Schmetterlinge, Blüten und verspiegelte Säle in Hannover

Als Vorbereitung auf meine Apulien-Reise habe ich mir den Roman  “Reise in die Nacht: Ein Fall für Avocado Guerrieri” von Carofiglio besorgt. Nun kann ich zu dem Buch noch nichts  weiter sagen, nur soviel, dass ihm ein Aphorismus von Laotse vorangestellt ist. Darin heißt es:

Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. (Laotse)

“Gaukler der Tropen” im Berggarten Hannover

Dies wiederum scheint mir eine gute Überleitung zum vorgestrigen Besuch des Berggartens in Hannover zu sein, wo sich noch bis zum  2. April rund 1000 Tagfalter im Tropengewächshaus beim Blütenbesuch oder bei der Nahrungsaufnahme an der Futterstationen beobachten lassen.

Hier ist ein Bananenfalter (Mexiko bis Peru) in einer Futterstation zu sehen.

Auch der folgende Schmetterling stammt aus Südamerika. Für die Ausstellung wurden Puppen aus Zuchtbetrieben in Costa Rica, Malaysia und anderen Ländern bestellt, die sich dann im tropischen Klima des hannoverschen Gewächshauses schnell zu prachtvollen Schmetterlingen entwickelt haben.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

Orchideen

Danach erfreute ich mich an den prachtvollen Orchideen.

Meine Orchidee, die ich vor einigen Monaten im Baumarkt erworben hatte, ist mir leider eingegangen, weil ich Fehler bei der Pflege gemacht hatte.

Hier aber sind Fachleute am Werk. Der Berggarten beherbergt eine der größten Orchideen-Sammlung der Welt. Ihre Geschichte geht bis auf das Jahr 1835 zurück. Unter dem Hofgärtner Hermann Wendland hat sich daraus eine systematische Sammlung entwickelt.

Nun schlenderte ich noch durch den Großen Garten von Herrenhauses, der sich, aufgrund des Kälteeinbruchs der vergangenen Wochen, noch im Winterschlaf zu befinden schien.

Die Grotte in den Herrenhäuser Gärten

Ursprünglich war diese mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückt und diente als Rückzugsort für die Hofgesellschaft.  Grotten stellen ein wichtiges Element des Barockgartens dar.

Bei dieser Außenfigur der benachbarten  Freitreppe, die im Krieg zwar unzerstört geblieben ist, aber nicht mehr am originalen Standort steht,  sind im Hintergrund Schnecken neu eingesetzt worden und sollen so verdeutlichen, wie  einst wohl auch die Innenraumgestaltung der  Grotte ausgesehen haben mag.

Schon im 19. Jahrhundert verfiel die Grotte; 1849 wurde sie ausgebessert und erhielt die  klassizistische Fassade, die auch heute noch zu sehen ist.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Grotte nochmals schwer beschädigt; der östliche Salon wurde im Januar 1945 durch einen Bombentreffer fast völlig zerstört. Erst kurz vor dem dreihundertsten Jubiläum im Jahr 1966 gelang die Instandsetzung des gesamten Gebäudes seinem Vorkriegszustand gemäß. Doch letztlich blieb auch diese Sanierung auf halbem Wege stecken und sicherte nur das äußere Bild der Grotte innerhalb der Gartenkomposition, denn nach wie vor blieb die Grotte für das Publikum geschlossen und wurde lediglich als Lagerraum für Gerätschaften zur Gartenbearbeitung und für Beleuchtungseinrichtungen genutzt. (Landeshauptstadt Hannover, Hrsg.: Niki de Saint Phalle – La Grotte, Hannover 2003, S. 14 f.)

Nach Plänen von  Niki de Saint Phalle wurde die Grotte von 2001 – 2003  künstlerisch umgestaltet. Sie selbst erlebte die Fertigstellung nicht mehr.

Es ist ein ganz wundersamer Ort geworden, der sich unbedingt einen Besuch lohnt.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Der zweite Tag in Venedig und meine Gedanken zur aktuellen Kunst-Biennale. Teil 2

Der Samstag begann mit einer zweistündigen Stadtführung durch Venedig.

Wir bekamen dabei ein Audiogerät und Kopfhörer ausgehändigt, sodass wir die Führung, trotz der Besuchermassen in Venedig, gut verfolgen konnten.

Wir hielten uns dabei lange Zeit auf dem Marktplatz auf und bekamen nähere Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten präsentiert. Danach schlenderten wir durch das Gewirr der kleinen Straßen von Venedig, begleitet von  durchaus unterhaltsamen Erklärungen unserer Führerin Elisabeth.

Die Figur auf der Säule soll den Sieg über das Heidentum darstellen.

