Von Burgdorf zum Irenensee

Die Wildfrauenhaus-Wandergruppe war diesmal im Großraum von Hannover unterwegs.

Ursprünglich hatte ich die Wanderung in umgekehrter Richtung geplant, nachdem dann aber in Burgdorf – aufgrund einer defekten Anzeigetafel – der Anschlussbus so schwer zu finden war, dass die Umsteigezeit für uns nicht ausreichte, um ihn zu finden, und wir so vor die Alternative gestellt waren, entweder sofort loszuwandern oder eine Stunde an der tristen Bushaltestelle zu verharren, entschlossen wir uns für die erste Möglichkeit. Diese stellte sich später als eine gute Entscheidung heraus, denn so wurde der Irenensee mit seinen vielfältigen Bademöglichkeiten zum Endpunkt der Wanderung, was an einem schönen und warmen Tag von Vorteil sein kann.

Unweit des Anfangspunktes unserer Wanderung liegt das Burgdorfer Schloss, ein wunderschönes Fachwerkgebäude, von 1643. Daran schließt sich ein einladender Schlosspark an.

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Eine meiner Mitwanderinnen meinte, dass die Buche der Freya geweiht sei, was sie dazu animierte, sie gleich zu umarmen.

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Um die Buche jedenfalls ist ein Steinkreis angelegt, was mich daran erinnert, dass ja schon in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts Steine als landschaftsgestaltendes Element genutzt wurden. Hierzu fällt mir der Hermann-Löns-Park ein und natürlich, der vom gleichen Architekten, nämlich Wilhelm Hübotter, gestaltete Sachsenhain in Verden.

Die Steine in Burgdorf habe ich nicht gezählt, was daran liegen mag, dass ich hier weder von historisch interessanter nationaler Mythenbildung noch von okkult-magische Verweisen ausgehe, sondern nur eine oberflächlich hübsche Dekoration vermute.

Die anschließende Wanderung führte uns durch das Burgdorfer Holz, das uns wie ein Feenwald vorkam – so jenseits von aufdringlicher fortwirtschaftlicher und touristischer Nutzung tat sich das hübsche Wäldchen voruns auf. Manche Wegstrecken waren zugewachsen. Ohne GPS-Gerät hätten wir manche Pfade nicht finden können.

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Irgendwann mussten wir leider den Wald verlassen und die letzten Kilometer am Rande der Bundesstraße erwandern, bevor uns dann ein kaltes Bier auf der Campingplatzanlage des Irenensees dies wieder vergessen ließ. Ich verspeiste zum Bier eine leckere Currywurst, derweil meine vegetarischen Freunde mit Kuchen oder eben nu den besagten alkoholischen Getränk vorlieb nahmen, dabei aber nicht müde wurden, meine Speise obszön und unappetitlich zu kommentieren. Nun ja, so etwas muss von Freundschaft aushalten!

Zeitgleich traf eine schick angezogene Hochzeitsgesellschaft mit Begleitschutz von der freiwilligen Feuerwehr ein, die auf einer Landzunge des Sees eine kirchliche Trauung vollziehen ließ. Das Wetter war ihnen hold.

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Anschließend schauten wir uns das Erholungsgebiet Irenensee näher an, wobei uns die ehemaligen Wochenendgrundstücke, die jetzt zum Dauerwohnen freigegeben sind, durch ihre individuelle Architektur beeindruckten. Von unzähligen Mücken verfolgt sprangen wir zum Schluss noch in den See und kühlten unsere überhitzten Gemüter ab, bevor uns der klimatisierte Linienbus, nach einer langen Rundfahrt über die Dörfer des Landkreises, zurück zum Burgdorfer Hauptbahnhof fuhr.

Fazit: Diese Tour ist empfehlenswert!

Burg Heeßel bei Burgdorf

Dabei handelt es sich um einen sogenannten Burgstall, was eine ehemalige Burg beschreibt, von der noch nicht einmal eine Ruine übrig geblieben ist.

Letztendlich kein Wunder, schließlich ist die Niederungsburg Heeßel recht alt.  Die Nutzungsdauer datiert aus dem 8. bis 13. Jahrhundert. Nach Thietmar von Merseburg sollen sich hier im Jahre 983 „die Großen der Sachsen“ nach einem Streit mit Heinrich dem Zänker getroffen haben. Auch 990 sollen in der Burg die Grenzen der Bistümer Minden (Enger) und Hildesheim (Ostfalen) in einer Versammlung festgelegt worden sein.

Diese Ereignisse der Vergangenheit lassen sich nur noch mit viel Phantasie erahnen. Hügelchen werden in unserer Imagination dann zu Wällen; eine weitere Erhöhung kennzeichnet den Standort des Burgturms, der vermutlich aus Holz gefertigt wurde.

Aktuell ist die Burg zum Abenteuerspielplatz und zur Fahrradstrecke verkommen, was –  jetzt argumentiere ich auf der geomantischen Ebene – diesen Ort ganz und gar nicht behagt. „Der Genus Loci wünscht sich eher Stille und Wertschätzung“, sage ich mal.

Letzteres wird zumindest durch ein Schild gewährleistet, dass die Erkenntnisse der archäologischen Ausgrabung von 1934 für den Spaziergänger zusammenfasst.

Zugegebenermaßen sind die Informationen auf dem folgenden Foto nicht wirklich lesbar, deshalb verweise ich alle, die interessiert sind, auf Wikipedia: Burg Heeßel