Alles erledigt und offen für das Neue! 

EH, Mischmaterialien, 29 x 39.5 cm, Rauhnächt 2017/18

Die Weihnachtstage habe ich im Kreis meiner Familie verbracht. Endlich war Zeit, um die Serie meiner Blogbeiträge über meine Rumänien-Rundreise fertigzustellen. Die Zeit der Dunkelheit gab auch genug Gelegenheiten, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen. Bücher konnten gesichtet werden und ich stellte fest, dass, selbst wenn für ein halbes Jahr der Kontakt zur Außenwelt abreißen würde, ich genug zu lesen und zu bedenken hätte.

Die Neujahrskartenlegung bestätigte mir das, was ich ohnehin schon wusste, führte es mir aber noch einmal eindringlich vor Augen. Diesmal nutzte ich das an das Crowley-Tarot  angelehnte „Black Flame Tarot„.

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KULTurWEGE … kunstWEGE … KUNSTmagie und KULTplatzentdeckungen

Risikomanagement, Detail
Risikomanagement, Detail, unfertig

Bildende Kunst ist quasi eine Landschaft auf Leinwand; eine Installation ist eine imaginäre Landschaft, die in dem objektiven Raum gesetzt wird; eine Performance bespielt die Landschaft und stellt dadurch eine Öffnung zu magischen Raumerfahrungen her.

Wandern kann eine Art von persönlicher Performance sein, in der wir unseren eigenen mythologischen Mustern folgen oder uns – auch das ist legitim – von den historisch-mythologischen Bedeutungen von Landschaften inspirieren lassen.

„Der Mensch bewegt sich, um ein Bedürfnis zu befriedigen. Mit seiner Bewegung zielt er auf etwas hin, das für ihn von Bedeutung ist. Das Ziel seiner Bewegung ist leicht zu erkennen, wenn diese sich auf ein konkretes Objekt richtet; es können aber auch immaterielle Dinge sein, die eine Bewegung auslösen.“ (Laban, Rudolf von: Die Kunst der Bewegung. Wilhelmshaven 2003, S. 9)

Ich werde Kultplatz-Finderin und greife als solche auf archäologisches und geschichtliches Wissen zu, bediene mich aber auch volkstümlich-literarischer Überlieferungen, historischen Wunschdenkens (z.B. das Matriarchat!) oder spiele gänzlich mit subjektiv-künstlerischen Systemen, die ich auf die Landschaft – zu deren und meiner Freude – projiziere. Dadurch erschaffe ich intuitiv ein Resonanzfeld, in das sich nicht nur der Geist des Ortes manifestieren kann, sondern das auch das magische Wachstum und Gewahrsein einzelner Individuen, die sich an dieser Arbeit beteiligen möchten, begünstigt. Die blaue Blume öffnet den Berg.

Wenn du dabei sein möchtest, nimm bitte Kontakt mit mir auf. Weitere Infos: hier.

Über die Macht und Ohnmacht der Frauen

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Als Frau nimmt man sich zurück. Als Frau ist man nicht ganz in seiner Kraft.

Das fällt normalerweise nicht auf, das geht fast unmerklich vonstatten. Es fällt nur auf, wenn man einem Mann sieht, der das tut, was man selbst alltäglich macht, dies aber in einem Selbstbewusstsein, das nur dadurch Kraft schöpfen kann, nicht ständigen klammheimlichen Restriktionen unterworfen zu sein. Das tut man nicht … Das darf man nicht … Das kann dir aber falsch ausgelegt werden … Und so nehme ich mich also zurück – in meinem Bedürfnissen, in meinem Sein, nehme Rücksicht, doch niemals gibt es Dank dafür. Meine Stimme findet kein Gehör, verhallt in den Weiten des realen und auch des virtuellen Lebens. Wenn aber ein Mann ähnliche Gedanken äußert, dann geht ein Raunen durch den Saal. Das ist ja großartig. Und wenn der männliche Guru Heilung verspricht, dann fallen die ungehörten Weiber auf die Knie. Devot.

In Irmtraud Morgners Roman Amanda  schreibt die Autorin  über den Machtverlust der Frauen in mythologischen Worten, indem sie auf die Zauberberge Bezug nimmt.

Gewisse Frauen pflegten dort Geselligkeit, sammelten Kräuter und Mineralien, kochten Arzeneien und versuchten etwas zu brauen, das die Ordnung verwünschen konnte.

Den gewissen Männern, die den Bergsteigerinnen folgten, war Geselligkeit nicht verwehrt. Deshalb konzentrierte sich das Interesse dieser Männer auf die anderen Tätigkeiten der Frauen. Und Männer und Frauen erkannten erfreut, dass ihre Ordnungsträume einander ähnelten.

Diese Erkenntnis und ordentliche Gewohnheit führte die Männer zu dem Entschluss, Brauen in Regie zu nehmen. Während der Regiearbeit wurde die Brauarbeit zur Facharbeit spezialisiert. Und die Facharbeiter  brauchten viel Platz, viel und immer mehr.

Also, dass für die Frauen – seit Regiebeginn von den Männern als Zuschauer spezialisiert – nun kein Platz mehr auf dem Brocken war.

Die Frauen wurden beurlaubt.

Und zwei Stimmen lachten auf sie ein. Von oben eine und von unten eine. (S. 148/149)

Dieser weibliche Machtverlust nimmt momentan an Fahrt auf. Die um sich greifende Islamisierung mit ihrem rückständigen Frauenbild in unheiliger Allianz mit einer weiterhin ungebrochenen Werbeästhetik, die Frauen (mittlerweile aber auch Männer) auf ihre Körperlichkeit reduziert, wird ihr übrigens tun, um  die zukünftige Generation in das Korsett von Botox, Magersucht und Fitnessoptimierung und gleichzeitig auch noch unter das Kopftuch einer patriarchalen Männlichkeit von  „Respekt“ und Ehrverletzungen zu pressen. Parallel dazu werden sich die Menschen, die darauf angewiesen sind,  sich den Geld-Eignern „verdienbar“ zu machen,   immer mehr zu Arbeits-Zombies und Konsumentinnen degeneriert, wobei die Frauen, um dies zu bewerkstelligen,   willfähig  auch noch ihrem jahrtausendealten Einfluss auf die zukünftige Generation an eine Rundum-Versorgung in Kitas und Ganztags-Erziehungsanstalten übertragen. Kritiklos und scheinbar zu ihrem Vorteil: so wird es zumindest verkauft und leider auch geglaubt.

Tragisch  nur, dass das  hier aufgezeigte im allgemeinen Meinungsbild  so vehement bestritten wird, obwohl – dies ist mittlerweile leider meine Überzeugung –  die  emanzipatorische Rezension, die Frauen  erfahren,  Ausmaße erreicht hat, die kaum noch erträglich sind. Allah und all den Ignoranten,  Medien-Krämerinnen und -Gläubigen sei Dank. Michael Houellebeq nennt es, allerdings auf die ganze westliche Gesellschaft bezogen,   – ganz richtig – Unterwerfung.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken brauchen wir große, ganz starke Frauen als Symbolfiguren, gerne aus der Mythologie, damit sich unsere Projektionen nicht an schnöden Realien stören und wir so ungebremst  Utopien erdenken können, die uns die Kraft geben, die destruktiven Entwicklungen aufzuhalten. „Es ist fast schon zu spät dafür“, spricht Kassandra.

Lies auch hier weiter: Chancengleichheit?

… oder mehr lösungsorientiert über die dunkle Göttin Kali.

 

 

 

Virtueller Kunstworkshop, Teil 2

Das Ergebnis meines virtuellen Kunstworkshops der letzten Woche gibt einen Eindruck davon, wie ein kreativer Prozess bei mir abläuft. Dies kann euch vielleicht animieren, es ähnlich zu versuchen oder aber eure kreativen Techniken mit meiner zu vergleichen.

Konkret habe ich ausgehend von einem zufällig ausgelosten Begriffes des Deutschen Wörterbuches von Jacob und Wilhelm Grimm in einem durchaus als tranceartig-schamanistisch zu beschreibenden Zustand Kornähren gemalt, die sich immer mehr zur Rune Othala verformten. Die Deutung dieser Rune habe ich dann erneut mit dem Begriff des Wörterbuches verknüpft, was wiederum neue Assoziationsketten freisetzte, die mich – was aber in der Video-Präsentation nicht eingearbeitet ist – letztendlich bis zu den Walküren, den germanischen Totendämonen, führten.

Mittels dieses spielerischen Prozesses kreiere ich, indem ich Kontexte verschiebe und das Bewusstseinsfeld der Synchonitäten für mich nutze, individuelle Mythologien, die aber durchaus das Kraftfeld tradierter Mythen berühren und mit ihnen wiederum in Dialog treten. Dies schafft einen rational-intuitiven Wachstumsprozess (Xeper!), kann aber auch – das ist quasi der doppelseitige Nutzen – das angesprochene Kraftfeld im objektiven Universum mäandernd-ausweitend befördern.

Und wie sieht es bei denjenigen aus, die ein solchermaßen initiiertes Kunstprodukt konsumieren – vielleicht sogar unwissend? Wird der Betrachter durch seine Rezeptionen und Interpretationen nicht auch in das Kraftfeld befördert, geht in das Gespräch damit und wird so selbst zum Teil des Stromes des Werdens? Und wenn er dies nicht ignoriert oder negiert, kann es ihn dann nicht auch befördern, sein Selbst beständig zu transformieren? Ist nicht genau dies die heilende Wirkung von Kunst, die sich als erweiterter „Aura“ -Begriff beschreiben lässt?

Zum Nachlesen: Vorstellung der Projektidee
Weitere Erklärungen zum Konzept der Individuellen Mythologien finden sich hier.

Wie stelle ich selbst einen Mythos her?

Shaman

In der Vergangenheit habe ich mich schon ausführlich mit dem Thema „Individuelle Mythologien“ beschäftigt, einer Kunstrichtung, der ich mich auch selbst zurechne. Schau auch hier: Individuelle Mythologien

Im Stil von Blogartikeln wie „Die zehn besten Tipps wie Sie …. können/machen/bekommen“ habe ich mich im Folgenden dazu inspirieren lassen, eine Anleitung zur Erschaffung eines eigenen Mythos, der eben nicht an ein Kollektiv gebunden ist, zu erdenken.

Dabei sind neun Punkte herausgekommen. (Neun deshalb, weil diese Zahl in meinem Weltbild eine gewisse Wichtigkeit besitzt! Und natürlich auch, weil all die populären Blogs und Medien die Zahl Zehn präferieren. Abgrenzung muss schließlich sein, zumindest für mich!)

Los geht es!

1. Dabei beginnen wir natürlich bei uns selbst aus und stellen uns die Frage, was will ich sein? Wenn ich mir selbst eine Theaterrolle auswählen könnte, welche wäre diejenige, die mir am meisten behagen würde? Wenn du so nicht weiterkommst, mache dir die Persönlichkeitsmerkmale bewuss, die du ablehnst und verwirkliche dann das Gegenteil: spielerisch!

2. Stelle dir dabei folgende Fragen: Welche Handlungen im aktiven Leben passen zu dieser gewählten Rolle?
Was kannst du jetzt im momentanen Alltag davon schon integrieren. Was dagegen fällt dir schwer? Welche Gründe gibt es dafür?

3. Eventuell musst du dein Rollenbild modifizieren. Vielleicht sind für dich „Abweichungen“ von deiner ersten Vorstellung des gewählten Ichs sinnvoll. Wiederhole den Prozess bei 1. und durchlaufe ihn so oft, bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist.

4. Gibt es mythologische Gestalten (Götter, Göttinnen, Helden) oder Romanfiguren, die dieser Rolle entsprechen? (Von der Wahl von real lebenden Personen rate ich ab, zu groß die Gefahr in einem devoten Guru-„Kult“ zu verfallen.)

5. Beschäftige dich mit den historischen, religiösen, literarischen, … Hintergründen deiner Vorbilder, ohne aber dein Gewahrsein dafür zu verlieren, dass du einen Mythos kreierst (Geschichte wird übrigens ähnlich „gemacht“, nur dass die jeweils Herrschenden dann vermessenerweisevon einer objektiven Wahrheit sprechen.  Sammle so viele Informationen über deine Vorbilder, wie dir möglich sind.

6. Verändere diese, auf der Grundlage des Bestehenden, in der Form, dass sie für dich wirksam sind. Erschaffe dir ein Bildnis!

7. Kreiere dir Symbole und Rituale, die dein Rollenvorbild manifestieren und dich eventuelle Blockaden überwinden lassen, die dich daran hindern, es im Alltag zu leben. Informiere dich über religiöse Zeremonien. Was kannst du von ihnen übernehmen?

8. Vergesse niemals, dass du die Erschafferin/der Erschaffer bist. Lass dich überraschen … lass dich aber nicht vereinnahmen. Wie ließ schon Goethe seinem Zauberlehrling sagen: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“

9.  Experimentiere mit neuen Rollenbildern, wenn dir dein altes nicht mehr behagt. Rufe Teilpersönlichkeiten, Feierabend-Ichs, Archetypen und Fastnachtslarven ins Leben, ganz wie es dir beliebt.  Werde, was du dir erdacht hast.  Multipliziere dich und sei dabei ganz du selbst.

Pan

 

Als ich das kleine A3- Bild  vor zwei Monaten begonnen hatte, wusste ich noch nicht, dass es eine Hommage an Pan, den griechischen Gott der Vegetation, hinter dem sich der ägyptische Sonnengott Amun-Ra verbergen soll, werden wird.  Der Hirtengott Pan lebte einst in Arkadien,  was einerseits – ganz real –  eine Landschaft im Zentrum des Peloponnes darstellt, andererseits aber  eine mythische Landschaft, eine bukolische Phantasie ist, mit deren poetischer Darstellung  der Dichter Virgil einst der Endzeitstimmung seiner Zeit mit einer Phantasie eines Goldenen Zeitalters begegnen wollte.

Auch in der Folgezeit  blieb Arkadien ein künstlerisches Topos, das uns mit einer entspannten Schäferwelt, die durch lustvolle Hirten und Schäferinnen, Pans, Satyrn und Nymphen, Musik und Poesie charakterisiert ist, erfreut.

Doch mein Bild zeigt diese Utopie nicht, sondern führt eindrucksvoll vor Augen, was aus Arkadien  in der Endzeitstimmung des Jahres 2012 geworden ist:  Die Topographie des Glücks ist zum Nicht-Ort verkommen und Pan bleibt so nichts anderes übrig, als seine dämonischen Qualitäten zu zeigen, die auf  ihn, den freundlichen Gott,  im Laufe der  christlich geprägten Jahrhunderte projiziert worden sind und die ihre Wirkung auf Pan nicht verfehlt haben. So ist er jetzt in der Lage, Zerstörer zu sein, der gerade durch sein nur scheinbar  dunkles Werk eine  Welt entstehen lässt, die, indem sie seiner Natur gemäß ist,  auch für uns eine freudvollere Existenz als die jetzige ermöglichen wird.