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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Forget about Nick

Written By: Marina Sosseh - Dez• 08•17

Da hatte ich mich gefreut, zwei Kino-Gutscheine gewonnen zu haben, um dann feststellen zu müssen, dass der Betreiber des einzigen Programmkinos, das den Film in Hannover zeigt, sich aus fadenscheinigen Gründen weigert, diese einzulösen. Ärgerlich.  Ich hatte eine Freundin eingeladen, weswegen ich, trotz des Ungemaches,  die Tickets käuflich erwarb. Positiv gestimmt war ich dabei nicht, wollte nun aber wissen, ob der Film, den ich unter normalen Umständen nicht besucht hätte, irgendwelche Überraschungen für mich bereithalten würde.

Wenn in einem deutschen Film, der in New York spielen soll, in Wirklichkeit aber fast die gesamte Zeit in einem schicken Loft-Appartement platziert ist, auf der Tür des New Yorker Buchladens ein “Refugees Welcome” – Abziehbildchen klebt, dann handelt es sich um geförderte Staatspropaganda. Nicht immer muss sie im direkten Auftrag erfolgen.  Mittlerweile  reicht es bei den meisten Kulturschaffenden aus, an den staatlichen Fördertöpfen zu hängen, um im vorauseilendem Gehorsam “politisch korrekt” zu agieren.

Inhaltlich handelt Margarethe von Trottas Film von zwei abservierten Frauen, die vom gemeinsamen Ex die Wohnung überschrieben bekommen haben und diese sich nun, mehr oder wenig freiwillig, teilen müssen. Die Ältere von den beiden verkörpert den mütterlichen Typ. Diese hat die eigene Karriere  zugunsten der Familie zurückgestellt, um dann in den letzten fünf Jahren noch einen Doktor in Neuerer Deutscher Literatur nachgeschoben zu haben, der sich jedoch beruflich nicht mehr verwerten lässt. Sie ist eben zu alt und so bringt sie dann in New York im kleinen Kreis jungen Menschen die Gedichte von Ingeborg Bachmann nahe. “Magst du das dann mal vorlesen?”, sagt sie, derweil die andere, die einst ihren Mann übernommen hat, die nun gemeinsame Wohnung, mit Hilfe eines smarten Maklers, Kaufinteressenten präsentiert. Lustig ist das jedoch nicht.

Ihre Mitbewohnerin ist 40 Jahre alt, was anscheinend das Alter ist, wo Nick, so heißt der Ex, sich  jüngere Gespielinnen sucht. Immerhin hat er den einstigen Mannequin eine Modefirma finanziert, wo sie sich nun, auf der Suche nach altersgerechter Kleidung, im Life-Style-Business versucht. Vollständig darauf kann sie sich jedoch nicht konzentrieren, ist sie schließlich vom Liebeskummer zerfressen.

Und der Mann, um den sich alles dreht? Der hat sich ein junges Modell geangelt, ist aber von deren Lebensstil überfordert, sodass er reumütig zur Karrierefrau, die einst auch mal eine Modepuppe war, zurückkehrt. Die verzeiht,  macht aber zur Bedingung, dass er nun beide Exfrauen nehmen müsste und ich frage mich, ob das Spaß oder die Aufforderung zur Polygamie ist. In den ge”gender”ten Zeiten, in denen wir heutzutage  leben, ist doch alles Verhandlungsbasis, nur anscheinend die Rolle der Frau nicht, die nach wie vor auf den Mann fixiert zu sein scheinen muss.  Insgesamt fand ich den Film daher enttäuschend.

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Münchhausen in Agfacolor

Written By: Marina Sosseh - Dez• 06•17

Kürzlich lief auf Arte der UFA Klassiker Münchhausen.  Was für ein fantastisch-abgedrehter Film!

Interessanterweise kann ich mir, trotz seines Alters, noch immer ansehen und dabei im Filmgenuss schwelgen. Nicht bei allen Filmen funktioniert das. So wollte ich mir letztens mal wieder “Momo”  anschauen, musste  dann aber bereits nach den ersten 10 Minuten ausschalten, weil mir das alles doch viel zu albern vorkam.

Ganz anders beim Münchhausen-Film. Während des Schauens stiegen bei mir ganz langsam wieder Erinnerungen auf, hatte ich diesen Film ja in meiner Kindheit schon  gesehen, aber alles vergessen, vor allem war mir überhaupt nicht mehr bewusst, wie  kreativ dieser Film ist, der sich nur grob an die Münchhausen-Vorlage hält, ansonsten aber einen wilden Plot aufbaut, der zwischen der Gegenwart und der märchenhaften Vergangenheit hin und her springt und so die lineare Zeiterfassung außer Kraft setzt.

Erich Kästner hat übrigens Regie geführt. In Dresden, wo er aufgewachsen ist, gibt es  im Haus seines Onkels ein Museum, was seinen literarischen Schaffen gewidmet ist. Eine Figur, die Erich Kästner Kindheits-Ich darstellt, sitzt frech auf der Grundstücksmauer. Als ich vergangenen Samstag in Dresden war, ist der rote Doppeldeckerbus der Stadtrundfahrt daran vorbeigefahren.

