Sakrale Topographie und ein Ausflug nach Abu Simbel

(31.12.2018) Für den Ausflug mussten wir um 4 Uhr in der Nacht aufstehen. Die Busse mit all den Touristen wurden auf einem Parkplatz bei Assuan gesammelt, bevor es dann durch die Wüste nach Abu Simbel ging.

Ein wenig ließ sich noch im Bus schlafen, sodass wir halbwegs ausgeruht um 8.00 Uhr dort ankamen.

Abu Simbel befindet sich am Westufer des Nassasees. Auch diese imposante Tempelanlage wurde in einer aufwendigen Rettungsaktion vor dem Bau des Assuan -Staudammes in den 60er Jahren versetzt, genauso wie dies ja auch schon in Philae und in Kalabscha der Fall gewesen war.

Bedingt durch den Bau des Assuan-Staudammes liegt das ganze Gebiet nicht mehr auf fruchtbarem Land. Auch die sakrale Topographie, die im Alten Ägypten durch den Überschwemmungszyklus des Nilwassers angezeigt wurde, ist zerstört.

Die vier Kolosse am Eingang des großen Tempels zeigen jeweils Ramses II., der offensichtlich nicht durch zu wenig Selbstbewusstsein ausgezeichnet war.

Bei der Umsetzung des Tempels wurde darauf wert gelegt, dass das sogenannte Sonnenwunder erhalten blieb: Der Tempel wurde im Ursprung nämlich von Ramses II. so ausgerichtet, dass bei Sonnenaufgang am 21. Februar und am 21. Oktober dass Allerheiligste des Tempels, der ansonsten noch im Dunkeln liegt, erleuchtet wird.

Das Allerheiligste erreicht man, wenn man den Eingang des Tempels betritt und die große Eingangshalle durchläuft.

Ein ägyptischer Tempel verengt sich immer mehr zum Inneren hin und soll ein Abbild der Welt sein.

In der letzten Kammer, im Allerheiligsten, befindet sich der Aufenthaltsort der Götter. Dieser tief im Innern des Heilgtums gelegener Ort durfte ursprünglich nur vom Pharao und den Hohepriestern besucht werden.

Diese Kammer ist, 22 Meter vom Eingang entfernt, tief in den Felsen gehauen. Umso erstaunlicher ist es, dass auch heutzutage am 21. Februar und am 21 Oktober (+/- 1 Tag) die Sitzfiguren von Amun-Re, Ramses II. und Re-Harachte von der Sonne angestrahlt werden, während der Tempel sich dann noch im Dunkeln befindet. Auch der vierte Gott, Ptah, der für die Finsternis zuständig ist, wird nicht vom Sonnenlicht berührt.

Apotheose

Ramses II. selbst hat sich zwischen die Götter setzen lassen, da er sich, spätestens nach der Kadesch-Schlacht, die auch im großen Felsentempel dargestellt ist, als Gott und eben nicht nur als ein den Göttern opfernder Pharao empfunden hat.

Der kleine Felsentempel

Dieser ist der kuhgestaltigen Hathor von Ibschek und Nefertari, der Gemahlin von Ramses II. gewidmet. Diese wird hier zur Erscheinungsform der Liebesgöttin stilisiert.

Auch die Krönung von Ramses II. durch Set und Horus, die hier jeweils für Ober- und Unterägypten stehen, ist im kleinen Felsentempel als Wandrelief zu sehen.

Eine Fata Morgana auf der Rückfahrt nach Assuan

Auf der Rückfahrt nach Luxor konnten wir noch eine Fata Morgana sehen. Leider ließ uns der Busfahrer nicht aussteigen, sodass wir diese nur durch die Busfenster bewundern konnten. Gruppenreisen sind zwar relativ bequem, haben aber dann doch einige Nachteile, wie sich hier einmal wieder bestätigte!

Eine kleine Bootsfahrt

Nach dem Mittagessen unternahmen wir eine kleine Bootsfahrt auf dem Nebenflüssen des Nils. Diese fiel aber sehr kurz aus und so hat mir insgesamt die Bootsfahrt zum nubischen Dorf am vorhergehenden Tag besser gefallen (siehe hier).

Die Silvesterfeier

Nach einem ausgiebigen Silvesterbuffet im liebevoll dekorierten Speisesaal, traf sich unsere Reisegruppe im „Salon“. Jeder Gast erhielt ein kleines Paket mit kleinen Geschenken, die für Spaß und Unterhaltung sorgen sollten: Eine venezianische Maske war dabei, eine Tröte, genauso wie Konfetti und kleine Wurfgeschosse, mit denen sich Schabernack treiben ließ. Und in der Tat: Wir hatten unseren Spaß, während der DJ die immer gleiche Musikliste abspielte.

Das Silvesterfeuerwerk, was über Assuan zu sehen war, fiel ausgesprochen mager aus. Nur über den Luxushotels zeigte sich der ein oder andere Leuchtkörper und es wurde deutlich, dass wir uns in einem islamischen Land mit anderer Zeitrechnung befanden.

Nach dem Jahreswechsel legte unser Schiff ab und fuhr zurück nach Kom Ombo. Sicherlich wäre der Besuch der Insel Elephantine, genauso wie der Besuch des nubischen Museums, in Assuan noch lohnend gewesen, sodass ich mir hier gerne noch einen weiteren Tag hätte vorstellen können.

Wir blickten nun einen Nilkreuzfahrtstag entgegen, der, nach all den vielen Besichtigungen, Raum für Erholung bieten sollte. Leider spielte das Wetter jedoch nicht mit.

Wer meine Nilkreuzfahrt von Anfang an verfolgen möchte, findet hier und hier einen Einstieg.

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