Wilde Tiere, nackte Frauen und die Seele Afrikas. Essen, Teil 2

Eine Reise nach Essen lohnt sich, darin war ich mir auch am zweiten Tag meines kleinen Aufenthaltes im Ruhrgebiet sicher.  Über die Erlebnisse des ersten Tages könnt ihr hier mehr erfahren.

Der Sonntag begann für mich mit einen opulenten Frühstücksbüffet im Hotel Atlantic . Danach ging es  in den benachbarten Grugapark.

Diese städtische Grünanlage ging aus der ersten Gartenausstellung Deutschlands hervor und wurde 1929 als Volkspark gegründet. 1938 fand hier die Reichsgartenausstellung statt. Nachdem der Park während des Bombenkrieges zerstört wurde, fand hier 1952 eine zweite Gartenausstellung und 1965 eine weitere Bundesgartenschau statt. “Wilde Tiere, nackte Frauen und die Seele Afrikas. Essen, Teil 2” weiterlesen

kunstWege

Pappschachtel heißt meine Galerie für MobileKunst. 

gasmaske

Oder soll ich sie lieber “Kaleidoskop” nennen  wie jene Pappschachtel aus Kindheitstagen, die man sich vor das eine Auge hält, während das andere zugekniffen wird und dass uns alsbald den Blick frei gibt, auf immer neue, bunte Muster?  Kaleidoskop – Es verzaubert unsere Welt.

In die Pappschachtel jedenfalls passt nur das kleine Format. Meine Wohnung bietet nämlich keinerlei

Platz für das Große und das Erhabene.

Bald ende ich wie Kurt Schitters im Merzbau, der dort eingekesselt von seiner eigenen Kreativität lebte und schließlich ins Exil nach Norwegen ging.

Im Sprengel Museum Hannover gibt es ja einen Nachbau, der erahnen läßt, wie wenig Platz ihm zum Leben blieb:  zwischen all seinen Ausbuchtungen und künstlichen Konstruktionen.

Die Wände scheinen  dort auf einen zuzukommen. Als es dann  Phosphor- und Brandbomben vom Himmel hagelte, war die Arbeit von Jahren endgültig vernichtet.

So soll es mir nicht gehen. Also beschränke ich mich, bleibe im “Rahmen”, um noch Luft zum Atmen zu haben.

Aber eigentlich will ich “groß, größer, am größten”.

Wände bemalen, alles bunt machen oder wahlweise unter einem Ascheregen begraben, mich nicht beschränken, größenwahnsinnig werden.

Was ist also zu tun?

Neue Wege gehen! kunstWege

 

Work in Process:

Opfertanz

Bildersammlung, Inspirationen: alles ungeordnet und chaotisch

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Mami Watas Kunstprojekt …

… ist vorerst abgeschlossen.  Mami Wata werde ich treu bleiben und hier – wie gewohnt – von Zeit zu Zeit weitere Infos zum Thema einstreuen, will sagen: Der Blog wird fortgesetzt. Nichtsdestotrotz geht es jetzt  zu neuen Ufern auf, wobei ich natürlich auch  den “Indivduellen Mythologien” treu bleiben werde.

Um das Finale  gebührend zu begehen, habe ich ein kleines kostenloses Büchlein erstellt, was das Kunstprojekt noch einmal  für euch dokumentiert.

Schau hier: Mami Watas Tanz. Das Kunstprojekt

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Mami Wata – international!

mami-wataDiese Woche  erhielt ich von einer Leserin meines Buches einen Link auf ein anscheinend ebenfalls interessantes Buch, das aber – die astronomischen Preise auf “amazon.de” lassen darauf schließen – vergriffen zu sein scheint: Cronenburg, Petra van: Schwarze Madonnen. Das Mysterium einer Kultfigur. Basel 1999, S. 210)

Hier ist Izabelas Zitat aus dem o.g. Buch:

Omnifunke erzählt, 1994 hätte der Rat der Ifa durch sein Divinationssystem die Botschaft erhalten, mit den drei Göttinnen Yemoja, Oshun und Oya, den ‘dunklen Müttern’, werde ein Prozess weiblicher Ermächtigung beginnen:
die ganze Menschheit wird ihr gegenüberstehen, sie ehren, empfangen und erinnern. Was 1993/94 in den Industrieländern mit einer neuen Hinwendung zur Schwarzen Madonna und der Wiederentdeckung der dunklen Göttinnen begann, sieht die Yoruba-Priesterin in einem weltweiten Zusammenhang: ‘Wir sind gezwungen, den Menschen zu bestätigen, dass die dunklen Mütter hier sind, dass sie Integration symbolisieren, Gleichgewicht und Frieden als die notwendigen Bestandteile, um das Gleichgewicht der Erde wiederherzustellen.’ Der weltweite Prozess in der weiblichen Spiritualität, der durch die Wiederentdeckung des Geschichtenerzählens und die Beschäftigung mit den Schattenseiten der Psyche in Gang gesetzt wurde, bedeutet für die Priesterin den Beginn einer Befreiung, die weibliche und männliche Kräfte in ein spirituelles Gleichgewicht bringt und dadurch Menschen befähigen könnte, zu ‘Mitschöpfern’ statt Zerstörern zu werden. Frauen begannen, ihre Gewohnheiten, ihre Ethik und ihre Politik miteinander zu teilen, (denn) unsere Leidenschaften zu verleugnen und uns in Angst zu verstecken würde unsere Visionskraft beschränken und die Fähigkeit, aktiv am kreativen Prozess teilzunehmen.

Diese kulturübergreifende “Integration”, die ich immer in  der Göttin Mami Wata, was ja nur ein anderer Name für Yemaja/Yemoya (wie im o.g. Zitat verwendet), mit ihren afrikanischen, afro-amerikanischen, asiatischen und europäischen Wurzeln,  erblickt habe, finde ich im Zitat nicht nur bestätigt, sondern es entspricht auch meiner eigenen Vision, die die verschiedenen spirituellen Kulturen miteinander verbunden wissen möchte, ohne aber ihre jeweiligen Besonderheiten zu negieren.

Meine Zeichnung zeigt deshalb folgerichtig auch eine Mami Wata mit Rune und entsprechender Affirmation von Karl Spiesberger (Runenmagie. Handbuch der Runenkunde. Ulm 1954, S. 51)

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Mami Wata: Ein Gedicht

andrea

Das folgende  Gedicht wurde  von Andrea E. Homersen geschrieben, die es anlässlich ihrer Tanztheaterproduktion “In my Sister’s Country” verfasste.

Es passt natürlich gut zum Titel meines Blogs, weswegen ich es euch nicht vorenthalten möchte.

Weitere Infos über Andrea findet ihr hier: www.sherifah-chandra.com oder hier: www.frauenpfade.de

Mami Wata

Dein Körper bewegt sich in weichen Wellen,

Schaumgeborene,

das Mondlicht glitzert auf Deinem wogenden Haar …

anmutig, sanft, fließend …

salzig Dein Kuss und feucht

wie die See, aus der du kommst,

wild kannst du sein und ungestüm,

alles verschlingend – sogar das Land

träge zuweilen –

lässt du die Sonnenstrahlen auf dir tanzen

tauche ich in dich ein, zerrst du an mir,

wirfst mich um und um …

und gibst mich wieder frei,

atmest mit mir ein und aus,

schüttelst mich durch und durch

und wiegst mich sanft in deinen feuchten Armen

hast mich geboren und alles hier,

bist unsere Mutter,

gibst und nimmst,

scheinst ewig und erneuerst ständig

Danke, Andrea.

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Das schöne Mädchen von Seite 1 …

… ziert nicht – wie im Song von Howard Carpendale – den Katalog des Versandhauses (den gibt es ja irgendwie auch überhaupt nicht mehr), sondern ein bemaltes Blatt aus Marions Kalender. Print-Kalender sind wohl  – genauso wie Versandhauskataloge – vom Aussterben bedroht und so ist es doch schön, dass Marion eine künstlerische Recycling-Methode entdeckt hat. Bei ihr  gibt es dann auch kein “Mädchen”, sondern eine ausgewachsene Göttin, die da im Fluss der Zeit schwimmt. Mami Wata grüßt uns.

Danke, Marion!

Weitere Bilder von ihr könnt ihr auf  ihrer Homepage  www.kunstart-hannover-leipzig.de bewundern.
Marions Mami Wata

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Rendevous mit Aphrodite und Mami Wata

Letztens habe ich einen Kurs zum Thema “Mediale Heilung” an der VHS Hannover belegt und dabei die Kursleiterin Brigitte Göbel, www.mahuna-institut.de,  kennen- und schätzen gelernt. Daraus hat sich mittlerweile ein interessanter Kontakt ergeben, zumal wir festgestellt haben, dass Brigitte sich schwerpunktmäßig mit Aphrodite und ich eben mit Mami Wata, der afrikanischen Aphrodite, beschäftige. Diese Gemeinsamkeit hat uns viel Lust auf eine Zusammenarbeit gemacht, an der wir auch andere Menschen teilnehmen lassen wollen. Insofern sind wir sehr glücklich darüber, dass uns die VHS Hannover die Möglichkeit bietet, im Herbst zusammen ein Wochenendseminar anzubieten. Es wird am 23./24.10.2010, also am letzten Wochenende der niedersächsischen Herbstferien, stattfinden und ihr seid herzlichst dazu eingeladen. Anmeldung  bitte über die VHS Hannover.

Tänzerisch-spielerischer Dialog zwischen den Kulturen:  Rendezvous mit Aphrodite und Mami Wata

Wem ist sie nicht bekannt? Die griechische Göttin Aphrodite,  die Liebe und  Fruchtbarkeit spendet. Sie verkörpert die ewige Macht der Liebe, ihrer Verheißungen, Erfüllungen und Enttäuschungen. Sie hat eine dreitausendjährige Geschichte aufzuweisen, und ein Ende ist nicht abzusehen. In vielfältiger Form wollen wir uns mit ihr auseinandersetzen.

Aphrodite,   die Schaumgeborene, heißt in Westafrika Mami Wata. Sie besitzt eine weiße Hautfarbe und erinnert  auch  rein äußerlich an eine europäische Meerfrau.  Später kamen noch indische Einflüsse hinzu, sodass es sich bei ihr  wahrlich um eine „multikulturelle“ Göttin handelt.

Genauso wie Aphrodite wird Mami Wata  mit Liebe, Schönheit und Fülle in Verbindung gebracht. Spätestens dann, wenn dir Mami Wata in deinen Träumen mit langen Haaren und hellem Teint erscheint,  solltest du ihrem Ruf folgen und in das Blau-Grün des Wassers hinabtauchen, um dich auf die Suche nach einer Vision für dein Leben zu begeben.

Mit Hilfe der Methode „Jeux Dramatique“, die aus dem freien Theaterspiel stammt,  werden wir zuerst eine spielerisch-tänzerische   Begegnung mit Mami Watas Element, dem Wasser, erleben. Mit Hilfe von  tänzerischen Kreisen, Spiralen und Achten vertiefen wir dieses Erlebnis, um danach Bewegung als Auslöser für eine schamanische Reise zu erfahren.  Während der Reise können tiefgreifende Erlebnisse möglich sein.

Zum Schluss dieses Wochenendseminars werden wir Aphrodite mit Mami Wata in den Dialog treten lassen  und unsere Assoziationen ausdrücken, was Aphrodite und Mami Wata mit uns selbst zu tun haben und wie wir sie in unser alltägliches Leben integrieren können.

Bitte eine Decke, bequeme Tanzkleidung und Zeichenmaterial mitbringen.

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Soul of Africa

Es gibt ja keine Zufälle. Am Mittwoch konnte mein Radiowecker mein präferiertes Programm “Deutschlandradio Kultur” nicht mehr empfangen, sodass ich mich auf die Suche nach einer erträglichen Alternative aufmachte, nach einem Radiosender also, dessen Moderatoren nicht ”platt” daher”schwafeln”, um eine Musik anzusagen, die so belanglos und weichgespült ist, dass sie mir schon am Morgen Kopfschmerzen bereitet und dessen redaktioneller Höhepunkt die ”Ansage von Schlaglöchern” ist. Kurz und gut, ich fand schließlich ”WDR 5″, hörte mir eine morgendliche Presseschau an und wurde mit einem Programmhinweis konfrontiert, der mich direkt wieder zu “Mami Wata” führte. Ich erfuhr, dass es am 17.3. in der Sendung “Tischgespräche” ein Interview mit dem Fotografen Henning Christoph geben würde, dessen Name mir schon durch seine Fotografien im Bildband “Soul of Africa. Magie eines Kontinents” bekannt war. Schnell vermutete ich, dass während des Gesprächs sicherlich auch das Thema “Mami Wata” berührt werden würde. Und richtig: Ich wurde nicht enttäuscht, erzählt Henning Christoph doch gleich zu Beginn des Interviews die Geschichte seines Mami Wata-Altars, den er von Benin nach Essen importiert hatte. Nachzuhören ist das Interview auf: #Tischgespräch#

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Der Todesaspekt von Mami Wata

Mami Wata kann auch einen bedrohlichen Aspekt haben, ist ihr Unterwasserreich doch auch assoziiert mit dem Tod. Wenn Mami  Wata dich ruft und du dies ignorierst, wird sie dich mit Krankheit und Unheil strafen, bis du ihr einen angemessenen Platz in deinem Leben eingeräumt hast.

Todes-Mami Wata

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Afrodite

Jetzt ist es schon eine Woche her, dass ich meine Ausstellung “Mami Watas Traumkunst”  im Café Lohengrin eröffnet habe. Sie stand ganz im Zeichen von Mami Wata, was ja letztendlich nur ein anderer Name für Eurynome-Aphrodite ist. Wer Genaueres über die Hintergründe  wissen möchte , kann dazu in meinem Buch nachlesen.

Die afrikanische Mami Wata wurde von Dirk Grothe dann in “Afrodite” umgetauft und  gab  ihm  die kreative Inspiration für eine kleine Minigeschichte, die ich nachfolgend zitiere:

Afrodite

Sie hatte sich die schwarze Göttin auf dem Basar von Casablanca gekauft, weil diese ihre eigene Schönheit widerspiegelte in allen Formen und Zügen wie ein verkleinertes Spiegelbild. Seitdem war sie bestrebt, sich auf ewig die göttliche Schönheit zu erhalten, indem sie sich täglich mit der Göttin verglich.

Die schwarze Göttin hatte allerdings einen Heidenspaß daran, sich den Veränderungen ihrer Besitzerin im Laufe der Jahre haargenau, aber kaum wahrnehmbar anzupassen, wodurch diese in dem Glauben bestärkt wurde, sich stets im „status quo“ ihrer Schönheit zu befinden.

Raus kam die Sache, als die Besitzerin ihre Göttin stolz ihrer Freundin zeigte, diese jedoch verunsichert bemerkte: Aphrodite hatte ich mir aber ganz anders vorgestellt, nicht so dick!

Wie Dirk mir erzählt hat, schreibt er tagtäglich solche kleinen Geschichten, die er u.a. auch auf  www.typeer.de veröffentlicht.  Außerdem schreibt er selbst Theaterstücke und macht  im “ensemble kamusa”  (schau hier: www.kamusa.de ) Theater.

Ich selbst bin immer wieder erstaunt und auch erfreut darüber, wie viele Menschen in meiner Umgebung kreativ-künstlerisch tätig sind. Ich wünsche mir nämlich eine Gesellschaft, in der jedermann und jedefrau – jenseits von pervertierten Castingshows – kreativ  ist, und dies einfach so! Einfach zur gegenseitigen Freude.

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