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Eine winterliche Stippvisite in Dresden

Written By: Marina Sosseh - Dez• 03•17

Impression vom Dresdner Zwinger

Mit der Bahn ist man von Hannover aus in ca. vier Stunden in Dresden. Da ich Dresden bisher nur von der Durchfahrt her kannte, unternahm ich am Samstag also einen Tagesausflug nach Dresden, bei dem ich knapp fünf Stunden Aufenthalt zur Verfügung hatte.

Dresden in fünf Stunden

Rückblickend muss ich sagen, dass dieser Zeitrahmen für eine winterliche Stippvisite ausreichend ist.  Schließlich war es fröstelig und ich hatte diesmal auch kein Museum auf dem Plan,  in dem ich mich zwischenzeitlich hätte aufwärmen können.

Allerdings las ich auf der Hinfahrt im Zug, dass das “Museum für Sächsische Volkskunde” eine große Puppenspielsammlung präsentiert, was mich in der Tat ausgesprochen interessiert hätte.

Überhaupt bietet Dresden in Bezug auf Museen und Ausstellungen so einiges, doch mein Fokus sollte heute das große Ganze sein, wobei ich es ruhig angehen lassen wollte.

Doch es ist Weihnachtszeit und da ist es in deutschen Großstädten selten ruhig. Überall sind Buden mit vielfältigen Weihnachtszauber aufgebaut.

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In Draculas Reich. Teil 4

Written By: Marina Sosseh - Dez• 01•17

Jetzt ist ja schon reichlich viel Zeit seit meiner kleinen Rumänien-Reise vergangen, noch immer aber ist mein Bericht von meiner Pauschal-Rundfahrt nach Siebenbürgen und den Moldau-Klöstern nicht abgeschlossen Vergessen habe ich das Weiterschreiben nicht, nur leider droht solch müßige Tätigkeiten, wie eben das Bloggen,  im leider allzu hektischen Alltagsgeschäft unterzugehen. Traurig, dass dies selbst in der Vorweihnachtszeit, die eigentlich ruhig sein sollte, nicht anders ist.

Wie dem auch sei: Ich nehme mir die Zeit und setzte meinen Bericht fort.  Hier findest du die vorangegangenen Teile: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Der Weg führte mich von Biertan aus, noch am selben Tag, weiter nach Schäßburg (Sighisoara). Die mittelalterliche Altstadt hat sich hier fast vollständig erhalten und wenn man durch die Gassen mit ihren bunten Häusern schlendert, hat man das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist. (mehr …)

Wilde Männer, Glasbläser und Häusermaler in Venedig. Teil 3

Written By: Marina Sosseh - Nov• 19•17

Dies ist der letzte Teil des Berichtes über meine Venedigreise. Hier sind Teil 1 und Teil 2.

Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Zug zur Altstadt. Vom Bahnhof Santa Lucia schlenderte ich gemächlich in Richtung Markusplatz, offen für das, was ich dabei eventuell  noch entdecken könnte. Insofern ließ ich mich treiben. Irgendwann fand ich mich auf eine  der selten Bänke Venedigs wieder, wo ich dem Treiben der Touristen und Einheimischen kontemplativ zuschauen konnte. Solchermaßen eingestimmt  begegnete ich danach dem “Wilden Mann”.  Seht ihr ihn?

An der Vorderfront des Palazzo Bemba-Boldù im Stadtteil Cannaregio ziert er die Häuserfront.   (mehr …)

Der zweite Tag in Venedig und meine Gedanken zur aktuellen Kunst-Biennale. Teil 2

Written By: Marina Sosseh - Nov• 12•17

Der Samstag begann mit einer zweistündigen Stadtführung durch Venedig.

Wir bekamen dabei ein Audiogerät und Kopfhörer ausgehändigt, sodass wir die Führung, trotz der Besuchermassen in Venedig, gut verfolgen konnten.

Wir hielten uns dabei lange Zeit auf dem Marktplatz auf und bekamen nähere Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten präsentiert. Danach schlenderten wir durch das Gewirr der kleinen Straßen von Venedig, begleitet von  durchaus unterhaltsamen Erklärungen unserer Führerin Elisabeth.

Die Figur auf der Säule soll den Sieg über das Heidentum darstellen.

Mir hat die Stadtführung sehr viel Freude bereitet  und ich kann sie unumschränkt empfehlen. Man sieht schließlich nur, was man weiß und eine professionelle Führung kann den  ersten Zugang  erleichtern. Danach sollte man sich dann die Zeit nehmen, um seinen eigenen Vorlieben nachzugehen oder sich einfach treiben zu lassen, um sich von dem überraschen zu lassen, was einen begegnet.  So ähnlich halte ich es auf all meinen Reisen. (mehr …)

O Isis und Osiris!