Mir hat die Stadtführung sehr viel Freude bereitet  und ich kann sie unumschränkt empfehlen. Man sieht schließlich nur, was man weiß und eine professionelle Führung kann den  ersten Zugang  erleichtern. Danach sollte man sich dann die Zeit nehmen, um seinen eigenen Vorlieben nachzugehen oder sich einfach treiben zu lassen, um sich von dem überraschen zu lassen, was einen begegnet.  So ähnlich halte ich es auf all meinen Reisen. “Der zweite Tag in Venedig und meine Gedanken zur aktuellen Kunst-Biennale. Teil 2” weiterlesen

Kunstspielereien

Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbung.

Das Unternehmen #saaldigital war so freundlich mir im Rahmen eines Produktionstest einen Gutschein für eines ihrer Fotobücher zukommen zu lassen.

Es hat dann aber fast zwei Wochen gedauert, bevor ich ihn einlöste. Ich ahnte nämlich, dass mit dem Fotobuch ein wenig Arbeit verbunden wäre,  was aber nicht am Hersteller liegen, sondern einfach daran, dass ich wusste, dass ich, sobald ich das Design-Programm  heruntergeladen hätte,  mit meinen kreativen Spielereien beginnen würde.

Ich entschied mich für das  Fotobuch 28 x 28,  Innenseiten: matt, 26 Seiten
Cover: matt, unwattiert, Barcode: Standard (Magisch Reisen)

Das Design-Programm  erklärt sich von selbst und  bietet neben der Möglichkeit zur freien auch eine automatische Gestaltung  sowie auch feste Vorlagen an. Es ist es also möglich ein Dutzend Urlaubsbilder schnellstmöglich hochzuladen und in eine ansprechende Form zu bringen.

Meine Idee sah jedoch anders aus:

Ursprünglich wollte ich  einige meiner bildnerisch-künstlerischen Arbeiten in Buchform drucken lassen, was ja immer dann angezeigt ist, sollte ich mal eine Ausstellung planen und mich bei Galerien vorstellen wollen. Gerollte Leinwände sind  mitunter sperrig.

Doch die Beschäftigung mit dem Gestaltungsprogramm setzte  bei mir eigene künstlerische Dynamiken frei. So fing ich an meine Malereien mit Fotografie, die ich von Ausflügen und Reisen mitgebracht hatte, zu kombinieren. Dadurch traten die Bilder wiederum miteinander in Dialog und eröffneten Inspirations- und Interpretationsspielräume. Manches passte, manches musste ich wieder entfernen.  Ich spielte mit Hintergründen, Ebenen und Schriftgrößen und so vergingen mir die Stunden am heimischen PC wie im Flug.  Irgendwann, kurz nach Mitternacht, schickte ich meine Bestellung auf die Reise und war überrascht davon,  schon am nächsten Tag, eine Versandbestätigung zu erhalten. Hier scheint zügig gearbeitet und gedruckt zu werden.

Zu schnell für mich, denn leider kam das Paket gerade dann an,  als ich schon in Prieros weilte.  Gut, wenn man freundliche Nachbarn hat, die in der eigenen Abwesenheit Sendungen annehmen.

Jetzt endlich, mit einer Woche Verzögerung,   halte ich das Buch  neugierig in den Händen.

Wenn ihr Interesse an der Kombination von Fotos und Malereien habt, blättere ich hier kommentiert für euch in meinem Buch “Magisch Reisen”:

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Devotionalienhandel und Eventkultur

P1000315
Irmensul, Mixed Media, 29 x 40 cm, Juli 2016

Kunst entwickelt sich immer mehr zur materialisierten Devotionale eines Künstler-Events, sei es nun eine Ausstellungs-Veranstaltung, eine Performance oder was auch immer.

Die Kunstauktion ist ein “zweitrangiges” Event, dass dem primären Event, nämlich das der Kunsterstellung, weitere Wertigkeit (oder eben nicht) zuspricht. Die Kunst wird innerhalb der Auktion  als Energiekörper erneut aufgeladen und soll dem Käufer mit dem Anschein von Bildung, Besonderheit und finanzieller Weitsicht versehen. Kunst als hohle Performance eben. Fazit: Kunst kann nur jenseits des Marktes stattfinden und ich frage mich, ob man als Künstler angesichts dieser Verhältnisse überhaupt noch öffentlich präsentieren sollte? Macht man sich nicht schon mit einer Ausstellungseröffnung zum bloßen Event, zur schnöden Unterhaltung, in einer Zeit, wo Menschen solche Veranstaltungen vermehrt  nutzen, um sich abzulenken, vor dem, was bedrohlich erscheint?  Ist Kunst also auf diese Art und Weise systemunterstützend?

Das primäre Kunstereignis könnte ein sakraler Akt sein, ist jedoch zumeist nicht viel mehr als Leere. Es wird primär für den Markt produziert. Es wird geplant und konzipiert, was das Zeug hält und letztendlich soll damit nur käuflich  unterhalten werden.  Kunst ohne Seele, ist das. 

