Alles erledigt und offen für das Neue! 

EH, Mischmaterialien, 29 x 39.5 cm, Rauhnächt 2017/18

Die Weihnachtstage habe ich im Kreis meiner Familie verbracht. Endlich war Zeit, um die Serie meiner Blogbeiträge über meine Rumänien-Rundreise fertigzustellen. Die Zeit der Dunkelheit gab auch genug Gelegenheiten, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen. Bücher konnten gesichtet werden und ich stellte fest, dass, selbst wenn für ein halbes Jahr der Kontakt zur Außenwelt abreißen würde, ich genug zu lesen und zu bedenken hätte.

Die Neujahrskartenlegung bestätigte mir das, was ich ohnehin schon wusste, führte es mir aber noch einmal eindringlich vor Augen. Diesmal nutzte ich das an das Crowley-Tarot  angelehnte “Black Flame Tarot“.

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In Rübezahls Reich. 1. Teil

Die Anreise nach Schlesien gestaltete sich zwar lang, aber ging relativ entspannt vonstatten. In Görlitz war ich vom schönen Jugendstil-Bahnhof überrascht, hatte aber leider keine Zeit, um mir die  Stadt in Ruhe anzuschauen.

Ich kaufte mir dort ein Oder-Neiße-Ticket für 13€ mit dem ich den polnischen Zug nach Hirschberg benutzen durfte. Wahrscheinlich wäre es billiger geworden, in der Mini-Eisenbahn ein Ticket zu kaufen, jedoch war ich mir nicht sicher, ob mein polnisches Kleingeld gereicht hätte. Euros werden nämlich nicht angenommen.

Das letzte Teilstück der Reise, insgesamt 1:34 Stunden, war dann etwas unbequem, waren die Sitze nämlich hart und der Zug rumpelte so dermaßen über die Schiene, dass mein ganzer Körper vibrierte.

In Hirschberg angekommen regnete es dermaßen heftig, sodass ich erst einmal im Bahnhofsgebäude Platz nehmen musste. Einen Geldautomaten gab es dort nicht ( zumindest fand ich ihn nicht), sodass ich mir kein polnisches Geld ziehen konnte. Die Dame im Kiosk verstand weder Deutsch noch Englisch, sodass ich mir auch keine polnische Internet-Karte für mein Handy besorgen konnte. Auf diese Art und Weise war dann auch mir klar geworden, dass ich erst einmal nur Abwarten musste.

Irgendwann ließ der Regen ein klein wenig nach, sodass ich mich auf dem Weg zum Hotel machte. In einem Internetladen konnte ich mir eine Prepaid-Karte, die dort auch gleich registriert wurde, kaufen. Danach ging alles ganz einfach. Google Maps leitete mich zielführende zum Hotel, das sehr verkehrsgünstig direkt in der malerischen Altstadt von Hirschberg lag.

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Der Gang auf dem Berg

Jetzt sind ja die Rauhnächte. Nach den meisten Überlieferungen beginnen sie am 25.12; in einigen anderen schon mit der Wintersonnenwende am 21.12. Die Zeitqualität der Rauhnächte, die von Stille und Rückzug geprägt sind, ist besonders stark direkt nach den Weihnachts-Festtagen spürbar, wo alle vorweihnachtliche  Hektik von uns abfällt. Nun reitet Wotan mit dem Heer der Toten durch die Lüfte und auch Frigga oder auch Frau Holle führt ein Heer der ungeborenen Seelen, die auch Heimchen genannt werden, über den dunklen Nachthimmel.

