Mami Wata

72_aquatinta_mamiwata_20091Jetzt ist es bald soweit. Am 20.2. um 20 Uhr findet meine Ausstellungseröffnung mit Tanz und Performance im Café Lohengrin in Hannover statt.

Das ist meine offizielle Ankündigung:

Das Café Lohengrin in der Sedanstraße, das sich durch ein breit gefächertes Kulturprogramm auszeichnet, zeigt vom 20.02. – 20.03. Arbeiten von Marina Sosseh (Jahrgang 1966).

Die Künstlerin sieht sich in der Tradition der „Individuellen Mythologie“, einer Kunstrichtung, in der eigene mythologische Vorstellungen in eine symbolisierte Bild- und Zeichensprache umgesetzt werden.
Auch bedingt durch längere Aufenthalte in Gambia finden sich in ihren, meist in Acryl gehaltenen, obsessiv farbigen Bilder, nicht nur Reminiszenzen an afrikanische Götter und Göttinnen, sondern auch transkulturelle Vernetzungen, die auf eine individuelle Patchwork-Spiritualität hinweisen.
Da im Verständnis von Marina Sosseh Kunst nicht in verschiedene Teildisziplinen katalogisierbar ist, wird die Ausstellungseröffnung am 20.02. um 20 Uhr von einer Performance gerahmt, bei der die Künstlerin u.a. aus ihrem Buch „Mami Watas Tanz“ vorlesen wird. Man darf gespannt sein.

Marion hat sich schon zuvor von „Mami Wata“ inspirieren lassen und einen kleinen Druck angefertigt, den ihr oben seht.  Mehr von ihr  gibt es unter  www.kunstart-hannover-leipzig.de zu sehen.

Mami Wata???

Willkommen auf meiner Seite, in der ich in unregelmäßigen Abständen über … (tja, das weiß ich selbst noch nicht) berichten werde.

Heute möchte ich euch erst einmal den Namen meines Blogs erklären. “Mamiwata” habe ich ihn in Anlehnung an die afro-amerikanische Meeresgöttin Mami Wata genannt.

Mami Wata wird in ganz Westafrika, aber auch in Brasilien oder der Karibik verehrt. Hinter der Pidgin-Bezeichnung Mammy Wata oder auch Mami Wata (auch Yemanja) verbirgt sich eine fischschwänzige Wassernixe.

In der Ifa-Religion, die ursprünglich in Nigeria, Benin und Togo beheimatet ist, wird jedem Menschen ein Geistwesen zugeordnet. Bestimmt wird es im Orakel. So viel sei verraten: Meines ist nicht Mami Wata.

Trotzdem spricht mich Mami Wata an. Historisch gesehen stellt ihr Kult nämlich eine Verbindung zwischen europäischen, afrikanischen und indischen Traditionen dar. Insofern ist sie prädestiniert dafür, ein Symbol für eine religionsübergreifende Spiritualität zu sein.

Ifa-Anhänger/innen werden das selbstverständlich anders sehen. Mir ist aber nicht die Zugehörigkeit zu irgendeiner spirituellen Richtung wichtig, sondern vielmehr die Auflösung von Grenzen. “Entgrenzung” also. Ich gehe nämlich davon aus, dass sich die Zeit der “Entweder-Oder”-Religionen (zumindest in den westlichen Ländern) dem Ende zuneigt und von einer ganzheitlichen Sicht der Welt abgelöst wird. Insofern finde ich dieselben Götter- und Geistwesen in unterschiedlichen Kulturkreisen wieder, allerdings mit verschiedenartigen Namen versehen. Sie sind allesamt Aspekte eines göttlichen Wesens, womit ich dann wieder mit der traditionellen Ifa-Religion übereinstimme, die sich – was jetzt sicherlich einige Leser/innen verwundert – als monotheistisch definiert.

Unterschiedliche spirituelle Traditionen sind, folgt man meiner Argumentationsweise, nur verschiedenartige Wege, um sich der göttlichen Wesenseinheit, die ich einmal vorsichtig mit “Ganzheit” umschreiben möchte, anzunähern. Missionierungsversuche und die aggressive Variante der Glaubenskriege sind damit als vollkommen obsolet und kontraproduktiv erkannt. (Ob sie jemals aktuell waren oder einfach nur “bescheuert” sind, kann sich jede/r selbst beantworten!)

Nachdem es nun, entgegen meiner ursprünglichen Absicht, kompliziert geworden ist, gibt es hier noch ein Bild von Mami Wata, das ich 1999 angefertigt habe. Es ist eine Assemblage, bestehend aus Kies, Sträuchern, einer Barbiepuppe mit Fischhaut, Plastikboot und Glasscherben.

Mami Wata