Doch wenn die Kunst ein sakraler Akt ist, dann tritt sie in dem Dialog mit dem Numinosen, und stellt sich erhaben über die Welt der Krämer. Sie entspricht dann dem Kunstverständnis  von Julius Evolas erstem Zeitalter. Dieses ist durch das Ideal der Fruchtbarkeit und der Potenz gekennzeichnet.

Ein kleiner Exkurs sei mir hier gegönnt: Herr Evola teilt die Geschichte in seinem Buch “Revolte gegen die moderne Welt” in vier Zeitalter ein, die in beständiger Degeneration begriffen sind. Im ersten Zeitalter wurde danach getrachtet, die Fesseln des Individuellen zu öffnen und sich dem Göttlichen  zu öffnen, was – so meine Anmerkung –  spätestens seit 1966 auch das Selbst sein kann, was dem gottgleichen Status erringen will.  

Wenn das Kunstwerk jedoch Ideale des Heroismus und des Sieges beschwört, entspricht es dem aristokratischen Zeitalter. Die ethischen  Ideale, die hier verfolgt werden, sind die der Treue, des Mutes und der Ritterlichkeit. Man denke dabei nur an die höfische Kunst, aber auch an die Kunstauffassung der faschistischen Diktaturen, die sich hier bedienten, um eine Stärkung ihrer Macht und eine mythologischen Aufladung zu erfahren. 

Das Zeitalter der Aristokratie wurde von dem uns nur zu bekannten gegenwärtigen   Zeitalter der Krämer abgelöst, wobei ich davon ausgehe, dass alle genannten verschiedenen Zeitalter in einer gewissen Ungleichzeitigkeit immer noch existent sind und Julius Evola immer nur jenes, welches für eine bestimmte Zeitepoche charakteristisch ist, in dem Vordergrund seiner Betrachtung gestellt hat.

Schon während des aristokratischen Zeitalters, nahm das Diktum der Ökonomie beständig zu.  Spätestens seit der beginnenden Industrialisierung sind die Ideale,   wenn man überhaupt noch von solchen sprechen mag, fast nur noch ausschließlich  ökonomischer Natur. Profitmaximierung und die Generierung von immer neuen Gewinnen,  in einer Gesellschaft von Konsumenten,  stehen nun im Fokus der Aufmerksamkeit.  Jede Aktion wird als Arbeit verstanden, die in erster Linie einen monetär fassbaren Nutzen erbringen muss.  Das ist der Duktus, dem auch die professionelle Kunst, wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, folgt, selbst  dann, wenn sie, in dem, was sie zelebriert, mehr dem Zeitalter der sakralen Herrschaft oder der Aristokratie entsprechen sollte, als dem der Ökonomie. Sobald aber ausschließlich oder auch nur partiell auf eine monetäre Verwertbarkeit oder auf eine Aufmerksamkeitsökonomie gezielt wird, die sich in den heutigen Zeiten ja auch wieder in Geld aufwiegen soll,  wird die Kunst verraten.

Sie wird zum schnöden Produkt und unterwirft sich dem Geist der Höker und Marketenderinnen.

Kunst als Event ist abzulehnen, wenn sie dabei auf das Geld fixiert bleibt, wenn sie sich aber darüber erhebt, ein Fest ist, dann ist sie eine Huldigung des Ästhetischen , des Nicht-Zweckmäßigen und des Göttlichen. Sie ist etwas Sinnstiftendes, was uns über uns Selbst, unser Selbst erkennen lässt.

Kunst kann nur noch jenseits des Marktes stattfinden. Die Seele kann nicht zum Produkt werden, ohne verloren zu gehen. 

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

“Mythos” Heimat

140720112426

Angesichts der Verwerfungen die unsere Heimat momentan erleben muss, erscheint die Ausstellung “Mythos Heimat“, die das Niedersächsische Landesmuseum aktuell zeigt, irgendwie passend und dennoch anachronistisch zu sein.

Da, wo eben kein Heimatgefühl in einer prekär-verschleierten Stadt wie Hannover mehr aufkommen kann, da, so wollen uns die Ausstellungs-Macher vielleicht anraten, haben wir immer noch die Freiheit, uns den Mythos einer Heimat selbst zu erschaffen und brauchen uns dann nicht mehr an einer Realität zu stoßen, die verstört und letztendlich erst schiere Verzweiflung und dann Protest hervorrufen müsste.

Doch diese zeitgenössischen Ausblicke, die ich eben geschildert habe und zu der mich der Ausstellungsbesuch inspiriert hat, ist im musealen Kontext – vermute ich mal – konzeptuell nicht vorgesehen. Stattdessen werden uns bildnerische Werke von Künstlern des 19. und 20. Jahrhundert gezeigt, die in ländlichen Künstlergemeinschaften eine Heimat abbildeten, die mit der Realität des ärmlichen Landlebens und der hereinbrechenden Industrialisierung in den Städten, vor der sie damals flohen, nicht viel gemein haben sollte. So erzählt es mir jedenfalls der Audio-Guide.