Und während  meine Nachbarn lautstark   “Dämonen”  von solcher Art durch laute Silvesterknaller zu vertreiben trachten, zelebriere ich den Altjahrsabend, indem ich all das verabschiede, was ich nicht mehr benötige, was ich los werden will, was nicht mehr zu mir gehört, um dann einen Blick in die Zukunft zu wagen und die empfangende Botschaft gegebenenfalls so zu verändern, als dass sie eine Wachstums-Perspektive für die kommenden Monate  für mich bietet. Daraus ergibt sich  vielleicht eine Frage, die ich am Neujahrestag mit auf meine traditionelle Wanderung nehmen kann. Dabei geht es hinauf auf dem Berg.  Bei mir ist das der Brocken, der mystische Berg des Harz-Gebirges. Das ist der Wohnplatz der Götter. Im Nebel und in den Wolken lassen sich wundersame Geister erahnen und wer weiß, vielleicht sehe ich das Brockengespenst und noch viel mehr.

walhall(Illustration aus Siegfried A. Kummers Runen-Magie. Dresden 1933)

Lies auch hier: Neujahrswanderung

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Geomantische Entdeckungen in Bad Harzburg

Da, wo einst eine Thingstätte ein mysthisches Naturerlebnis vermitteln sollte, im Stadtpark von Bad Harzburg, erhebt sich jetzt ein Kletterpark und ein Baumwipfelpfad, dessen Konstruktionen so aussehen, als ob Aliens sie dort haben unachtsam fallen lassen. Nicht schön ist das und letztendlich auch  nichts weiter als eine Zerstörung der Landschaft zugunsten eines lauten Event-Tourismus.

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Oben auf dem Berg erwartet mich dann die Canossasäule und die Ruine der alten Burg. Dort steht: “Nach Canossa gehen wir nicht. Reichtagssitzung 14. Mai 1872”. “Kein schlechter Wahlspruch in unruhigen Zeiten”, denke ich mir.

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Die von Hans Bergmann 1932 geschaffene  Harzsagenhalle war  leider nicht geöffnet.

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Von dort machte ich mich auf zum Kreuz des Ostens und war auf dem Weg dorthin angenehm überrascht von einem recht unscheinbar wirkenden Ort, der jedoch starke Energien aufwies: Der Sachsenbrunnen.  Das Wasser, das da strömt, kommt aus der Endleitung einer historischen Leitung, die einst die Wasserversorgung der Burg sicher stellen sollte, die jetzt aber vollkommen modernisiert wurde.  Der Ort aber an sich weist immer noch hohe Lebens-Energien auf. Ich habe die Bovis-Einheiten dort  gemessen und kam hier auf ca. 16500, was einen spirituellen Ort beschreibt.

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Weiter ging es zum Kreuz des Ostens, eines Felsgebildes, das von einem gigantischen Kreuz gedeckelt wird und dass in Richtung der verloren gegangenen deutschen Ostgebiete ausgerichtet ist. Im Halbkreis dazu finden sich Steine mit den Wappen der jeweiligen Landesteile.

Die Energien an diesem Ort  kamen mir sehr schwer vor. Sie erzählen von Leid und Elend,  das in der aktuellen Zeitströmung nicht integriert, sondern negiert wird. Der Halbkreis verlangt immer noch  danach, geschlossen zu werden, was vielleicht u.a. auch  so verstanden werden kann, dass, wenn ich denn die Nation als einen Körper ansehe, dessen zwanghafte Amputation nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch Phantomschmerzen erzeugt, die geheilt werden müssen.  Wegsehen kann keine Lösung sein.

Das Kreuz selbst, was recht unachtsam auf den Felsen angebracht ist,  scheint mir  ein Empfänger für astronomische Energien zu sein, was von den Erbauern sicherlich nicht beabsichtigt wurde, nichtsdestotrotz aber diese Funktion übernommen hat.  Wer weiß, vielleicht ist es eine Art von  Akupunkturnadel, die  die nicht integrierten Themen erlösen will? Dafür spricht auch, dass die  Bovis-Einheiten 18000 betragen, was sehr hoch ist.

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Von hier aus wanderte ich zu den Rabenklippen. Zu der Ortsenergie erhielt ich  keinerlei Zugang: zu groß war der Andrang von Selfie-knipsenden Besuchern.