Written By: Marina Sosseh - Nov• 04•17

Bis zum 25. Februar wird im Hannoverschen Kestnermuseum die Ausstellung “O Isis und Osiris” gezeigt.  Der Titel der Ausstellung  ist  einer Arie des Freimaurers Mozart entnommen. In der Zauberflöte singt  nämlich der Priester Sarasto: „O Isis und Osiris, schenket der Weisheit Geist dem neuen Paar“.

Inhaltlich behandelt die Ausstellungen den Einfluss eines imaginären Ägyptens auf die Mysterienkulte, die die Freimaurer-Logen seit dem 18. Jahrhundert zelebrier(t)en.

Beispielsweise wird vom Gott Set(h) berichtet. Dieser ist vor allem durch den Osiris-Mythos bekannt.  Er tötete seinen Bruder Osiris und zerstückelte ihn.  Nach dessen Tod beansprucht Set(h) den Thron über ganz Ägypten. In ihrer Eigenschaft als liebende Gemahlin und Schwester fügte Isis, mit Hilfe von Magie,  die zerstreuten Glieder Osiris wieder zusammen und erweckte Osiris so wieder zu neuem Leben. In der Gestalt eines Milans empfing sie so Horus, der später zum Himmelsgott aufstieg und sich an Set für den Mord an seinen Vater rächte.

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Ankunft in Venedig. Teil 1

Written By: Marina Sosseh - Nov• 04•17

Jetzt ist mein Bericht über meine Rumänien-Reise noch nicht vollständig geschrieben und schon war ich wieder unterwegs. Es gab schließlich, aufgrund des Reformations-Feiertages, ein verlängertes Wochenende zu genießen, was ich nutzen wollte, um mir einen Eindruck von Venedig zu verschaffen.

Die Anreise:

Für meine Venedigreise musste ich früh aufstehen. Schon um 6.25 Uhr startete mein Flugzeug von Hannover aus nach München. Da man wegen der Sicherheitskontrollen ja schon sehr viel früher dort sein musste und in Hannover die Bahnen in der Nacht auch nicht ständig fahren, war es mit dem Schlaf für mich um 3 Uhr vorbei. Das sind dann die Momente, wo ich mich frage, warum ich mir diesen Freizeitstress eigentlich antue und warum ich nicht einfach ein ruhiges und entspanntes Wochenende zu Hause verbringen kann?

Der Flug mit Lufthansa war sehr viel entspannter als meine Ryanair-Erfahrung in Richtung Rumänien. Pünktlich – mit sanften Start und Landung – und einer Innenausstattung, die einen nicht gleich an der Sicherheit des Flugzeuges zweifeln ließ.

Von München ging es dann mit Air Dolomiti problemlos weiter, sodass ich dann bereits um 9.45 am Flughafen Marco Polo war. Dort hatte ich die Wahl, ob ich mit dem Shuttle-Bus in Richtung Markusplatz aufbrechen wollte oder lieber den “Wassertransport” wählen sollte. Ich entschied mich für die letztere Variante, die zwar mit 15 Euro nicht ganz billig war, aber eine ruhige Annäherung an den Zauber von Venedig bot, zumal zu dieser frühen Zeit kaum Besucher an Bord waren.

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In Draculas Reich. Teil 3

Written By: Marina Sosseh - Okt• 21•17

Dies ist der dritte Teil meines Berichts zu meiner Reise durch Siebenbürgen und zu den Moldauklöstern. Den ersten Teil findet ihr hier.

Nach dem Frühstück fuhren wir  nach Biertan/Bierthälm. Von dem, was mich dort erwartete, war ich überrascht, hatte ich mich im Vorfeld nicht explizit auf die einzelnen Rundreise-Punkte vorbereitet und war jetzt mit einer Kirchenburg, noch dazu der größten in Siebenbürgen, konfrontiert.

Bisher hatte ich zwar schon viele Kirchen besichtigt, eine Kirche aber, die nicht nur ein Sakralbau, sondern  gleichzeitig eine Burg darstellt, hatte ich zuvor noch nicht erlebt. (mehr …)

Eine Herbstwanderung zur Wewelsburg

Written By: Marina Sosseh - Okt• 15•17

Das schöne Herbstwetter nutzte die Wildfrauenhaus-Wandergruppe für einen Ausflug nach Büren zur Wewelsburg.

Mit der S-Bahn fuhren wir  vom Hauptbahnhof Hannover nach Paderborn und dann weiter mit dem Bus S61 ich Niedernturdorf, Abzweigung Bahnhof Salzkotten. 

Sind das noch Sturmschäden vom Orkan Xavier?

Im Dorf gibt es schon einmal eine Kirche und einen Findling zu bestaunen. Über das Flüsschen Alme hinweg ging es durch eine liebliche Wald-Wiesen- und Hügellandschaft bis hin nach Büren.

Vor dem Ortseingang  in Büren kamen wir an einem ehemaligen Schießstand der SS vorbei. Ein Schild informiert über das historische Geschehen. (mehr …)

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