140720112406

Diese gesellschaftlich-soziologischen Umbrüche  der damaligen Zeit hielten meine Künstlerinnenkollegen nicht davon ab, moorige Birkenwäldchen und baltische Strandszenen mit Fischern darzustellen. Frauen in bizarren Trachten transportieren auf Gemälden das Heu über den Chiemsee, während sich – nur ein paar Bilder weiter – Ausdruckstänze auf den Monte Verità vollzogen haben. Ganz und gar nackt.

“Vielleicht sollte ich mir diese Künstlerkolonien zum Vorbild nehmen und aufhören, mich beständig darüber aufzuregen, was verloren geht?”, fragte ich mich einem kurzen Augenblick lang, bevor mich der zeitgenössische Film vom Ende des letzten Jahrhunderts (vielleicht 1980???), der in der Aussstellung präsentiert wird, in seinem Bann zog. Dort wird u.a. eine Kontinuität zwischen der Künstlerkolonie und der ökologischen Bewegung der Grünen aufgezeigt. Die bange Frage wird gestellt, wie sich ein Zusammenschluss von Menschen, die alle künstlerisch individualisiert waren, verändert, wenn eine solche Bewegung in der breiten Masse angekommen ist und ob eine solche Transformation überhaupt auszuhalten ist?

140720112422

Anscheinend NEIN: Angesichts all der merkwürdigen Entwicklungen der letzten Jahre in Deutschland, wo das, was einst idealistisch und “gut” war, zur Meinungsdiktatur verkommen ist, muss ich an dieser Stelle fast frustriert die Filmvorführung verlassen und mich – vor einem toten Fisch im Stillleben beschaulich versenken – leise seufzen:

“Ach, Heimat, wo bist du geblieben?”
140720112424

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Über die Dämonen!

IMG_20160206_131457_hdr

Die Geburt eines Dämons, Din A3, Mixed Media, Rauhnächte 2015/16

Die Vergangenheit umzudeuten, sodass uns – aus dem, was wir  uns rückblickend selbst oder auch anderen erzählen, eine eingängige Geschichte wird, führt, wenn dies unbewusst und nicht willentlich geschieht,  dazu, dass die eigentliche Wahrheit zu einem Energiefeld wird, was nicht mehr berührt werden will:  was in Ruhe gelassen werden will und was eigentlich danach verlangt, tief in den Zeitstrom zu versinken. Dass, was da immer weiter in die Tiefen unseres Unterbewusstseins absinkt,  kann zum Nacht-Alb werden, zum Dämon, der uns quält und der – von unseren Ängsten genährt –  immer monströser wird.

Der Dämon, den wir erschaffen haben,  ist von uns isoliert. Er ist nun ein anderer als wir selbst und doch schreit er danach, integriert zu werden.  Doch dazu müssten wir uns ihn bewusst machen, wogegen sich der Mensch in der Alltags-Hypnose wehrt und so befähigen wir den Dämon – gerade durch unsere Abwehr – dazu,  dass er uns, als das eigenständige Wesen, was er nun  ist, in unserem Innern vernichten möchte. Uns von Dämonen aller Art zu befreien, das ist der Sinn von schamanischen Extraktionen oder – im christlichen Bezugsrahmen gesprochen – von Teufelsaustreibungen.  Hier wird zumeist  jemand anderes als man selbst tätig, nämlich ein Schamanen-Priester,  um den Dämon fortzuschicken und/oder zu verwandeln.

Der Dämon  wird sich, einmal Energie geworden,  unabhängig  davon, ob er noch im Innern des Menschen haust oder schon im Außen befindet, danach trachten, sich mit seinesgleichen zusammenschließen und so das dämonische Kraftfeld stärken, wo jede gute Absicht  in Bösartigkeiten vielfältigster Art verwandelt wird.  Das ist die  dämonische Zone,  die im Kollektiv verwurzelt ist. Sie lässt sich von Mutigen bereisen, wie es einst Dante getan hat, der die neun Höllen durchschritten hat, sich dabei aber vom weisen Virgil führen ließ.   In dieser Zone befinden sich die größten Tabus und die monströsesten Abgründe. Den Dämon bei einer Extraktion deshalb nur einfach fortzuschicken, ohne ihn zu verwandeln, halte ich für grob fahrlässig, es sei denn, man hätte gute Gründe dafür, hier anders zu handeln, beispielsweise weil man die tiefste Dunkelheit als Treibstoff nutzt, um das, was noch nicht materialisiert ist, zu erschaffen.

