen. Bekannte Beispiele für solche Methoden sind beispielsweise die bewusstseinsinduzierte Trommelreise, die Seelenrückholung oder die Extraktion von Fremdenergien.

Traditionelle Schamanen gibt es in unserer säkularisierten Gesellschaft nicht; es gibt aber schamanisch Praktizierende, die für sich selbst und auch für andere schamanische Techniken anwenden können und dabei bestenfalls über das reine Imitieren des Geheimwissens vom indigenen Medizinmann “Rauchende Feder” hinausgehen (man verzeihe mir meine Ironie!), letztendlich also den Sinn und Zweck der schamanischen Methoden begriffen haben und diese damit auch kreativ für unsere Gesellschaft und die darin lebenden Menschen verwandeln können.

Darüber hinaus sollte da, wo schamanische Techniken für andere angewendet werden, auch psychologisches Wissen vorhanden sein, zumal ich selbst schamanische Techniken als Mutter der Psychologie erkannt habe, was sich beispielsweise an der Nähe der Archetypenlehre von C. G. Jung zu den schamanisch erfahrbaren Begegnungen mit Hilfsgeistern in der Anderswelt aufzeigen lässt.

Wozu aber braucht es diese schamanischen Techniken? Welche tiefgreifende Sehnsucht steckt dahinter, wenn im Alltagsleben weitgehend rational agierende Menschen sich auf diesen Weg einlassen?

Das ist eine interessante Frage, die sich sicherlich nicht nur mit der Suche nach dem Exotischen, dem Anderen erklären lässt, die ja in der europäischen Kultur eine lange Tradition hat und die momentan im “Avatar” Film auch ihre 3D-aufbereitete Bildlichkeit erhalten hat.

Schamanische Techniken wollen die Realität verändern

und die scheint im Umkehrschluss genauso individuell wie auch auf einem gesellschaftlichen Feld reformbedürftig zu sein. Wir sind Bestandteil, ob wir es denn wollen oder nicht, von, um hier ein Bild von Vadim Zeland (”Transsurfing”) zu benutzen, gesellschaftlichen Pendeln, die uns in Richtungen drängen, die wir nicht unbedingt wollen. Wenn unser Widerstand aber für unsere Umgebung spürbar ist, wird er sanktioniert, mit Mobbing, Schicksalsschlägen, … etc., um uns letztendlich wieder auf die Spur unserer Väter zu bringen (wobei ich absichtlich nicht von Müttern spreche, meine ich doch hier insbesondere die 99% männlich dominierten Hierarchiegebilde, die für unsere momentane Realität dominant sind).

Viele Menschen haben in letzter Zeit auch feststellen müssen, dass die populär-amerikanischen Wunscherfüllungsbücher mit ihrem gnadenlosen Hang zum positiven Denken auch keine Erlösung von den starken “Pendeln” bieten, sondern vielmehr in die Hölle der beständigen Selbstzweifel, “nicht richtig gewünscht zu haben” und doch “noch viel zu vielen negativen Gedanken nachgehangen zu haben”, führen.

Dort, wo dieses positivistische Affirmieren zu nichts geführt hat, ist der Weg frei für eigendynamische Visionssuchen und Heilungen, die zu einer Auseinandersetzung mit der spirituellen Welt führen und natürlich eine diesbezügliche Offenheit voraussetzen.

Sehr viel mehr als die üblichen Coachingprozesse bezieht schamanisches Coaching über das lineare, zielgerichtete Denken auch ein zyklisch-kreatives DASEIN mit ein.

Kunst, als “Fachsprache des Schamanischen” (wie es Axel Brück in seinem Buch “Die Anderswelt-Reise” ausgedrückt hat), kann unser rational-wissenschaftliches Denkgebilde auflösen (was sich insbesondere auch für Männer als heilsam erweisen kann) und uns den Weg zur Realitäts-Kreation aufweisen. Schamanisches Coaching ermöglicht auf diese Art und Weise, in der nichtalltäglichen Realität jene Einsichten zu generieren, die für die Bewältigung des Alltagslebens erforderlich erscheinen und die letztendlich auch einen “weisen” Umgang mit den gesellschaftlichen “Pendeln” ermöglichen, und diese sanft zu einem Richtungswechsel umzuleiten, ohne dabei in den Widerstand zu geraten und so die Nivellierungskräfte anzuziehen. Dass man/frau während dieses Prozesses ganz und gar in der Gegenwart sein sollte, ist eine Weisheit, die sich während dieses Weges offenbart und die ich hier – im Vorgriff – benenne, im Wissen darum, dass es zur Verwirklichung mehr benötigt als das rationale Wissen darum.