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Über das Molkenhaus, dass mit BE 11000 ein angenehm verspielter Ort ist, ging es dann wieder zurück nach Bad Harzburg.

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Während der gesamten Wanderung war immer wieder die Präsenz des Brockens für mich spürbar, der – da bin ich mir sicher – ein heiliger Berg ist, dessen Kraft die ganze Harz-Region zu einem einzigartigen Landschaftstempel hat werden lassen.

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Neujahrswanderung

Harzer Schmalspurbahn

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Eigentlich beabsichtigten meine Freundin und ich nur einen kleinen Harz-Rundweg. Was kann es  aber besseres geben als das neue Jahr mit der Besteigung eines Berges zu beginnen, besonders dann, wenn dieser so Mythologie-überladen ist wie der Brocken?

Der Weg hinauf kann dann leicht als eine symbolische Vorab-Inszenierung angesehen werden: Der Berg steht für das Ziel, das wir im Verlauf des Jahres erreichen wollen.   Beim Hinaufgehen übergehen wir dann leichten oder schweren Fußes alle Widrigkeiten, was uns  – quasi magisch-vorwegnehmend  – dafür stärkt, Herausforderungen im knallharten Lebenskampf mit ähnlicher Bravour  zu meistern. Man ist gewappnet für all die Ärgernissen, die auf einen warten, immer sein Ziel vor Augen, selbst wenn dieses sich als zugig erweisen sollte.  Sogar Glatteis und der damit verbundene Fall auf die festgefrorene hausdünne Schneedecke macht einer  wahren Heldin im Lebensabenteuer nichts aus.  Alsbald richtet sie sich wagemutig wieder auf und wandert – ganz Camphells Heldenreise folgend – weiter durch den Nebel, der beständig stärker wurde und der uns – ganz profan gesehen  – eine Aussicht auf die tief unter uns liegende  Landschaft oder – wieder ganz symbolisch gesehen – auf die  überwundene Profanität  ermöglichte. Weiter ging es: hurtig und geschwind, bis wir dann, es war wohl gegen 14.30 Uhr in der entmystifiziertenWelt,  – auf dem Hochplateau des Brocken ankamen. Ein  eisiger Wind fegte uns fast fort. Der Berggeist war uns nicht wohlgesonnen oder wollte uns – meine Annahme –  zumindest prüfen.  Wahrlich das  war kein Ort zum Verweilen.

Vielleicht war das Ziel  – wieder ganz symbolisch gesehen – dann doch nicht so gut gewählt? Aber wie heißt es so schön in den Kalendersprüchen, die ich  – schon wegen ihrer  dumpfen Plattheit – so  überhaupt nicht mag: Der Weg ist das Ziel. Und so ging es wieder hinab vom Berg, wo mir – kurz vor Einbruch der Dunkelheit – die Destination “Torfhaus” erreichten. Ein Bier zum Schluss verkürzte die Wartezeit auf den Bus – in einer Lokalität, die wohl an Amerika erinnern sollte, stattdessen aber nur den krampfhaften Versuch der Gastronomie-Wirtschaft illustrierte, auf eine hippe Lifestyle-Mode aufzuspringen, die irgendwie nur plebejisch-dümmlich wirkte. Nun ja …  wem es gefällt!

Einvernehmlich benannten wir die Wanderung zum leichten genussvollen Spaziergang um,  bei dem es ganz und gar unerheblich ist, ob überhaupt ein Ziel vorhanden ist. Ich  zumindest habe auch  im wirklichen Leben keine krampfhafte To-do-Liste für das beginnende Jahr aufgestellt, stattdessen pflege ich   – mein Vorsatz – eine gewisse genießerische Gelassenheit, was mich allerdings nicht davon abhalten wird, im nächsten Jahr erneut den Brocken zu besteigen.  Und dies selbstverständlich am Neujahrstag!

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