Komm zur Ruhr! Essen, Teil 1

Letzten Samstag ging es ins Ruhrgebiet zum Bloggertreffen #RBRUHR, organisiert von Travel on Toast und Teilzeitreisender.  Normalerweise bin ich es gewohnt, mir vor einer Reise ein Programm zusammenzustellen, diesmal aber ließ ich mich von dem überraschen, was die Organisatorinnen in Zusammenarbeit mit den Sponsoren (s. Offenlegung) zusammengestellt hatten.

Erst einmal  ging es für mich ganz  unspektakulär von der  Essener U-Bahnhaltestelle Hauptbahnhof, die in ein auf mich surreal wirkendes blaues Lichtspektakel getaucht war, mit der Linie 11 zur Haltestelle Messe Ost/Grugapark. Dort checkte ich  in das Atlantic Congress Hotel ein und inspizierte mein Zimmer für die kommende Nacht.

Das sah schon einmal luxuriös aus. Insbesondere freute ich mich über die Klimaanlage, denn das Thermometer zeigte bereits eine Außentemperatur von 29 Grad. Nach einer kleinen Abkühlung in der Dusche begab ich mich in den Konferenzraum, wo ich die anderen Blogger und Bloggerinnen kennenlernen durfte und wo wir eine kleine Einführung darüber erhielten, was wir am Wochenende zu erwarten hatten.

Nach dem Mittagessen auf der fantastischen Dachterrasse des Hotels, startete ein Teil der Gruppe zu einer Entdeckungsreise zum Thema “Grüne Hauptstadt Europas”.

Grüne Hauptstadt Europas? Allgemeinhin verbindet man als Auswärtige/r  den Ruhrpott  wohl eher mit rauchenden Schloten und Kohlestaub. Allerdings gehört dies schon längst Vergangenheit an. In den vergangenen Jahren hat die Stadt, auch gerade im Vorfeld der Bewerbung um die Auszeichnung, große Anstrengungen unternommen, alte Industriestandorte zu renaturieren und eine “grüne Infrastruktur” zu implantieren, was der Erkenntnis vorausgeht, dass für den Erfolg eines Stadtraums nicht nur technische und soziale Komponenten eine Rolle spielen, sondern auch eine Umwelt mit vielen Grünflächen eine zentrale Bedeutung einnimmt.  Das Grün in der Stadt stärkt  nicht nur die  “Resilienz”  (was für ein furchtbares Modewort!)) ihrer Bewohner/innen, sondern führt auch zu einer Identifizierung  mit ihrer Heimat, die im Neusprech der Politiker/innen allerdings eher als “Identifizierung” bezeichnet wird.

Da Essen hohe Umweltstandards erreicht hat und auch weiterhin ehrgeizige Ziele in Hinblick auf eine grüne Stadtumgebung, Verbesserung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung verfolgt, führt Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“, was umso erfreulicher ist, als dass hier erstmalig eine ehemalige Stadt der Montanindustrie, die sich selbst zur “grünen” Stadt transformiert hat, ausgezeichnet wurde.

Dieser Verwandlungsprozess ließ sich dann auch eindrucksvoll bei der Industriekultur-Tour erleben. Mit dem Reisebus fuhren wir zuerst zum Landschaftspark Duisburg-Nord. Viele weitere Zwischenstopps folgten. “Komm zur Ruhr! Essen, Teil 1” weiterlesen

Vom Rosengarten zum Opferberg!

In Bad Frankenhausen befindet sich das Rosarium Sangershausen, wo ich letztes Jahr eine fast schwarze Rose bewundern durfte.

Rosen sind in Deutschland erst um 800 n. Chr.. eingeführt wurden.

Ein Friedhof wurde auch als Rosengarten bezeichnet, handelte es sich dabei schließlich häufig um eine mit Dornen umrankte Begräbnisstätte und so schläft auch das Dornröschen ihren hundertjährigen Schlaf inmitten von Heckenrosen, die beständig wachsen und wachsen und alles, was lebendig ist,  einbetten in ein Grab von Blüten und Dornen, bis dann endlich der Prinz auftaucht, der nicht halten wird, was er verspricht.

In Hildesheim gibt es den tausendjährigen Rosenstrauch.