Letzteres ist übrigens auch der Grund dafür, warum es Dutzende von spirituellen Lebensratgeberbüchern gibt, die allesamt sicherlich sehr hilfreich sind. Fatalerweise überfliegen die meisten Leser/innen die Bücher aber nur, ohne beispielsweise die darin vorgeschlagenen Übungen und Aufgaben auch zu “tun”, sodass sie keine Resultate erzielen. Anstatt sich nun wirklich an die “freudvolle” Arbeit zu machen, kaufen sie neue Bücher, denen das gleiche Schicksal widerfährt.

Auch hier kann ein ”schamanisches Coaching” angeraten sein, das uns quasi an die Hand nimmt und durch den aufgezeigten Prozess führt. Individuelle Angebote dazu gibt es auf meiner Homepage: www.no-mads.de

Back again!

Lange habe ich hier nicht geschrieben, was nicht daran lag, dass ich keine Lust gehabt hätte, sondern vielmehr daran, dass ich eine fatale Aneinanderreihung von kaputt gehenden Laptops erlebt habe. Nr. 1 war sieben Jahre alt und hat ein Jahr seines Lebens den afrikanischen Sand und Staub ertragen müssen, womit ich sagen will, dass ich mit seiner Lebensdauer (Sind Laptops eigentlich männlich?) zufrieden bin. Nr. 2 kann nur eine höchst miserable Bilanz aufweisen. Er hat – sage und schreibe – knapp über ein Jahr gehalten. Zuvor hatte sich schon das Aufladekabel verabschiedet, dessen Ersatz, da es sich ja um eine chinesische Spezialanfertigung (lol) gehandelt hat, ziemlich kostenaufwändig war. Das zuvor gekaufte Multi-Adapter-Kabel war nicht fähig gewesen, den Laptop aufzuladen. Jedes Verrücken des Gerätes führte zur unweigerlichen Stromunterbrechung! Nachdem das Kabel-Problem endlich gelöst war, kam es zum endgültigen Crash der Festplatte. Laptops scheinen nämlich empfindlich zu sein und jedes Herumtragen des nur scheinbar mobilen Gerätes kann zur Zerstörung der Festplatte führen, was mich wiederum zu der Frage bewegt, ob diese Teile  neuerdings extra so konzipiert werden, dass sich möglichst schnell (also sofort nach Ablauf des Garaniezeitraums!) die einzelnen Bestandteile einzeln verabschieden?

In der darauf folgenden computerlosen Zeit stellte ich fest, wieviel sich von meinen Leben schon in den virtuellen Raum verlagert hat. Erschreckend war das!  Mails konnten nicht mehr abgerufen und geschrieben, die „Lindenstraße“ musste von mir wirklich am Sendetag und nicht „irgendwann“ im Internet geschaut, Fremdwörter wurden im Duden nachgeschlagen, etc.

Ich erspare euch die weitere Aufzählung der Einzelheiten und überlasse eurer Phantasie, die genaue Ausmalung des Szenarios. Apropos Malen: Dazu hatte ich mehr Zeit.  Überhaupt taten sich  plötzlich „Zeitfenster“ (Ich hasse dieses Wort!) für reale Kontakte auf. Auch entdeckte ich solch altmodische Medien wie Radio, Bücher und Zeitschriften wieder und mir wurde bewusst, in welch dramatischer Art und Weise der Computer nicht nur mein  Leben verändert hat.

Letztens habe ich einen Radiobeitrag (sic!) gehört, indem ein Neuro-Wissenschaftler davon berichtet hat, inwieweit sich das Gehirn der  PC-Nutzer/innen verändert und dass die heutigen Menschen zunehmend weniger in der Lage sind, langatmige Bücher, wie beispielsweise den „Zauberberg“ von Thomas Mann, zu lesen.  Der normale Internet-User/die normale Internet-Userin  „klickt“ sich eben von einem Link zum anderen.

Insofern hoffe ich, dass auch ihr meinen „langen“ Artikel, bis zu dieser Stelle verfolgt habt (was ja offensichtlich der Fall ist).

Mittlerweile habe ich einen neuen PC (kein Laptop) und damit er (also doch männlich!) hält, sollte ich es den Koreanern (und Chinesen???) nachmachen, die einen Altar mit Schweinekopf errichten, um geschäftlichen Erfolg zu erlangen. Ich habe gehört, dass es das auch als Bildschirmschoner geben soll, es aber leider nicht im Internet finden können (was wahrscheinlich an meinen diesbezüglich nicht vorhandenen Sprachkenntnissen liegen mag). Für Hinweise bin ich dankbar! (bitte!)