Frauen und Kunst

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Das Spiegel-Gespräch mit Georg Baselitz, irgendwann im laufenden Jahr, hat mich verärgert, behauptet er doch, „dass Frauen die schlechteren Künstler seien“. Legt er nicht selbstgefällig männliche Maßstäbe an einem Kunstbegriff an, der historisch Frauen ausgeklammert hat und der immer noch zu wirken scheint?
Seiner Meinung nach bestehen die Frauen „die Marktprüfung“ nicht. Sie haben nicht die Grenze des „Schwachsinns“ erreicht, die Männer zu Künstlern macht. Auch fehlt ihnen deren „Brutalität“. Es ist die alte Leier von der künstlerischen Obsession, zu der nur autarke Männer fähig sind, die eben nicht Kind und Mann protegieren müssen.
Überheblich, arrogant: immerhin mutig-offen. H. Baselitz scheint sich gewiss zu sein, dass ihm niemand mehr etwas kann. Ihr aber: Lasst mich mit den alten Männern in Ruhe!

Wo sich der Gartenzwerg versteckt!

Ein künstlerischer Reibungsversuch. Teil 3

 

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Teil 1 , Teil 2

Normalität ist gestaltet und sobald  ich das verstanden habe, lässt sie sich auch verändern.

Ich spiele mit Klischees, um diese gleichzeitig zu brechen. Ich öffne Räume – hin zu einer Utopie, die auch in einer umdefinierten Vergangenheit liegen mag. Ich will der medialen Trance, in der unsere Gesellschaft langsam zu versinken droht, auf einer persönlichen Ebene entgegenwirken. Verhindern werde ich sie kaum; die Gegenkräfte sind (noch) zu stark, aber immer mehr Menschen wachen auf.

Solange mir diese selbst gewählte Reise Freude bereitet, gibt es für mich keinerlei Grund, aufzuhören.

Selbst Ignoranz, die größte Feme der gegenwärtigen Zeit, kann mich nicht zum Verstummen bringen.

Mein Weg begann 2006/07. Dieses Jahr verbrachte ich in The Gambia, Westafrika. Dort fand ich meine Inspiration. Das Unfertige und Prozesshafte, mit dem ich dort konfrontiert war (und was – bedingt durch die Globalisierung- auch in Auflösung begriffen ist), verschaffte mir den Mut, um selbst zu produzieren und zu schaffen, wobei auch diese Aussage – dem bin ich mir bewusst  – nur eine europäisch-gefärbte subjektive Illusion ist, die ich sicherlich auch „woanders“ hätte finden können:  wahrscheinlich auch „gleich hinter dem Gartenzaun“ .

Die Barrieren brachen, die mich in Europa zur ewigen Konsumentin verdammten. Das afrikanische Chaos, geboren aus der roten Erde, wirkte befreiend – – bis heute. Und immer noch tanze ich hinfort: weg von all den Begrenzungen, Beschränkungen, … ich trete sie mit meinen Füßen, die im Sabar-Rhytmus schwingen – ganz leicht, ganz schwer . Und während ich noch tanze, komme ich unmerklich in jenen Trance-Zustand, der auch im Schamanismus gesucht wird. Dort wird unterschieden zwischen einer ruhe-induzierten und einer bewegungs-induzierten, also ekstatischen Trance.

Letztere zieht mich in ihren Bann und wenn ich male, dann bin ich – genauso wie im Tanz – in jenem Zustand jenseits der Zeiten, der „alles“ bedeutet und der mich die Determinationen meiner gegenwärtigen Existenz transformieren lässt. Der Schamanismus öffnet unser alltägliches Erleben in metaphysische Bereiche und wirkt zurück auf unsere alltägliche Existenz.

Auf einer rationalen Ebene bin ich dabei schamanische Techniken  nicht nur zu studieren, sondern auch umzuinterpretieren und so für mich funktionsfähig zu machen. Auf einer praktischen Ebene gehe ich in den ekstatischen Trancezustand, der mich mit meiner individuellen Mythologie konfrontiert und mich dort hineinzieht: bodenlos. Doch ich bleibe die Schöpferin und gebe niemals das Steuerruder aus der Hand, egal welche Ungeheuer mir auch begegnen mögen. Hanno Rautenberg weist darauf hin, dass ich als Künstlerin dabei mein Publikum vergessen kann, was nur dann stimmig ist, wenn meine Kunst aus dem Prozess der ökonomischen Verwertbarkeit hinausgetreten ist. Doch weiter schreibt er: „Natürlich muss kein Künstler sich auf so ein Spiel des Zeichen gebens und Geschichtenerzählens einlassen, er kann auch ganz versinken im Kosmos der eigenen Symbole und selbstgebauten Mythen und sein Publikum vergessen. Allerdings ist es dann meistens nicht Kunst, was er betreibt, sondern Therapie. Er will sich selbst auf die Spur kommen, für andere bleiben die Spuren unleserlich.“ (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst?!)

Beim Lesen dieses Zitates empfinde ich meine individuellen Mythologien abgewertet; ich webe doch Magie. Und ich möchte unabhängig sein von den Determinationen eines kapitalistischen Marktes, der Klischees besser verkauft als Entgrenzungen. Warum soll Kunst bloße Therapie sein, wenn keine Bezogenheit auf ein Publikum besteht? Und besteht Bezogenheit auf ein Außen nicht immer, weswegen ich mein künstlerisches Schaffen ja auch Coaching nenne: Shamanic Art  Coaching.

Schamanisches Coaching

Immer wieder wird gefragt, was schamanisches Coaching überhaupt ist und was es beispielsweise von systemischen Ansätzen im Coachingprozess unterscheidet.

Die Beantwortung ist nicht so einfach.

Erst einmal ist es mir wichtig festzustellen, dass Schamanismus zwar Glauben an eine spirituelle Realitätsdimension voraussetzt, ansonsten aber religionsübergreifend ist, was meint, dass sich unter dem Oberbegriff “Schamanismus” Techniken verbergen, die es ermöglichen, Kontakt mit der nicht-sichtbaren Realität aufzunehmen. Bekannte Beispiele für solche Methoden sind beispielsweise die bewusstseinsinduzierte Trommelreise, die Seelenrückholung oder die Extraktion von Fremdenergien.

Traditionelle Schamanen gibt es in unserer säkularisierten Gesellschaft nicht; es gibt aber schamanisch Praktizierende, die für sich selbst und auch für andere schamanische Techniken anwenden können und dabei bestenfalls über das reine Imitieren des Geheimwissens vom indigenen Medizinmann “Rauchende Feder” hinausgehen (man verzeihe mir meine Ironie!), letztendlich also den Sinn und Zweck der schamanischen Methoden begriffen haben und diese damit auch kreativ für unsere Gesellschaft und die darin lebenden Menschen verwandeln können.

Darüber hinaus sollte da, wo schamanische Techniken für andere angewendet werden, auch psychologisches Wissen vorhanden sein, zumal ich selbst schamanische Techniken als Mutter der Psychologie erkannt habe, was sich beispielsweise an der Nähe der Archetypenlehre von C. G. Jung zu den schamanisch erfahrbaren Begegnungen mit Hilfsgeistern in der Anderswelt aufzeigen lässt.

Wozu aber braucht es diese schamanischen Techniken? Welche tiefgreifende Sehnsucht steckt dahinter, wenn im Alltagsleben weitgehend rational agierende Menschen sich auf diesen Weg einlassen?

Das ist eine interessante Frage, die sich sicherlich nicht nur mit der Suche nach dem Exotischen, dem Anderen erklären lässt, die ja in der europäischen Kultur eine lange Tradition hat und die momentan im “Avatar” Film auch ihre 3D-aufbereitete Bildlichkeit erhalten hat.

Schamanische Techniken wollen die Realität verändern

und die scheint im Umkehrschluss genauso individuell wie auch auf einem gesellschaftlichen Feld reformbedürftig zu sein. Wir sind Bestandteil, ob wir es denn wollen oder nicht, von, um hier ein Bild von Vadim Zeland (”Transsurfing”) zu benutzen, gesellschaftlichen Pendeln, die uns in Richtungen drängen, die wir nicht unbedingt wollen. Wenn unser Widerstand aber für unsere Umgebung spürbar ist, wird er sanktioniert, mit Mobbing, Schicksalsschlägen, … etc., um uns letztendlich wieder auf die Spur unserer Väter zu bringen (wobei ich absichtlich nicht von Müttern spreche, meine ich doch hier insbesondere die 99% männlich dominierten Hierarchiegebilde, die für unsere momentane Realität dominant sind).

Viele Menschen haben in letzter Zeit auch feststellen müssen, dass die populär-amerikanischen Wunscherfüllungsbücher mit ihrem gnadenlosen Hang zum positiven Denken auch keine Erlösung von den starken “Pendeln” bieten, sondern vielmehr in die Hölle der beständigen Selbstzweifel, “nicht richtig gewünscht zu haben” und doch “noch viel zu vielen negativen Gedanken nachgehangen zu haben”, führen.

Dort, wo dieses positivistische Affirmieren zu nichts geführt hat, ist der Weg frei für eigendynamische Visionssuchen und Heilungen, die zu einer Auseinandersetzung mit der spirituellen Welt führen und natürlich eine diesbezügliche Offenheit voraussetzen.

Sehr viel mehr als die üblichen Coachingprozesse bezieht schamanisches Coaching über das lineare, zielgerichtete Denken auch ein zyklisch-kreatives DASEIN mit ein.

Kunst, als “Fachsprache des Schamanischen” (wie es Axel Brück in seinem Buch “Die Anderswelt-Reise” ausgedrückt hat), kann unser rational-wissenschaftliches Denkgebilde auflösen (was sich insbesondere auch für Männer als heilsam erweisen kann) und uns den Weg zur Realitäts-Kreation aufweisen. Schamanisches Coaching ermöglicht auf diese Art und Weise, in der nichtalltäglichen Realität jene Einsichten zu generieren, die für die Bewältigung des Alltagslebens erforderlich erscheinen und die letztendlich auch einen “weisen” Umgang mit den gesellschaftlichen “Pendeln” ermöglichen, und diese sanft zu einem Richtungswechsel umzuleiten, ohne dabei in den Widerstand zu geraten und so die Nivellierungskräfte anzuziehen. Dass man/frau während dieses Prozesses ganz und gar in der Gegenwart sein sollte, ist eine Weisheit, die sich während dieses Weges offenbart und die ich hier – im Vorgriff – benenne, im Wissen darum, dass es zur Verwirklichung mehr benötigt als das rationale Wissen darum.

Letzteres ist übrigens auch der Grund dafür, warum es Dutzende von spirituellen Lebensratgeberbüchern gibt, die allesamt sicherlich sehr hilfreich sind. Fatalerweise überfliegen die meisten Leser/innen die Bücher aber nur, ohne beispielsweise die darin vorgeschlagenen Übungen und Aufgaben auch zu “tun”, sodass sie keine Resultate erzielen. Anstatt sich nun wirklich an die “freudvolle” Arbeit zu machen, kaufen sie neue Bücher, denen das gleiche Schicksal widerfährt.

Auch hier kann ein ”schamanisches Coaching” angeraten sein, das uns quasi an die Hand nimmt und durch den aufgezeigten Prozess führt. Individuelle Angebote dazu gibt es auf meiner Homepage: www.no-mads.de

Die bildende Kunst und der HipHop

Heute gab es mal wieder einen interessanten  Artikel in der TAZ, der – ich bin erstaunt! –   eine Verbindung zwischen meinem Hass-Thema „HipHop“ (siehe meinen entsprechenden Artikel im Blog) und „Kunst“ aufzeigt. 

Der vollständige Artikel ist hier zu lesen://www.taz.de/1/leben/musik/artikel/1/rapper-entdecken-malerei/

Ich zitiere daraus:

Hiphop und die Größenwahnsinnigsten im Musikgeschäft haben es derzeit auf die Kunstszene abgesehen. Zumindest aber die Hitmaschinen Pharrell Williams, Jay-Z oder Kanye West, die seit Monaten öfter bei Ausstellungseröffnungen an Champagnergläsern nippen, als dass sie auf der Bühne stehen und ins Mikrofon prahlen. Mit dem dauergestressten globalen Kunst-Jetset schieben sie sich über die Art Basel, Biennalen und White Cubes dieser Welt, immer in Begleitung geschwätziger Kunstberater oder Galeristinnen, um mit einem der begehrten und berühmten Künstler ins Geschäft zu kommen.

Pharrell geht inzwischen sogar noch einen Schritt weiter: Er kauft nicht nur zeitgenössische Kunst, sondern ist gleich selbst in die Produktion gegangen. Im Beuys-Kostüm stellte er im Juni zur Art Basel sein Kollaborationsprojekt mit Takashi Murakami vor. (…)

Das hat Beuys nicht verdient, dessen künstlerisches Werk eben nicht nur aus „Verkleidung“ bestand, sondern der eben auch politisch-pädagogisch-schamanisch auf die Gesellschaft einwirken wollte.  Seine Kunst war nicht inhaltslos, stellte keinen Betrug am Betrachter/an der Betrachterin dar, wie es – meiner Meinung nach – bei den „commercial artist“ der Fall ist, die einem dann  „Michael Jackson and Bubbles“ als Porzellanskulptur oder andere Banalitäten  präsentieren. Das ist Kitsch und dazu hat sich der Kunstkritiker Clement Greenberg wie folgt geäußert:

Kitsch ist mechanisch und arbeitet mit festen Formeln. … Kitsch gibt vor, von seinen Käufern nichts außer ihrem Geld zu verlangen – nicht einmal ihre Zeit. (zitiert nach: Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst?! Eine Qualitätsprüfung.  Frankfurt a. Main 2008, S. 88)

Kitsch verkauft sich anscheinend nach wie vor gut, obwohl doch das Auktionshaus Sotherby’s   im Winter gemeldet hatte, dass, ausgelöst durch die Finanzkrise,  stark fallende Preise auf dem Kunstmarkt  dazu führen würden, dass nicht die Künstlerperson, sondern das Werk in den Vordergrund rückte. 

Das scheint nicht zu stimmen und so kann sich die männlich-sexistisch geprägte HipHop-Kultur – meiner Prognose  nach –  problemlos in einen degenerierten Kunstmarkt integrieren, der von einer neofeudalen Celebrity-Kultur dominiert wird und  schon lange nicht mehr auf Qualität und Inhalt schaut, sondern nur auf den vordergründigen Effekt, der zu nichts führt – in „kein Thema, keine Geschichte, keine Analyse“ (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst?! Eine Qualitätsprüfung.  Frankfurt a. Main 2008) 

Ich würde mir dagegen  marktreflexive Kunst wünschen, die auch „wahrgenommen“ wird, indem sie eine Plattform erhält, die „mehr“ ist als die von Künstlern/Künstlerinnen besetzten Häuser und Geschäfte in England, von denen der Spiegel in seiner Ausgabe 31/2009 berichtet. Aber auch dies ist ein erster Schritt, denn – mal ganz übertragen gesprochen – das  Kind im  Märchen  „Des Kaisers neue Kleider“  von Andersen  ruft schon:

Aber er hat ja gar nichts an!

Jetzt müssen noch die „anderen“ mit einstimmen:

„Aber er hat ja gar nichts an!“ rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muß ich aushalten.‘ Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

(zitiert nach: http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=46&kapitel=73&cHash=26cf0f077ekaisersn#gb_found)