11012011986

Die Kreuzgänge von Kirchen und Klöstern wurden mit Rosen bepflanzt, auf dass die Toten, die hier bestattet wurden, inmitten von Rosen lagen.  Der Hildesheim Dom ist meiner Meinung nach durch die Restaurierung und Modernisierung entsakrilisiert , ursprünglich aber auf einem Platz der Göttin angelegt worden, der im Zuge der Christianisierung mit Rosen in Verbindung gebracht wurde.

11012011989
Bernwardstür
11012011991
Radleuchter

Diametral entgegengesetzt zum Dom befindet sich die Michaeliskirche, die  Irminsul-Darstellungen auf den Säulen aufweist. Die Michaeliskirche stellt sozusagen das dem weiblichen entgegengesetzte männlich konnotierte Heiligtum, das sich bis auf den Zierenberg  hinauf erstreckt. Der heilige Michael im Namen von Kirchen und Orten verweist  auf Thor und Thyr, den Göttern  des Kampfes und des Sieges also.

Und so folge ich dann der Zierenbergstraße nach oben. Ein kleines Schild aus alten Zeiten weist auf eine “Opferstätte für den germanischen Kriegsgott” hin und wirklich handelt es sich bei der barocken St. Mauritiuskirche, die  auf dem einstmaligen germanischen Heiligtum errichtet wurde, um einen beeindruckenden Kraftort.

 

11012011999#1

Barocke Innenansichten laden zum Verweilen ein.  Grabungen legten hier eine kleine Taufkapelle frei, die aus der Frühzeit der Christianisierung der Franken stammen soll.

110120111002

110120111003

Ein herbstlicher Blick vom Zierenberg hinab auf Hildesheim, lässt mich darüber nachdenken, wie das, was in Vergessenheit zu fallen scheint, wieder zur neuer Blüte erwachen könnte? Rosenblüte eben.110120111004

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Ein unbequemer Ort!

 

Die kleine Broschüre von 1933 (Verf.: Dr. Karl Henkel) beginnt folgendermaßen:

“Einer der lohnendsten und genussreichsten Ausflüge in de landschaftlich so viel Schönes bietende Umgebung Hildesheims ist die Tour zum Jägerhause, einem in tiefer Waldeinsamkeit im Heinberge gelegenen, im Besitze des Grafen Münster zu Derneburg befindlichen Jagdschlösschen, mit dem eine Restauration verbunden ist.”

Auch im Jahre 2014 bin ich noch entzückend vom Ort, der mittlerweile vollkommen vergessen zu sein scheint. Das Jägerhaus ist geschlossen und die Hubertuskapelle, die direkt unterhalb der ehemaligen Restauration liegt, lässt sich nur erreichen, indem man wahlweise über ein kleines Gatter oder – andere Möglichkeit – über umgefallene Bäume klettert. Dann endlich stehe ich vor der Sandsteinfelsenwand, die – hier noch einmal das alte Heftchen – “in ihrem Schoße die Kapelle birgt”.

Ich frage mich, ob es hier einst eine vorchristliche Opferstelle gegeben haben könnte. Immerhin:

“Abweisen wollen wir die Möglichkeit nicht ganz. Ein direkter Anhalt dafür aber ist nirgends vorhanden. Benachbarte Klippen tragen auf die alte Zeit hinweisende Namen: so die Ostara-Klippe. Für die Jägerhaus-Gegend und Jägerhaus-Klippen aber fehlt ein Name aus früherer Zeit, und somit bleibt die Annahme einer heidnichen Opferstätte nur Vermutungssache.”

Jedoch: Eine Reihe von illustren Gästen des 18. Jahrhunderts haben sich im Stein verewigt, nicht aber Hermann Göring, der in seiner Funktion als Reichsjägermeister dort mehrmals das Reichshubertusfest feiern ließ. Der hintere Anbau des Jägerbaus resultiert aus dieser Zeit; die Hakenkreuze lassen sich noch erahnen.

Insofern handelt es sich hier um ein durchaus “unbequemes Baudenkmal”, das die Frage aufwirft, wie mit Orten umgegangen werden soll, die während der nationalsozialistischen Zeit “überhöht” und ideologisch instrumentalisiert worden sind.

Der erschwerte Zugang zur Kapelle, die im Übrigen versperrt ist, bekommt so eine neue Konnotation und scheint mir letztendlich kein adäquater Umgang mit geschichtlichen Zeugnissen zu sein, die als “Störung” empfunden werden können.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Kyffhäuser

Sehr imposant ist das Kyffhäuserdenkmal, das – um hier einmal ein menschliches Bezugssystem als Vergleich zu wählen – wie ein gewaltiger Arm ist, der sich kräftig in den Himmel reckt, um die Erdenergie des Kyffhäusergebirges in den Himmel abzugeben.

Empfehlenswert ist es, sich von Kelbra aus, über die alte Alleestraße und durch pittoreske Obstplantagen hindurch, langsam dem Kyffhäuserdenkmal zu nähern.

Fritz Fenzl hat in seinem Buch „Magische Orte in Deutschland“ (Rosenheim 2011, S.179) das Kyffhäusergebirge als einen „wichtigen Ort des abwartenden Schlafens und des gewaltigen Wiederkommens“ bezeichnet. Leider erklärt er dabei nicht, was er damit genau meint. Ich nehme allerdings an, dass dahinter der Gedanke steht, dass der Kraftort darauf wartet, als ein solcher wahrgenommen zu werden und dass die Tore zur Anderswelt noch verschlossen sind, sich aber erneut öffnen möchten.

Und auch mir kam die Energie, während meines sommerlichen Aufenthaltes in Kelbra, nicht wirklich fassbar vor. Ich bin dort auf die Suche nach einer energetischen Wahrnehmung gegangen, die sich aber nur schwerlich offenbarte – jedenfalls nicht auf der schroffen Seite des Kyffhäusergebirges, die dem Südharz zugeneigt ist und auf der sich oberhalb der Königspfalz Tilleda, die Ruinen der Unterburg und schließlich die eigentliche Kyffhäuser-Burg mit ihrem imposanten Denkmal erheben.

Dieses – auf einer intuitiven Ebene – nicht Greifbare, was ich dort erlebte, würde ja durchaus Fritz Fenzls Beobachtung stützen. Ich wollte es jedoch genauer wissen. Insofern war ich zweimal beim Denkmal gewesen: das erste Mal ziemlich am Anfang meines Aufenthaltes, das andere Mal am Ende. Und beim zweiten Mal kamen mir die schlummernden Energien dann „lebendiger“ vor und ich konnte mich dem imposanten Denkmal, bestehend aus einem Turmbau, der an eine imposante Walhalla-Burg erinnert und der sich aus einer künstlichen Grotte erhebt, neu annähern.

Was war in der Zwischenzeit geschehen? Ich war in Bad Frankenhausen gewesen, allerdings zu kurz, um die Salzstadt wirklich zu würdigen, war danach aber – eher notgedrungen, da das öffentliche Busnetz in diesem Landesteil desolat zu sein scheint – über das ganze Gebirge zurück zum Denkmal gewandert. So hatte ich – wenn auch nicht willentlich – die Energien der Südseite des Gebirges zum Norden getragen. Dies ist – eine mutige Hypothese – vielleicht die Voraussetzung dafür, dass sich der Kraftort mir ein wenig „entschleierte“, zumal die gespürten Energien auf beiden Seiten des Kyffhäusergebirges für mich als diametral entgegengesetzt fühlbar waren.

Das südliche Gebirge ist von weiblichen Energien getragen, die nördlichen, steil abfallenden Höhenzüge sind jedoch von männlichem Herrschaftsdenken dominiert.

Diese Wahrnehmung wird auch von den historischen Fakten unterstützt, die mir – zumindest in Bezug auf den südlichen Teil – zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt waren.

In der Nähe von Bad Frankenhausen finden sich nämlich sogenannte „Kannibalen“höhlen, in denen veneto-illyrische Feldbauerinnen, noch bevor die Germanen das Frankenhäuser Tal besiedelten, einer chtonischen Fruchtbarkeitsgöttin geopfert hatten. In einem der Höhlenheiligtümer fand sich gar ein hölzerner Spinnwirtel, „das Symbol der spinnenden Unterweltgottheiten, der Fruchtbarkeitsgöttin aus dem Kreise der Nerthus-Gottheiten, in deren unterirdische Behausung der heilige See und das heilige Moor führten.“ (nachzulesen bei: Behm-Blancke, Günter: Höhlen. Heiligtümer. Kannibalen. Leipzig 2005, S. 238)