Doch soweit sind wir noch nicht. Um uns der ungeliebten Dämonen erst einmal nur zu entledigen, benötigen wir keine Heiler oder Priester. Die Wahrheit will ans Tageslicht kommen und wir müssen uns nur der verdrängten Vorgänge bewusst werden, um den Dämon in sich aufzulösen und in etwas Stärkendes zu verwandeln. Indem wir Probleme klar benennen, ohne dabei verletzend zu werden, bezwingen wir auf diese Art und Weise nicht nur eigene, sondern auch fremde Dämonen.

Wir können uns die Kraft der Dämonen jedoch, wie ich schon andeutete,  auch zunutze machen. Wir isolieren dann unseren Willen, geben ihm einen Energiekörper und senden diesen als Dämon in das objektive Universum aus, um für uns tätig zu werden. Vielleicht verbinden wir unseren so erschaffenen Dämon sogar mit denen, die in der kollektiven Zone der Dunkelheit wohnen, um so die  Kraft  des von uns kreierten Energiekörpers  zu potenzieren.   Goethe hat  einen solchen  Vorgang im “Zauberlehrling” anschaulich geschildert und warnt darin vor einer Magie, deren Konsequenzen wir nicht mehr händeln können. Mit Gewissheit aber wird der Lehrling nach vielen Fehlversuchen und Ausdauer zum Meister werden. Wehe dem, der den Zorn eines solchermaßen gereiften Zauberers  auf sich gezogen hat und der nun nicht nur von den eigenen, sondern auch von fremden Dämonen gequält werden wird. Verdammt bis in alle Ewigkeit ist er:  es sei denn, er wäre selbst ein Magier.

Wenn die subjektive Welt und die objektive Welt der Magierin  jedoch eins geworden sind, dann braucht es keine Heerscharen von Dämonen mehr, die ausgesandt werden, um zu verändern, was noch nicht passend erscheint. Bis eine solche Vollendung erreicht ist, erschaffe ich mir meine individuelle Mythologien auf künstlerischen Wegen.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Jenseits des Spiegels: DísCall

Jenseits des Spiegels befindet sich die Welt unserer Imagination, was auch nur eine Beschreibung dessen ist, was in der momentanen Wirklichkeit noch nicht verwirklicht ist.

Die Spiegel-Welt ist der Resonanz-Raum unserer Möglichkeiten, unserer (noch) nicht-gelebten Träume, unserer Wünsche und unserer Verfluchungen.

Als Künstlerin halte ich mich nur zu gerne in dieser Welt auf, muss dabei jedoch den Drang bezwingen, ganz darin versinken zu wollen und letztendlich mir dabei SELBST verloren zu gehen. Die Zaubermärchen des irisch-keltischen Raumes berichten von dieser Gefahr: Immer dann nämlich, wenn Sterbliche in das Elfenreich gelangen, wo ein Tag plötzlich sieben Jahre im menschlichen Leben zählt, haben sie die Spiegelscheibe zwar durchbrochen, jedoch versäumt, zeitnah den Rücktritt in ihre irdische Existenz anzutreten. Sie sind dann “zu spät” zurückgekommen, um noch vorzufinden, was sie verlassen haben und sind so letztendlich für das Diesseits verloren.

In den deutschen Sagen von der Bergentrückung ist das Höhlenkönigreich, das unendliche Schätze birgt, für immer verschlossen. Die Trennung der beiden Welten ist unabweisbar vollzogen und sie kann nur dauerhaft durch die Kraft der Imagination, die sich jedoch nicht in den unendlichen Fluss des phantastischen Gaukelspiels verliert, überwunden werden.

250520151638

Die blaue Blume öffnet zwar den Berg und lässt uns hinter dem Spiegel blicken, doch dann, wenn die Kraft unserer inneren Schau erlischt, stehen wir vor geschlossenen Felsenwänden und sind dazu verdammt, dumpf auf eine utopische Zukunft zu vertrauen, in der ein Retter-Kaiser sein Berg-Grab verlassen wird, um ein wunderbares Friedensreich zu errichten. Uns bleiben vorerst nur die Geschichten aus fernen Vergangenheiten. Verzweifelt suchen wir die blaue Blume.

Doch selbst wenn wir sie gefunden haben, benötigen wir die Kraft der Dísen, die uns helfen werden, die Trennung zwischen den Welten dauerhaft aufzuheben. Sie sind – vergleichbar den Walküren – kriegerische Schlachthelferinnen und Sturmreiterinnen. Als solche unterstützen sie uns in den zahlreichen Kämpfen mit den Zumutungen der objektiven Welt und können uns die Manifestation dessen ermöglichen, was sich noch verschlossen in unserem Traum-Bewusstsein befindet und was sich dennoch beständig seinen Weg in das Diesseits bahnen will.

Die Dísen sind auch die Verkünderinnen des nahenden Todes, der auch nur eine Umschreibung für den Zustand ist, der uns erwartet, wenn sich unser Bewusstsein vom Diesseits ins Jenseits verschiebt. Sich SELBST gesegnet ist derjenige, der die Nabelschnur zwischen den Welten niemals hat abreißen lassen und auch diejenige, die im jetzigen Leben ihr Bewusstsein schon mit dem des Jenseits-Bewusstseins verbunden hat und sich gerade deshalb dabei SELBST-bewusst bleibt.

Und so manifestiere ich mein Werk in der objektiven Welt, indem ich Zwiesprache halte zwischen den Welten “vor” und “hinter” dem Spiegel. Die Dísen werden so zur Geburtshelferinnen des kreativen Traumes. Die Rahmentrommel kann die Reise begleiten, während die Leinwand zum Ort der Synthese zwischen “hier” und “dort” wird und so begebe ich mich auf meine schamanisch-magische Reise. Immer wieder. Zweifelsfrei. Willst du mich begleiten?

250520151656

 

Filmempfehlung:

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Chancengleichheit?

Wenn ich so einen kleinen Blick zurück im Zorn wage, auf die vergangenen Jahre, muss ich  leider feststellen, dass ich keine berühmte Künstlerin, Schriftstellerin und Philosophin geworden bin, der die Menschen huldvoll zur Füßen liegen oder die zumindest nach ihrer Sicht der Dinge gefragt wird.

Noch nicht einmal ein  klein wenig Ruhm war mir vergönnt und ich gehe eigentlich davon aus – pessimistisch wie ich nun einmal bin -, dass dies auch so bleiben wird.

Jetzt neige ich ja weniger dazu, Fehler bei mir selbst zu suchen, vielmehr sehe ich – ganz zeituntypisch – das Problem im Großen gesellschaftlichen Gefüge verankert.

Dort werde ich dann auch schnell  fündig und stelle fest, dass,  wenn man nicht aus einer begüterten Familie stammt, die mit Geldmanipulationen so manche Veränderung im objektiven Universum zugunsten des eigenen Nachwuchses vornehmen kann und wenn man auch nicht – wie vielleicht 1% der Menschen – einfach das unverschämte Glück hat, “zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort” zu sein,  dann ist man nach wie vor  darauf angewiesen, eine unbarmherzige Tretmühle zu durchlaufen und dabei einen langen Atem zu demonstrieren. In der Praxis heißt dies:   unbezahlte Praktikas zu machen, sich auf schlecht honorierte Stipendien zu bewerben,  Arbeiten nur für die persönliche Reputation “umsonst” einzureichen, hier einmal einen Zeitvertrag zu übernehmen und sich dort “lieb Kind” zu machen, dabei immer “lachend” und “positiv denkend” zu sein … etc.

Genau an dieser Stelle muss ich dann ganz realistisch feststellen, dass mir bestimmte Opfer, die Erfolg immer verlangt (noch nie zuvor war mir bisher dieses kleine männliche Pronomen in ERfolg aufgefallen – bis heute!), als Frau und Mutter, die sich eben immer verantwortlich für ihre Kinder gezeigt hat,  nur für den Preis der Verantwortungslosigkeit möglich gewesen wären. Und so wurde dann der Kompromiss-Beruf angenommen (immerhin ethisch korrekt, was nicht jede/r behaupten kann!), der die Familie regelmäßig mit Einkommen versorgt.

Viel Zeit für die eigentliche Passion blieb – gerade als die Kinder klein waren – nicht. Langsam werden sie erwachsen und die Last (und Freude) der Verantwortung wird weniger. Es entstehen neue Freiräume, die  mit kreativem und künstlerischem Tun gefüllt werden.

Für “voll genommen” indes werde ich dabei nicht. Es ist ja nicht “professionell” und  diejenigen, die darüber zu befinden haben, sind Männer, denen jegliches Verständnis für weibliche Lebenswege fehlt  und die – mit Vorliebe – ihresgleichen protegieren. Fatalerweise hört der Rest der Menschheit auf die Botschaften solcher  Leithammel,  nimmt sie für “bare Münze” und lädt so deren Fetische mit ihrer Lebensenergie auf.

Als Frau hingegen versinkt man im mittleren Lebensalter in die gesellschaftliche Unsichtbarkeit. Nicht wahr genommen, von wem auch immer! Die eigene “Lebensleistung” zählt nichts im großen Wettrennen der Aufmerksamkeiten.

Einige meiner Leser/innen, besonders die jungen,  werden nun den Kopf schütteln und meinen, dass das nicht stimmt und dass Frauen heute alle Möglichkeiten der Welt hätten.

Ein schöner Glaube ist das.

Lasst euch gesagt sein: So wie mir geht es vielen Frauen. Doch die meisten schweigen, denn schließlich gilt  “Zorn” nicht als schick.

Die Unsichtbarkeit der Frauen findet sich auch in den  Geschichtsbücher, die voller wichtiger Männer sind . Die Frauen, die ihnen ihr Leben erst ermöglicht haben,  sind der Vergessenheit anheim gefallen sind.

Muss das nicht verwandelt werden?

Jedoch nicht so, dass sich die Frauen zwischen ihrer althergebrachten Rolle und der zusätzlich zu erfüllenden beruflichen Rolle aufreiben, und dies in einer medialen Umwelt, die sie als Sexualobjekte oder “nicht existent” diskreditiert. und auch nicht in einer Gesellschaft, die Geschlechterrollen zur Beliebigkeit erklärt und die Mutterschaft staatlichen Stellen überantwortet. Stattdessen wünsche ich mir eine Infragestellung des männlich-besetzten Referenzrahmens, der uns als GOTTgegeben verkauft wird.

Meine Vision ist die Schaffung einer wertschätzenden, mütterlichen Welt, die Raum bietet zur Entfaltung des einzelnen Individuums, ohne die testesterongeladenen Konkurrenzspiele und ohne die ständige Suggestion von Mangel und Begrenztheit, und stattdessen Fülle lebt.

Und wer weiß? Vielleicht kommt dies dann auch den Männern zugute, denn schließlich sind sie alle Söhne einer liebenden Mutter.

Und so erteile ich nun einem Sohn das letzte Wort. Bei Goethe schließlich findet sich meist das passende Zitat:

Faust
Die Mütter! Mütter! – ‘s klingt so wunderlich!

Mephistopheles
Das ist es auch. Göttinnen, ungekannt
Euch Sterblichen, von uns nicht gern genannt.
Nach ihrer Wohnung magst ins Tiefste schürfen;
Du selbst bist schuld, daß ihrer wir bedürfen.
(http://gutenberg.spiegel.de/buch/3645/14)

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Sommersonnenwende

Die heutige Sommersonnenwende  illustriere ich mit dem Drachenkampf-Relief von Bernhard Hoetger , das seit 1936 den Eingang zur Böttcherstraße in Bremen ziert.

Die vergoldete Bronzetafel  war damals angebracht worden, um die Nationalsozialisten zu beschwichtigen, die das Gesamtkunstwerk  Böttcherstraße als “bewusste Verrücktheit” kritisierten und gar mit Abriss drohten. Dies konnte durch den “Lichtbringer” verhindert werden: Die Böttcherstraße wurde unter Denkmalschutz gestellt, um  die “Verfallskunst der Weimarer Zeit” auch für nachfolgende Generationen zu dokumentieren. 1944 wurden große Teile zerstört; in den Folgejahren jedoch  – mit einigen bedauerlichen Veränderungen (Haus Atlantis) – wiederhergestellt.

Der schwerttragende Mann, der gegen den Drachen kämpft,  lässt sich vielfältig interpretieren:

– als Metapher der christlichen Lehre: Der Erzengel Michael kämpft gegen den Drachen, der für das Böse steht.

– als atlantische Metapher. Hier  kann der Drache als “Materialismus” gedeutet werden. Der Lichtbringer ist der kommende Gott, der “im Werden aufersteht” und sich über die Naturgesetze erhebt. Ludwig Roselius, der Bauherr der Böttcherstraße,  sagt:

“Ich spreche von den Menschen, die, vom heiligen Feuer innerer Überzeugung getrieben, Taten tun müssen, die an Größe sie selbst weit übertreffen. Solche Menschen sind Mittler zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt.”  (Roselius, Ludwig: Reden und Schriften zur Böttcherstraße in Bremen. Bremen 1932, S. 100 f.)

– als nationalsozialistische  Metapher:

“Eine neue Weltanschauung kommt zu den Menschen, tötet die Geister der Vergangenheit und führt die Menschen in ein glückliches tausendjähriges Reich.” (Senator für Kultur und Ausländerintegration, Bremen (Hrsg.): Bernhard Hoetger. Sein Werk in der Böttcherstraße Bremen, S. 214)

Ich  füge diesen Interpretationen eine weitere hinzu: Der  Drache symbolisiert die Kräfte der Dunkelheit, die  nach der Sommersonnenwende immer mächtiger werden, bis sie dann in sechs Monaten – am Höhepunkt ihrer  Herrschaft – vom Lichtbringer zurückgedrängt werden. Der Drache liegt am Boden, doch die Freude der Menschen an den lichtvollen Tagen der Fülle  ist von kurzer Dauer. Ein neuer Zyklus des Kampfes zwischen Licht und Dunkelheit beginnt.

Auf einer introspektiven Ebene können wir uns, nachdem wir den längsten Tag des Jahres genossen haben,  die Frage stellen,  welche  “Schatten”-Aspekte unserer Persönlichkeit, also welche Eigenschaften, die wir an uns nicht mögen, wir transformieren wollen? Gibt es  Kräfte (in uns oder außerhalb von uns), die uns in unserer Entwicklung hemmen?  Wie können wir mit ihnen umgehen?

Wenn wir in unseren Gedankenspielereien noch verwegener sind, können wir gar darüber nachdenken,  ob nicht  die Kräfte der Dunkelheit, dessen Sinnbild der Drache mit den drei Köpfen ist,  unser Wachstum bestärken, indem sie uns Erkenntnisse zur Verfügung stellen, die uns einen ungetrübten Blick auf die Realität ermöglichen und uns so ermächtigen, für uns selbst (bzw. für unser Selbst!) zu handeln?

 

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Der Zahn der Zeiten!

Blankenburg - Schloss
Blankenburg – Schloss

Endlich habe ich einmal etwas Ruhe, sodass ich über das vergangene Wochenende resümieren kann. Irgendwie stand es ja im Zeichen des Nicht-Perfekten, des Vorläufigen und des Fließenden.

– Erst stattete unsere allmonatliche Wildfrauenhaus-Wandergruppe Blankenburg im Harzvorland einen Besuch ab.

Dies scheint ein ungeheuer kraftvoller Ort zu sein, dessen Schloss – gerade durch seine nicht zu übersehenen Verfallserscheinungen – den unvergesslichen Charme des Niedergangs ausstrahlt. Ein großes Plakat verheißt aber eine beabsichtigte Renovierung, die eindeutig notwendig ist, andererseits aber auch eine durchaus ambivalent zu betrachtende “Schön-Verbesserung” zur Folge haben könnte.

Schließlich folgen zeitgenössische Renovierungsversuche eigentlich immer den “schön-kitschigen” Perfektionsbestrebungen der Neuzeit, deren Ergebnisse ansonsten überall im Lande zu bestaunen sind, die aber “irgendwie” auch seltsam falsch und “übertüncht” wirken. Insofern erfreute ich mich am unrenovierten Zustand des Blankenburger Schlosses und fragte mich, warum alte Gemäuer eigentlich nie so instandgesetzt werden, dass sie das Denkmal zwar “erhalten”, jedoch aber trotzdem den “Zahn der Zeit”, der ja offensichtlich sein Werk getan hat, wertschätzen können?

– Dann war letzten Sonntag Muttertag (und sicherlich haben die meisten Leserinnen dies in unserer schnelllebigen Zeit schon wieder vergessen!). Wir – was also die gesamte vitale Rest-Kernfamilie meint – besuchten, quasi als Muttertags-Ausflug, der dem unbeständigen Wetter trug, die Kestnergesellschaft, die sich langsam zum Event-Ausrichter entwickelt.

Dies ist allerdings ein anderes, durchaus auch ergiebiges Thema. Jedoch weist meine hier geäußerte Einschätzung durchaus Zusammenhänge zur aktuell dort gezeigten Ausstellung auf, die von irgendwelchen Gremien ausgewählte britische Künstlerinnen (männliche Künstler sind selbstverständlich mitgedacht!) zeigt, die wiederum repräsentativ für die dortige Kunstszene sein sollen.

Ein solches auf ein Land bezogene Thema reiht sich dann ein, in den derzeitig hochpromoteten hannoverschen Hype, anlässlich des 300jährigigen Jubiläums der Personalunion Hannovers mit Großbritanniens. (Man könnte meinen, dass wir in Hannover immer noch ein Monarchie hätten!).

“Kunst als Event!”, soll hier aber nicht Thema sein, stattdessen das Unperfekte.

Besagte GB-Künstlerinnen ließen sich davon inspirieren, dass die Kestner-Gesellschaft ihre Räume in einer ehemaligen Badeanstalt bezogen hat. (Auch hier sei mir eine Randbemerkung erlaubt: Die “Zerstörung” eines Jugendstil-Bades, auch wenn dieses geschickt zur Ausstellungsplattform umfunktioniert wurde, zeugt von der historisch-ästhetischen Ignoranz der mir unbekannten Entscheidungsträger. Frauen sind hier nicht mitgedacht!)

Wasser, das Fließende, die Metamorphose, die durch das reinigende Element Wasser vollzogen wird, die Transformation von einem Zustand in den anderen und eben auch die Zerstörung des anscheinend “Perfekten”, all dies sind Themen, die die Künstlerinnen bearbeitet haben.

Besonders beeindruckt haben mich die dilettantisch anmutenden Tonarbeiten, die auf provisorischen Holztischen platziert sind.

Und hier – an dieser Stelle – schließt sich dann für mich der Kreis zum Blankenburger Schloss mit der Aufforderung auch dort dem Unperfekten Raum zu geben und der marktkonformen, glatten Ästhetik eine Absage zu erteilen.

Das wäre dann wahre (sic!) KUNST!

Türöffner2

Türöffner

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF