Ein unterhaltsamer Besuch auf der Esoterikmesse!

Eine Esoterik-Messe  kann recht unterhaltsam sein. Hier seht ihr mich, wie ich gerade einen Massagestuhl ausprobiere, während ich zeitgleich mit der Mindmachine eine Entspannungs-Session genieße.

Das war richtig toll, was auch daran liegen mag, dass es sich hierbei eben um keine „Esoterik“ im herkömmlichen Sinn,  sondern um eine Methode  handelt, bei der die blinkenden Lichter der Mindmachine das Gehirn in die Frequenzbereiche, die zuvor ausgewählt worden sind, versetzen.  Das Ziel  ein solcher  „Sitzung“  muss auch nicht unbedingt „Entspannung“ sein, genauso ist „Aktivierung“, „Tiefschlaf“ oder beispielsweise „Lernsteigerung“ möglich.

Ich liebe diese Technik  und bedaure es zutiefst, dass  das „brainwave entrainment“- System, was ich bestimmt acht Jahre fast täglich in Gebrauch hatte, letztes Jahr leider seinen Geist aufgegeben hatte.

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Wie die „Empathie“ missbraucht wird!

Ich beginne mit einem erdachten Beispiel: Wenn mein Chef mich lächelnd und duzend zur Selbstausbeutung animieren möchte, sieht das für schlichte Geister vielleicht emphatisch aus, ist es aber nicht. Schließlich verfolgt er eine Absicht, die jenseits meines persönlichen Willens liegt. Diesen hätte er (immer vorausgesetzt er wäre dazu emotional und intuitiv in der Lage) emphatisch erspüren  und sich dann demgemäß verhalten können. Genau dies tut er aber nicht. Stattdessen legt er ein nur scheinbar emphatisches Verhalten an den Tag, um seine Zwecke zu erreichen, die ihm wiederum von seiner Chefetage vorgegeben worden sind. Er benutzt mich also, genauso wie auch er selbst als dumpfe Marionette mechanisch gespielt wird, wobei ihm – dies ist zu befürchten  –  der ablaufende Prozess noch nicht einmal bewusst sein muss.

Der Rahmen, in dem das Beispiel platziert, heißt Unternehmens- oder Verwaltungskultur.

Eine solche „Kultur“ kann nur durch die Unbewusstheit der Beteiligten, die sich auf bestimmte Grundannahmen geeinigt haben, die weder hinterfragt noch diskutiert werden dürfen, funktionieren. (Siehe auch: Schein)

Wenn Kritik  dann doch geäußert werden sollte, wird dies umgehend sanktioniert, schließlich wird andernfalls befürchtet, dass das fragile Kartenhaus einfällt.

Wie sagte schon Alice im Wunderland:

Ihr seid nichts weiter als ein Spiel Karten!

Jetzt möchte ich an dieser Stelle auf die herrschende „Friss-oder Stirb“-Mentalität der Unternehmen sowie der öffentlichen Hand nicht weiter eingehen (zu düster das Thema), vielmehr halte ich die im Beispiel verdeutlichte Vorspiegelung von Empathie für bemerkenswert .

„Einfühlung“  wird hier nur vorgegeben, ist also nicht vorhanden und/oder  auch überhaupt nicht beabsichtigt. Ich, als ungewollte Empfängerin dieses Schein-Gefühls, bin nur „Mittel“ , genauer gesagt „Mittel zum Zweck“ eines anderen.

Immanuel Kant hätte ein solches Verhalten, wie  das vom angenommenen Chef praktizierte,  als nicht ethisch gedeutet. Schließlich widerspricht es dem katagorischen Imperativ, der im zweiten Teil besagt:

Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person als auch in der Person jedes anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.(GMS 429)

Der WDR hat dem Thema letztens eine ganze Sendung gewidmet. „Du“ kannst sie nachhören! Hier:  Empathie versus Vernunft.

 

 

alice

 

 

»Schlagt ihr den Kopf ab!« brüllte die Königin so laut sie konnte. Niemand rührte sich.

»Wer fragt nach euch?« sagte Alice (unterdessen hatte sie ihre volle Größe erreicht). »Ihr seid nichts weiter als ein Spiel Karten!«

Bei diesen Worten erhob sich das ganze Spiel in die Luft und flog auf sie herab; sie schrie auf, halb vor Furcht, halb vor Ärger, versuchte sie sich abzuwehren und merkte, daß sie am Ufer lag, den Kopf auf dem Schoße ihrer Schwester, welche leise einige welke Blätter fortnahm, die ihr von den Bäumen herunter auf’s Gesicht gefallen waren. (Alice im Wunderland)

Objektive Ethik: „Not to return to morality, but to discover it.“ Teil 1

Der Hahn wird geopfert!

 

… meint: „not to return to morality, but to discover it“. (Ayn Rand)

Im Folgenden versuche ich eine Annäherung an die objektive Ethik, die sich in der praktischen Annäherung doch als recht widerspenstig erweist. Die Frage, die mich umtreibt lautet: Kann Ethik objektiv  sein oder nimmt sie immer einen subjektiven Standpunkt ein?

Und da es sich in der Küche  so gut philosophieren lässt, beginne ich  Kartoffeln zu  schälen und beantworte derweil  – ganz nebenbei –  die Frage, was zum Teufel denn Ethik überhaupt ist?

Anstatt von Ethik können wir auch von Moral oder einem Code von Werten sprechen,  die dem Zweck dienen sollen, den Menschen zu  regieren, was wiederum die weiterführende Fragestellung  aufwirft,  „was“   und „wer“ hier überhaupt  „führt“?

Dies ist eine  wichtige Problemstellung, denn schließlich ist es immer der  Moralcodex, dem wir gehorchen,  der unsere Entscheidungen und somit auch den Verlauf unseres Lebens bestimmt, vorausgesetzt natürlich, dass wir überhaupt in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen, womit ich sagen will:  Ethik setzt immer voraus, dass der Mensch überhaupt die Freiheit der Wahl hat.

Dies angenommen, gewinnt der Umkehrschluss an Gültigkeit: Wenn wir unser ethisches Paradigma ändern, dann verändern wir auch unser Leben.

Auf mein Hantieren in der Küche bezogen heißt dies, dass ich erst einmal die Möglichkeit haben muss, um an bestimmte Zutaten zu kommen und diese auswählen zu können. (Glücklicherweise ist der Supermarkt nicht weit!) Wenn diese Annahme  erfüllt ist,  bestimmt meine  individuelle Wahl beim Kochvorgang,  ob mir hinterher die Klopse schmecken oder nicht.  Ob sie mir bekommen, wird sich  jedoch erst später zeigen!

Der menschliche Wille ist immer auf einen Wert ausgerichtet, so brate ich jetzt ganz konkret meine Hackfleischbällchen in Öl an,  einfach deshalb, weil ich satt werden und dabei auch noch ein angenehmes Geschmackserlebnis haben möchte.

Bei diesem profanen Beispiel macht die weiterführende Frage nicht viel Sinn: Sind es unsere Werte , die unser Handeln lenken oder wurden sie uns durch Erziehung oder Einschüchterung vermittelt?

Schließlich bezieht sich das  schlichte  Sattwerden  erst einmal nur auf ein Grundbedürfnis, das in einer  gedachten Pyramide einem Basiswert entspricht, nämlich dem blossen Überlebenswillen. Bei den Werten, die zwischen dem höchsten denkbaren Wert, wie immer der auch für den Einzelnen aussehen mag (vielleicht das Gute, das Schöne, das Angenehme, das Nützliche, das Brauchbare) und den untersten Wert liegt, wird jedoch die Benennung eventuell schwieriger.  Immerhin kann ich den Wert „guter Geschmack“ knapp über dem Überlebenswillen verordne.

Der  Wunsch, den ich euch bisher verschwiegen und der bei mir auch dominant ist,  meine Familie  nämlich mit dem Essen glücklich zu machen, würde ich dagegen höherwertiger als die zuvor genannten Beispiele veranschlagen, womit dann auch die Überlegung, warum das so ist, durchaus  Sinn macht.

Über letztere Fragestellung muss ich in der Tat noch eine Weile nachdenken, derweil ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen möchte. Deshalb verrate ich euch: Ich wurde satt, mir hat es geschmeckt und meinen Söhnen gleichfalls, auch weil es  Fleisch war und kein vegetarisches Imitat.

Hätte ich nämlich vegetarische Klopse fabriziert, hätte ich den Unwillen meiner Familie hervorgerufen, was wiederum auf meinen persönlichen Erfahrungswerten beruht.

Eine Anmerkung sei mir noch erlaubt:

Gerade die vegetarische Ernährungsform  wird bei viele Menschen als „gut“ angesehen.  Diese hätten mir also beim Fleischverzicht Beifall geklatscht, derweil meine Söhne ein langes Gesicht gemacht und ich schließlich  – klammheimlich – die Klopse in den Mülleimer geworfen hätte. … jedoch STOPP: Essen schmeißt man nicht weg!

Fortsetzung folgt! Teil 2