Und so sind sie immer noch präsent – die weiblichen Wesen, die hier einst verehrt wurden, vielleicht später auch noch von den germanischen Eroberern, die sich einen direkten Zugang zum begehrten Salz schaffen wollten und deshalb die Gegend der Goldenen und Diamantenen Aue besiedelten,

„Die Germanen gelüstete es nach dem mitteldeutschen Salz, das sie bisher nur als kostbares Tauschmittel erhalten hatten. Zum Schutz gegen die feindlichen Absichten ihrer Nachbarn errichteten die mitteldeutschen Volksstämme nunmehr im Grenzgebiet, längs des Kyffhäusers und des Harzes, eine Reihe von Burgen. Wir wissen nicht, ob sie Schauplatz heißer Kämpfe wurden, aber wir wissen, dass die Veneto-Illyrer unterlagen. Sie gingen in den Kelten und Germanen auf.“ (ebd., S. 21).

„ (….) die alte venoto-illyrische Muttergottheit war der germanischen wesensähnlich“ (ebd., S. 236),

und so ist anzunehmen, dass die Göttin – nun wohl unter einem anderen Namen – auch später noch verehrt wurde. Geschichten, als abgesunkene Mythen sozusagen, erzählen immer noch davon, dass gute Menschen, die sich auf den Zauberberg verirren, Glück und Segen empfangen, böse jedoch mit einer Strafe rechnen müssen (nach: Ebd., S. 24).

Auf der nördlichen Seite ist von weiblichen Gottheiten wenig spürbar. Diese Seite ist geprägt von einer großen Burganlage, auf der sich das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal erhebt. Es wurde in der Regierungszeit von Wilhelm II. zu Ehren von Wilhelm I. errichtet. Vom Architekten Bruno Schmitz, der auch das Leipziger Völkerschlachtdenkmal entworfen hatte, wurde dabei das Reiterbild Wilhelms I. über eine Darstellung von Kaiser Barbarossa gestellt und damit in Zusammenhang mit der bekannten Kyffhäusersage gebracht, in der Barbarossa im Berg wohnt und darauf wartet, ihn verlassen zu können. Dass es sich in Wirklichkeit in der mittelalterlichen Sage um Barbarossas Enkel Friedrich II. handeln muss, der sich wünschte, das Römische Reich Deutscher Nation von der Macht der Kirche befreien zu können, ist ein Fehler, der sich durch eine Verwechslung des Stadtarztes Adelphus zu Landshut schon seit dem 16. Jh. festgeschrieben hatte.

Wie dem auch sei: Die künstlerische Darstellung Barbarossas erinnert an Wotan, was eben nicht nur eine Reminiszenz an wilhelminische Germanenverehrung sein kann, sondern es scheint auch möglich zu sein, dass die mittelalterliche Sage auf eine frühere Wotanverehrung am Berg hinweist; die vielen „Kegel“sagen, die am Kyffhäuserberg lokalisiert sind, verweisen jedoch auf den Donnergott Thor.

wpid-PICT0068-2011-09-12-22-31.jpg

Die männliche Energie der nördlichen Seite des Berges scheint also schon bis in frühgeschichtliche Zeiten zurückzuweisen. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass Sinn und Zweck des im 19. Jahrhundert errichteten Denkmals war, ein Bollwerk gegen äußere und innere Feinde zu zementieren. Kriegervereine, in deren Auftrag das 81 m hohe Monument errichtet worden ist, wollten mit Hilfe von solch großen Denkmälern, und das Kyffhäuser-Denkmal ist ja nur eines von vielen, die Reichseinheit betonen und sich gleichzeitig von der Sozialdemokratie abgrenzen.
neobarocke Baustil des Denkmals betont die imperialistische Intention des damaligen pompös-repräsentativen Zeitgeistes. Die heutigen Motorradfahrer, die den Kyffhäuser als Rennstrecke missbrauchen, setzen die Tradition des männlichen Testosterons ungebrochen fort.

Weiblichen und männlichen Energien des Gebirges verlangen nach einem Ausgleich. Vielleicht stellt  die Quelle des „Heiligen Borns“, der  auf der nördlichen Seite  des Gebirges gelegen  ist, den gesuchten Ort dar, wo beide zu einer Transformation zusammengeführt werden können. Dies ist allerdings nur eine Vermutung. Hier müsste geomantisch weiter geforscht werden, um so dem Ort sein Potential zurückzugeben.
wpid-PICT0191-2011-09-12-22-31.jpg

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Bad Pyrmont

Da wollte ich vorgestern nur einmal in das nächstgelegene Wellenbad gehen und habe dadurch einen Kraftort gefunden, der seinesgleichen sucht: Bad Pyrmont.

Ich muss gestehen, dass ich mich im Vorfeld nicht sonderlich informiert hatte. Ja, die Eintrittspreise des Schwimmbades hatte ich “gegoogelt” und ich wusste, dass es dort einen wunderschönen Kurpark geben sollte. Das war es aber schon. Spätestens aber, nachdem ich, nach dreistündigem Badevergnügen, zum Picknick auf der Brunnenstraße saß, inmitten einer Geräuschskulptur, wurde mir deutlich, dass dieser Ort ganz und gar “besonders” ist. Das undefinierte Gefühl, hier einen Kraftort besucht zu haben, durchströmte mich. Und genauso, wie mir Hannover immer Lebensenergie raubt, so fühlte ich mich hier angenehm aufgeladen, und das lag nicht nur an der angenehmen Ähnlichkeit der Stadt mit dem marod-italienischen Ambiente von Bad Ems, was ich auch sehr liebe.

Hier, in Bad Pyrmont, waren starke, ganz starke Energien spürbar. Der Besuch im Kurpark, wo mich die Riesenbäume begeisterten, brachte keine Aufklärung, doch spätestens, als ich den “Hylligen Born” betrat, verdichtete sich das Gefühl, hier das Zentrum eines außerordentlichen Ortes zu besuchen. Selbstverständlich trank ich mich durch die verschiedenen Quellen, um dann auf dem Vorplatz des Gebäudes sprudelnde Wasserquellen unter Plexiglas zu sehen. Mein Blick fiel auf eine kleine Metallplatte, wo irgendetwas von “Geomantie” stand, genug, um mich neugierig zu machen.

Jetzt habe ich nachgelesen und erstaunt festgestellt, dass Bad Pyrmont einen “geomantischen Spaziergang” implementiert hat und dass mein Gefühl, hier einen Kraftort, der seinesgleichen sucht, vor mir zu haben, schon viele Menschen vor mir wahrgenommen haben. Schau hier: Kraftort

Ich muss also wiederkommen und mir Zeit für diesen Ort nehmen. Nun … die Dunsthöhle, wo Kohlendioxid austritt, hatte ich noch besucht. Leider hatte ich meinen Fotoapparat vergessen, sonst würdet ihr an dieser Stelle die riesigen, schillernden Seifenblasen sehen, die auf unsichtbarem CO2 tanzen. (Mehr dazu: Dunsthöhle) Wunderschön!

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Die “Alte Taufe”

Einmal im Monat gehen wir – das ist eine Gruppe von interessierten Hannoveraner/inne/n – gemeinsam  wandern. Dabei verknüpfen wir das Wandern mit spirituellen Themen und lernen darüber hinaus die  nähere Umgebung kennen.

Das letzte Mal waren wir  hier:

Alte Taufe. DetailAlte Taufe

Das ist die „Alte Taufe” und mein Sonntagsausflugs-Führer von Ingeborg Müller sagt dazu:

„Dabei ist dieser sagenumwobene Stein einen Besuch wert, auch wenn seine Geschichte recht blutrünstig ist. Offensichtlich ist dieser mächtige Steinquader mit seiner schüsselartigen Vertiefung von Menschenhand behauen. Angeblich sollen hier einst in dem von Cheruskern bewohnten Gebiet Blutopfer durch das Schlachten von weißen, als heilig angesehenen Pferden erbracht worden sein. Sie galten dem germanischen Kriegsgott Tiu, von dem auch der Name Deister abgeleitet werden kann. Später aber habe ein heidnischer Adliger auf jenem Stein, der damals inmitten eines Burghofes gestanden haben soll, die Erstgeborenen der von ihm besiegten Christen geopfert, ehe er sich dort voller Reue als Christ taufen ließ. Damit wurde die ‘Alte Taufe’ zum Taufstein.” (S.51 f.)

Nun, mich selbst interessieren die germanischen Wurzeln mehr als die christlichen Schauergeschichten, die später auf die alten Kraftplätze projiziert worden sind. Insofern nehme ich an, dass an diesem Stein früher Recht gesprochen worden ist, schließlich ist Tiu oder auch Tyr der Gott des Things, des Rates also.

Doch er ist noch viel mehr: Genauso wie Odin, der ihn später verdrängte, ist er der große Himmelsgott. Ihm ist eine eigene Rune zugeordnet. Es ist ein Pfeil, der nach oben zeigt und den die Krieger einst auf ihre Speere zeichneten.

Diese Rune steht für Gerechtigkeit und verweist durch ihre aufstrebende Form auf das Irminsul, womit ich dann – für alle, die es verstehen wollen – den Zusammenhang zu den Externsteinen hergestellt habe.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Was ist ein Kraftort?

Da  ich ja im letzten  Artikel von Kraftorten gesprochen habe, stellt sich die Frage, woran ich  solche erkenne.  Nicht alle haben ja so bezeichnende Namen wie “Hexentanzplatz” und verweisen so schon, allein durch den Namen, auf ihre energetischen Qualitäten.

Leichter, als diese Frage zu beantworten, ist zu bestimmen, was kein Kraftort ist.  Für mich ist ein starkes Beispiel für einen solchen  “Un-Ort” die U-Bahn.  Hier ist ein Haufen Menschen auf kleinstem Raum in einer unästhetischen Umgebung zusammengepfercht. Die meisten  stehen unter Spannung, sind im Stress und jenseits von innerer Ausgeglichenheit. Parallel dazu läuft eine Beschallung durch das Fahrgastfernsehen mit Werbung, nur unterbrochen von vereinzelt auftretenden, militant aussehenden Kontrolleuren. Wahrlich …. das ist  ein Ort, wo Energie verlorengeht.

Wenn ich jetzt  die aufgezählten Merkmale umkehre, dann können wir meine Ausgangsfrage schon verkürzt beantworten. Aus “unästhetisch” wird  dann “schön”, aus “Begrenztheit” wird “Weite”, aus “Stress” und “Bewegung” wird Ruhe, aus “Militanz” wird Frieden.  Ein Kraftort muss also ein schöner und  weiter Ort sein, der Ruhe und Frieden ausstrahlt.

Wenn ich einen Kraftort auf diese Art und Weise definiere, dann lässt  sich ein solcher  auch von Menschenhand erschaffen. Landschaftsarchitekten und solche, die es werden wollen, können Orte kreieren, in denen die Erdenergien frei fließen und die Menschen, Tiere und Pflanzen erreichen können.  Auch in der eigenen Wohnung,  im Haus oder am Arbeitsplatz lassen sich solche Orte erschaffen.  Feng Shui gibt dazu Anregungen, sollte aber – meiner Meinung nach – nicht wie ein Dogma behandelt werden. Was einst in China seine Gültigkeit hatte, muss für uns, im westlichen Europa, nicht stimmig sein.  Gestaltungsanregungen kann diese Lehre aber sicherlich geben!

Im Gegensatz zum selbst erschaffenen Kraftort weist ein natürlicher, ein vergleichsweise sehr viel höheres Energiepotential auf.  Erkennen lässt er sich durch bestimmte Landschaftsmerkmale, wie beispielsweise Felsformationen mit Höhlen, starken und prägnanten Pflanzenbewuchs und/oder eine Quelle oder einem Wasserfall. Häufig liegen solche Orte am Fuße eines Berges oder auf der Erhebung selbst.  Diese Orte sind teilweise mit Sagen verbunden und  mit Steinwällen, Kapellen, Kirchen etc. gekennzeichnet.

Sicherlich gibt es auch bei dir in der Nähe einen solchen Ort. Du musst dich nur auf die Suche machen! Informationen über Kraftorte finden sich hier: http://www.kraftort.org/

Baum

Bäume können, auch ohne dazugehörigen Kraftort,  unsere negativen Energien aufnehmen und sie  positiv verwandeln.  Du musst dich nur auf ein “Gespräch” einlassen.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF