GartentrÀume in Wörlitz

Gotisches Haus

Schon 1790, kurz nach seiner Vollendung, zĂ€hlte der Landschaftsgarten in Wörlitz zu den wichtigsten  SehenswĂŒrdigkeiten Europas.

Nicht jeden wird er bekannt sein. Er lohnt aber durchaus einen mehrtÀgigen Aufenthalt.

Ich war leider nur fĂŒr vier Stunden dort. Gut die HĂ€lfte davon verbrachte ich in der Gastronomie bei gehaltvollen GesprĂ€chen. Danach nahm ich an einer kurzen FĂŒhrung durch den Park, eine Schöpfung von FĂŒrst Friedrich Franz von Anhalt-Dessau und seines Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff,  teil. „GartentrĂ€ume in Wörlitz“ weiterlesen

Teetempel

 

Es ist eine EinschrÀnkung unseres Erkenntnisvermögens,
wenn wir nur die Methoden, die heute in Laboratorien angewandt werden, ausĂŒben.
WÀre die Natur ein Mechanismus, so wÀren diese Verfahren ausreichend. Die
Schönheit der Welt bezeugt, dass hinter den Sinneserscheinungen nicht bloß ein
Mechaniker, sondern auch eine KĂŒnstlerin wirkt. Im Mittelalter kannte man sie als die
Göttin ‚Natura‘. Auf Namen kommt es nicht an. Will man aber zu dem Erleben und
der Erkenntnis eines Wesenhaften in der Natur und in der Kulturgeschichte
gelangen, ist die Kunst die geeignetste Auslegerin dieser SphÀre. Die spirituellen
Zeugnisse der Vorgeschichte sind ohne einen originÀren neuzeitlichen Zugang zu
diesen Bereichen nicht sachgemĂ€ĂŸ verstehbar.

Diese Zeilen fand ich unlÀngst auf den Seiten des Forschungskreises Externsteine.

Und welcher Platz wĂ€re geeigneter gewesen, um der Wahrheit hinter diesen Zeilen nachzuspĂŒren, als der sogenannte „Teetempel“ in Derneburg! Er vereinigt klassizistischen Charme mit einer wild wuchernden Waldlandschaft, die einst, als dieses GebĂ€ude erbaut wurde,  nicht vorhanden war.  Da bot der  Tempel einen freien Blick auf  die Gartenanlagen und das Schloss.

Ich trank dort meinen Tee, ganz wie der Graf, der dort „die englische Sitte des Teetrinkens zelebrierte“ (aus: Laves-Kulturpfad BroschĂŒre, siehe hier). Dann fing es an zu regnen.

 

Laves Teetempel