Terror allüberall!

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Nachdem gestern der dritte Terroranschlag innerhalb von zwei Wochen stattfand, davon allein zwei in Deutschland, kann man nicht zur Tagesordnung übergehen.  Auch denen, die bisher den Medien vertrauten,  muss langsam aufgehen, dass die Politik der offenen Grenzen und der Religion “Mensch”, die uns seit Jahrzehnten als allein richtig propagiert wird,  ihren Preis verlangt: Der Preis ist der, dass wir die Konflikte und die Armut der Welt nach Deutschland importiert haben. Die Menschen, die vor Terror in ihren Heimatländern flohen, finden eben diesen hier wieder vor. Unsere zivilisatorische Gesellschaft wird von den importierten ethnisch-religiösen Konflikten aufgefressen, wenn wir nicht laut und deutlich “Halt” schreien. Der fromme Wunsch nach Bildung für die, die da kommen, ist naiv, wenn man einmal erfahren hat, wie tief kulturelle und auch biologische Determinanten den Menschen steuern und wie schwierig es ist, diese zu überwinden. Im Gegenteil: Die analphabetischen Migrantenströme, genauso wie die scheinbar nicht integrierbaren Parallelgesellschaften, passen das Bildungssystem “nach unten” an und eine faschistisch anmutende  Religion verlangt gleichzeitig  Rücksichtnahmen auf Befindlichkeiten, die zur vorauseilender Unterwerfung führen, weil ansonsten barbarische Gewalt angedroht ist.

Das neue Deutschland, das auf diese Art und Weise erschaffen wird,  kann nur befriedet werden, wenn wir uns über mehrere Generationen den Verwerfungen anpassen und dabei vergessen, was wir einmal gehabt haben: an Frauenrechten, sexueller Vielfalt, Diskussionskultur. Der großstädtischen Jugend kommt die “Kanaken”sprache beispielsweise schon heute “normal” vor und selbst die, die es anders könnten, passen sich an, um nicht anzuecken.

Um diese vorgezeichnete Entwicklung zu stoppen, ist es fast zu spät. Die Demographie wird siegen  und wir werden in der Umbruchsphase eine Barbarei erleben, die wir seit den Hunnen-Invasionen nicht mehr gekannt haben. Freuen an all diesen Verwerfungen darf sich nur das globalisierte Finanzkapital, was gemeinschaftlich-staatlich finanzierte Konsumenten braucht, die dumm wie Stroh sind und nichts hinterfragen, was ihnen  medial vorgekaut wird.  Diese  gezüchteten Zombies  ermöglichen es letztendlich, dass die  internationalen Konzerne weiter wachsen und ihre Politmarionetten mit monetären Vorteilen versorgen, die diese wiederum  dazu verpflichten, ihnen zu dienen. … Hilfe für die Unterprivilegierten der Welt kann so nicht geboten werden. Im Gegenteil. Deutschland wird zum Auswanderungsland für die, die es sich leisten können.

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Der Einheitsbrei und seine Gegenbewegung

Ich verbringe viel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln, die ich manchmal damit zubringe  die WELT zu lesen. -Das ist ein Presse-Blättchen, was zwar – genauso wie all seine zweifelhaften Gespielinnen und Buhlbrüder – tendenziös und propagandiös ist, was aber von Zeit zu Zeit einmal journalistische Lichtblicke erahnen lässt.

Diesmal war es ein Interview mit Thomas Marecki, der sein Magazin Lodown, was ich bisher nicht kannte und was mich vermutlich mit seinen Schwerpunktthemen  Surfen und Skaten auch nicht wirklich interessiert –   einstellt und der aus diesem Anlass von einem WELT-Journalisten interviewt wurde.  Er sagt im Gespräch  über Netzkommunikation folgendes:

“Qualität bleibt auf der Strecke. Wenn etwas erst gar nicht für den Mainstream gemacht ist, bekommt es nicht genug Zustimmung im Netz und wird dann nicht entsprechend honoriert. Darum entsteht immer mehr Einheitsbrei, der aber einer breiten Zielgruppe gefällt. Die Wiederholung wird zum Normalfall. Neue Inhalte kommen erst gar nicht mehr rein. Es sei denn, sie sind gesteuert. (Der Mainstream ist SINNBEFREIT,  Die Welt vom 01.06.2016)

Aufmerksamkeits-Wirtschaft heißt das, worum es im Zitat geht,  und sie führt zu einer Konsensbildung im Mittelmaß, das sich gegenseitig immer mehr verfestigt. Aus Flüssigbeton wird so  Beton, der sich nur noch mit Sprengstoff zerstören lässt oder eben überhaupt nicht. Alles, was nicht in diese neue Konsensdiktatur passt, wird eliminiert. Notfalls wird gar ein Rufmord kreiert. Das ist nicht nur in der sogenannten “Lügenpresse” der Fall, sondern setzt sich in alle Bereiche unserer Gesellschaft  unschön fort. Insofern hat die journalistische Zunft hier erfolgreich erzieherisch gewirkt; in ihrer  eigentlichem Aufgabe – nämlich objektiv zu berichten und manchmal auch investigativ aufzudecken – versagt.

Allüberall sind nun die tumben Blockwarte anzutreffen.

Und so hat sich langsam ein Cthulhu-Monster mit seinen Krakenarmen auf das Gesellschafts-Geflecht platziert, dass – wir wissen es alle – gerade durch Andersartigkeiten, Brüche, Diskussion und Diskursen, viril erhalten bleibt, nun aber erstickt wird von einer Diktatur wirtschaftlicher Dogmen, deren Währung sich im Zuge der Digitalisierung mehr und mehr Richtung Aufmerksamkeit verlagert, die wiederum in Geld, was bald kein Bargeld mehr sein darf,  umgetauscht wird. Paradoxerweise ist dieser Prozess zwar offensichtlich, wird aber dennoch von den meisten Mitmenschen nicht bemerkt.  Die  Gedanken-Schablonen und Strangulierseile, die uns auferlegt worden sind, werden in der Mehrheit nicht  hinterfragt und deshalb gar  für “alternativlos” erachtet.  Und so breitet sich die Zensur im Internet aus und wo nicht gleich ganze Seiten gesperrt werden, da wird der Meinungsaustausch  durch Mainstream-Einheitsbrei erstickt und gesponserte Beiträge zu Küchenmaschinen sowie anderen Gadgets verheißen Ablenkungen, die wiederum den Wirtschaftskreislauf befruchten.

Überwachung, Maximierung, Evaluationen und wie das Kauderwelsch des entfesselten Kapitalismus-Monster auch heißen mag, führt normalerweise zu Gegenbewegungen. Eine davon nahm letzten Sommer ihren spektakulären Anfang. Im  Zuge der Flüchtlingskrise konnten  all die Willkommensfreunde eine Emotionalität und Menschlichkeit ausleben, die im Alltagsleben – gedeckelt von Prozess- und Risikomanagement-Prozessen -, nur noch – unter Androhung von Stigmatisierungen – auslebbar ist. Und so werden dann noch schnell zwei unbegleitete afghanische Jugendliche aufgenommen, um die Familie zu sein, die man eigentlich nicht ist und Gefühle zu zeigen, die im harten beruflichen Alltag als Schwäche gedeutet werden.

  • Doch diese Gegenbewegung ist falsch, auch wenn sie von einigen Akteuren gut gemeint zu sein scheint. Hier werden alle Beteiligten, unabhängig davon, ob es sich dabei nun um Flüchtlinge, Helfer oder Helfershelfer handelt,  von einer Politik instrumentalisiert, die auf Anraten der Wirtschaft, Migration nur deshalb fördert, um so die globalisierten Wirtschafts-Maximen fester und fester zu surren. Das Seil um unseren Hals zieht sich dabei fester und fester zu und wir haben fast schon keine Luft mehr zum Atmen, derweil die Propanda- und Bespaßungsmedien uns im Staccato mit ihren Lügen bombardieren.
  • Diese falsche Gegenbewegung ist darüber hinaus ein Ventil  für die fortschreitende gesellschaftlichen Zombifizierung. Dieses Ventil lenkt den Druck, entstanden  aus  unterdrückten Unbehagen und Ärger, in die instrumentalisierten Kanäle des Gutmenschentums.  Darüber hinaus bietet diese falsche Gegenbewegung die Möglichkeit,  ihre Kritiker als Feinde zu stigmatisieren und zu verfolgen. Dabei machen dann fast alle gesellschaftlichen Institutionen brav mit, einfach deshalb, weil sie am finanziellen Tropf der Willkommenskultur hängen und ihnen so das eigenständige Denken und Handeln (sofern vorhanden!) schon längst abgewöhnt wurde.
  • Diese falsche Gegenbewegung  ist nichts weiter als  eine neue “Abwrackprämie”, die die  Konjunktur ankurbelt und den Arbeitsmarkt in Zeiten der Globalisierung noch prekärer gestalten soll, als dies ohnehin der Fall ist.
  • Diese falsche Gegenbewegung schafft  Konkurrenz bei den Niedriglöhnern mit Einwanderern, mit denen sich keine Solidarität erzielen lässt,  weil nicht nur eine gemeinsame Sprache fehlt, sondern auch eine andere Kultur gelebt wird.

Das ist nicht die Gegenbewegung, die wir dringend benötigen!  Das ist eine große inszenierte Lüge, die uns entwurzelt und uns zu Sklaven des Finanzkapitals macht.

Wacht auf und empört euch!

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Risikomanagement

Der Soziologe Niklas Luhmann konnte in den 50ziger Jahren noch  folgende Aussage treffen, die er vielleicht nicht ganz ernst gemeint hat:

“Ich finde es einfach ungerecht, dass man Vorgesetzte, die durch ihre Stellung ohnehin schon privilegiert sind, auch noch von der Forschung her stützt, mit Kursen über Menschenführung beglückt und mit entsprechenden Techniken ausrüstet, die von der Struktur her disprivilegierten Untergebenen dagegen ohne jede Hilfe lässt.” Der neue Chef

Mittlerweile sind die scheinbaren “Führungskompetenzen”, wie der Kurs zur Menschenführung  neusprachlich überschrieben ist, durchgesickert von der obersten zur untersten Hierarchie-Ebene. Jetzt werden auch die im luhmannschen Sinne Unterprivilegierten in Methoden und Skills ausgebildet, die es ihnen ermöglicht, die in der Hierarchie noch weiter unter ihnen stehenden zu manipulieren und zu domestizieren. Ganz neurolinguistisch eben!

Das neuzeitliche Lumpen-Prekariat ist von all den wirtschaftlich-pragmatischen Infusionen, die das eigene Leben pervertieren, nicht verschont geblieben. Und so arbeitet das Unterschichts-Coaching der Privatsender systemisch. Ziele werden ausgearbeitet  und auf eilig aufgestellten Whiteboards in der heimischen Wohnlandschaft visualisiert und referiert.  Die Frauenzeitschriften geben mittlerweile Tipps zur manipulativen Führung von Beziehungen, derweil die Männer sich durch zweifelhafte “Pickup”-Ratgeber “im Frauen rumkriegen” schulen lassen.

Herausgekommen ist dabei eine zombifizierte Gesellschaft, die Aggressionen und Ängste  als persönliche Schwäche abwertet,  sie “in Watte packt” und PROZESSMANAGEMENT betreibt, wo jemand durch die Unwegbarkeiten des Lebens  in Mitleidenschaft gezogen wird. Das wirtschaftliche Denken hat  jeden Bereich unseres Lebens übernommen. Manipulationstechniken, die irgendwann einmal für Führungskräfte erdacht worden sind, die auf diese Art und Weise “ihr Personal” zu maximaler Leistung anspornen sollten, haben sich mittlerweile in jeglichen “sozialen Kommunikationsprozessen” durchgesetzt – so unbewusst und perfide, dass die meisten Menschen, dies sogar abstreiten würden!  “Ich doch nicht!”, rufen sie entrüstet aus.

In solch einer pervertierten Gemeinschaft von Arbeitnehmern und Konsumenten, Leistungsempfängern und Leistungsgebern, Sklavenhaltern und Sklaven, Sklaven und Sklaven wird jeder zwangsweise Teilnehmende in seinen vielfältigen Interaktionen zuerst seinen eigenen Nutzen berechnen und sich fragen: “Lohnt sich das für mich?” Wenn er dann feststellen muss, dass es sich eben nicht lohnt, wird er entweder von diesen Mitmenschen Abstand nehmen oder diesen insofern zu manipulieren versuchen, als dass sich ein monetärer  oder machterzeugender Nutzen für ihn ergeben wird. Letztendlich quetschen wir uns so gegenseitig wie Zitronen aus, um uns dann der unerfreulichen Überreste zu entledigen, bis wir irgendwann selbst diesen zweifelhaften System zum Opfer fallen werden.

Wenn dies geschehen ist, vielleicht in einer Position als “Sklave”, für den das Bossing und Mobbing existenzbedrohliche Dimensionen angenommen hat, dann kann man sich an die Burnout-Beratung wenden. Diese empfiehlt dann – ganz der kapitalistischen Logik  folgend – RISIKOMANAGEMENT!

Ich selbst würde jedoch dringend anraten, das luftabschnürende Korsett der singulär wirtschaftlichen Bezugnahme in Frage zu stellen und das Geld, was im Zentrum unseres Lebens zu stehen scheint, zu entsakralisieren.

  • Vielleicht bietet die Familie (oder selbst gewählte Lebensgemeinschaften), sofern sie noch funktioniert und sich von den heutigen Verwerfungen distanzieren können,  eine letzte Enklave in der globalisiert-optimierten Welt. Ein Hinweis darauf, dass meine Überlegung richtig zu sein scheint und hier eine Bedrohung für die zombifizierte Gesellschaft besteht, sehe ich in der zunehmenden Verstaatlichung der Kindererziehung, die die Familie und den Zusammenhalt, der dort eventuell entstehen mag, schwächt, selbstverständlich um vordergründig die Bürger zu fördern, in Wirklichkeit sie aber zu flexiblen Lohnsklaven des Kapitals und/oder bloßen Konsumenten zu machen.
  • Auch sollten wir uns wieder alternativen Lebensmodellen zuwenden, wie sie in den 70iger Jahren erdacht, mittlerweile aber zu Geschäftsmodellen pervertiert worden sind. Es kann nicht sein, dass der Trend zur Selbstversorgung und Eigenproduktion dazu führt, sich für teures Geld erst ein entsprechendes Equipment inkl. Pachtgarten, der nur mit Auto erreichbar ist, zulegen zu müssen. Naturerfahrung braucht kein buchbares Gesamtpaket,  Ernährung keinen vegane Hype mit teuren Tofu-Würstchen und Soja-Milch.   Spiritualität lässt sich auch ohne Seminar beim Indianer ihres Vertrauens erleben. Hier die ehemals interessanten Ideen wieder vom Kommerz zu befreien und zu den Wurzeln zurückzukehren, ungeachtet dessen, dass das,  was dabei erneut ins Dasein gelangt  und von uns nun weitergedacht werden kann, nicht dem  aalglatten Perfektionsanspruch der Stock-Fotografie entspricht, dafür aber individuell und eigen ist.
  • Die Rückbesinnung auf die Nation und die eigene Identität, ohne dabei in Intoleranz zu verfallen, scheint mir die beste Gewähr gegen eine austauschbare Welt von Konsum-Sklaven zu sein. Ungezügelte Einwanderung, gerade von –  zur einheimischen Bevölkerung aus gesehenen –  kulturell und religiös stark differenzierenden Bevölkerungsgruppen,  ist abzulehnen, überfordert sie nämlich schnell die Stabilität des Bestehenden und fördert so das Entstehen von Parallelkulturen, die sich gegenseitig bekämpfen und so die Finanzeliten stärken, in dem die Kräfte der Menschen im alltäglichen “Kampf der Kulturen” aufgebraucht werden, anstatt sich der größeren Zusammenhänge bewusst zu werden und sich ggf. diese zu kritisieren.
  • Religion ist Privatsache. Eine staatliche Förderung und Einflussnahme ist abzulehnen.
  • Großen Zentralverwaltungen, wie der EU in Brüssel, sollten wir genauso misstrauen wie Bildungs- und Gesundheitsfabriken. Letztendlich trachten solche Systeme, einmal entfacht, immer nur dazu, sich selbst zu erhalten. Sie festigen sich dabei selbst beständig, auch wenn jeder der dortigen Mitarbeiter schon eingesehen hat, dass die eingeschlagene Richtung mindestens in eine Sackgasse, schlimmstenfalls in einem Crash münden wird. Im Zuge der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ist die Gefahr groß, dass hier die Maschinen Prozesse übernehmen, die von Menschen nur noch schwer gestoppt werden können! (Um den letzten Punkt nachzuvollziehen, empfehle ich das Anhören des Beitrags  “Zukunftsfähig. Arbeit im digitalen Zeitalter” vom 16.02.2016 im Philosophischen Radio. Der Podcast dazu ist hier zu finden.)
  • Misstraue dem Kollektiv  (auch dem eigenen!) und stelle es immer wieder in Frage! So verhindern wir, ausgehend vielleicht von einer gut gemeinten Idee, eine totalitäre Meinungsdiktatur zu befördern! Wie dies geschehen kann, können wir nur allzu einprägsam an der Partei der Grünen sehen, die sich mittlerweile zur schlechten Karikatur ihrer selbst entwickelt hat!
  • Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte den Menschen die Existenznot nehmen, denen sie in Zeiten der Digitalisierung und Automatisierung ausgesetzt sind. Mindestens  50% der Berufsbilder, die wir jetzt noch kennen, werden in den nächsten Jahren wegfallen. Ich selbst gehe sogar von höheren Zahlen aus. Daraus resultierende Verteilungskämpfe um prekäre Beschäftigungsverhältnisse könnten durch ein bedingungsloses Grundeinkommen verhindert werden. Die Arbeitsgesellschaft gehört der Vergangenheit an!
  • Volksabstimmungen könnten verhindern, dass die Politik ihre Bodenhaftigkeit verliert und nur noch den Lobbyisten zuarbeitet, anstatt den Bürgern verpflichtet zu sein.
  • Die Medien, die zur manipulativen Propaganda und zur Dauerwerbung, verkommen sind, sollten wir nicht mehr unterstützen und stattdessen auf alternative Quellen der Information, wie soziale Netzwerke, Blogs (sofern sie nicht nur Promoting-Werkzeuge sind) und persönliche Kontakte ausweichen. Unsere Meinung sollten wir auf die Straße tragen und uns über eventuell bestehende Maulkörbe im Zuge der “politischen Korrektheit” hinwegsetzen. Wir brauchen wieder Diskussionen und Diskurse, die ausgetragen werden können, ohne dass man dabei um seine Existenz fürchten muss! 

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Risikomanagement. Mixed Media, 40 x 29 cm. Februar 2016.

Die Vorskizze ist im Landesmuseum Hannover entstanden, inspiriert von den Gemälden  “Jacob Jordaens, Die Heilige Familie mit Elisabeth, Johannes und Zacharias” und Frans Snyders “Das Stillleben beim Wildhändler”. Der Titelgebung ist von Überlegungen und Erfahrungen beeinflusst, die im oben stehenden Artikel angeführt werden.

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Kapitalistische Logik

“Die Waren müssen ihre Käufer kaufen”, was beispielsweise in Deutschland durch die zweifelhafte Abwrackprämie geschah und momentan durch die wachsende “Flüchtlings”-Industrie ermöglicht wird, die eine künstliche – da steuerfinanzierte – Konjunktur erschafft, die jedoch nicht einhergehen wird, mit einer Steigerung unserer Lebensqualität, es sei denn, wir würden diese, durch einen masturbatorischen Akt sozusagen, durch das wohlige Gefühl, etwas Gutes zu leisten, generieren können und dabei vergessen, dass der Zusammenprall der Kulturen unser Land in schrecklichste Verwerfungen führen wird und dass z.B. die Konkurrenz, um die prekärsten Arbeitsplätze und den knappsten Wohnraum dadurch härter wird, derweil sich die Kapitalisten – am Genfer See oder wo ihre abgeschotteten Villen auch immer stehen mögen – sich überheblich über die “besorgten Bürger” echauffieren und ihre Medien-Clowns und Politik-Marionetten zum Denunzieren und Verurteilen abbestellen, deren zweifelhaftes Tun wiederum justiziable Einschüchterungsapparate in Gang setzt, die uns – ganz langsam, fast unmerklich – in einem totalitär-faschistischen Kapitalismus abgleiten lässt, der jeden mit der Existenz bedroht, der ein offenes NEIN ausspricht.

Einen Tag bevor Barack Obama und Angela Merkel in Hannover zusammentreffen, herrscht in der Stadt schon Ausnahmezustand.   Ganze Straßenzüge sind gesperrt und nur noch mit Genehmigung begehbar. Zudem sind allein  acht Demonstrationen gegen TTIP und CETA  angemeldet. Doch anstatt die Kräfte des berechtigten Protestes zu bündeln, wird auch hier separiert.  So heißt es auf der Seite des Veranstalterbündnisses der heutigen Demonstration auf dem Opernplatz:

Wir treten ein für eine solidarische Welt, in der Vielfalt eine Stärke ist. Die Freihandels-Kritik von rechts stützt sich auf völkisch-nationalistische Motive und damit auf Ausgrenzung und Abwertung von anderen, anstatt Solidarität zwischen Menschen. Uns geht es dagegen um die Verteidigung sozialer Rechte für alle, den Schutz der Umwelt und die Förderung der Demokratie. Rassistische, rechtspopulistische und antiamerikanische Positionen lehnen wir ab. Mitglieder von AfD, NPD oder anderen Gruppen, die unser Prinzip der Solidarität nicht teilen, sind auf der Demonstration ausdrücklich unerwünscht!

Wenn dennoch Gruppen oder Einzelpersonen mit oben genannten Motivationen die Demonstration für sich und ihre menschenfeindliche Ideologie zu vereinnahmen suchen, werden wir sie nachdrücklich auffordern, die Demonstration zu verlassen.

Was leider dabei von den Veranstaltern nicht verstanden wird, ist die Tatsache, dass Nationalismus nicht gleichbedeutend mit Abwertung und Ausgrenzung sein muss, sondern vielmehr auch meinen kann, die eigene Nation zu schützen und gleichzeitig andere Identitäten zu tolerieren und mit ihnen in einem freundlichen Austausch zu treten, einfach weil man gesehen hat, dass der sozialistische Internationalismus in der Praxis nicht funktioniert und vom Kapitalismus insofern missbraucht wird, als dass diese Ideologie den Rahmen bilden kann, um die  zweifelhaften Interessen der Großkonzerne durchzusetzen. Ein internationalisiertes Sklaven-Prekariat kann  schließlich keinerlei Widerstand leisten,  ist es in erster Linie doch damit beschäftigt, eine gemeinsame Referenzkultur aufzubauen, was aber – wenn wir uns denn die Regenbogennation Südafrika, die multikulturelle USA anschauen oder einfach nur einen Blick auf die Parallelkulturen  deutscher Großstädte werfen  – zum Scheitern verurteilt zu sein scheint.

Eine nationalistisch ausgerichtete Position will genau dies verhindern und ist deshalb nicht menschenfeindlich, sondern menschenfreundlich.

Statt hier eine Querfront zu bilden und diesen unsäglichen Rechts-Links-Dualismus zu überwinden, um sich gemeinsam gegen TTIP und CETA aufzustellen, wird  von Seiten der Blockpartei-Linken und deren Nutznießer separiert, während die Trommelrhythmen des Demonstrationszuges eine  tolerante Einstellung vorgaukeln, die in Wirklichkeit nicht gegeben ist, derweil sich das Großkapital freudig die Hände reibt, um eine solidarische Welt durchzusetzen, die in Wirklichkeit nur Entsolidarisierung und Entfremdung meint.

Und so ist statt Großdemo heute Putztag angesagt.

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Friedrichsruh

Gestern verschlug es die Wildfrauenhaus-Wandergruppe (bestehend aus immerhin zwei Personen!) nach Friedrichsruh, einem Ortsteil der Gemeinde Aumühle, schon in Schleswig Holstein gelegen, jedoch nicht allzuweit von Hamburg entfernt. Wie uns ein Spaziergänger stolz verkündete, der einzige Kreis in Deutschland der noch offiziell die Bezeichnung “Herzogtum” führen darf.

Wir wählten diesen Ort aus, weil meine Wander-Begleiterin sehr an Hünen- und Hügelgräber interessiert ist und sich diese vom Bahnhof Aumühle in einer recht anspruchslos-gemütlichen Wanderung erschließen ließen.

Nebenbei stießen wir dabei in das Epi-Zentrum des Bismarcks-Kultes und der noblen Lebensweise, jenseits von prekären Verstrickungen und Integrationsproblemen vor, die sich dort – alarmgesicht und videoüberwacht – ein wohlfeiles Leben in der Metropolenregion Hamburg leisten kann.

Und so klebte meine Freundin dann doch gleich an einem Bretterzaun, der den Blick auf ein eingeschlossenes Waldstück und – das kann man nur vermuten – ein standesgemäßes Häuschen verdeckte. Hier – das ergab dann meine kleine Recherche – wohnen die Nachkommen der Familie von Bismarck.

Eine der ihren hat dann auch – nicht ganz so stattlich – das folgende Schildchen in Laminierfolie  für den gemeinen Spazierbringer und potentiellen Spraykünster und Vandalen anbringen lassen, das uns eine Bahnunterführung versprach, die dem ästhetischen Ideal der “Schönheit” verpflichtet ist.

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Konfrontiert waren wir dann aber mit der Fortsetzung des Bretterzauns, der ja schon das Anwesen der Bismarck-Familie vor neugierigem und teilhabendem Blicken schützen sollte.

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Ich hoffe, dass das alles von Elisabeth von Bismarck nicht wirklich ernst gemeint war. Als ironisch-satirisches Statement jedoch war die Kombination aus der Ankündigung mit großem Namen auf kleinem Schildchen und der banalen Bretterzaun-Bemalung irgendwie lustig, wenn da nicht der schale Beigeschmack der Veräppelung bei mir geblieben wäre.

Auf der anderen Seite erwartete uns ein kleines Denkmal, das von gelebter Stein-Magie zeugte.

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Die Aufschrift verrät es. Hier hatte man eine Verbindung zwischen Grotenburg und dem Sachsenwald, der ja Friedrichsruh umgibt, hergestellt. Dies tat man,  indem man einen  Stein der Grotenburg, die ursprünglich vielleicht das kultische Zentrum der Externsteine schützen sollte (lies hier) und die seit 1875 mit dem Hermannsdenkmal bebaut ist,  nach  Friedrichsruh versetzte.  Solch eine magische Handlung stellt  eine Teilhabe an dem  in der Zeit um 1900 beliebten  Hermann-Arminus-Kult her und beschwört nationale Größe, denn so wie einst Hermann die Römer in die Flucht schlug, so soll nun Deutschland über Frankreich triumphieren.  In Form einer gelebten Mythenbildung wird nun die angenommene Tradition der Stärke und des Widerstandes auf dem Heilsbringer Bismarck übertragen , der so zur nationalen Größe stilisiert wurde.

Das diese Mythenbildung bis heute seine Nachwirkungen zeigt,  veranschaulicht die kleine Devotionalen-Ausstellung des Bismarck-Museums, das uns leider den Weg zum Bismarck-Mausoleum versperrte.

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Ein Jagddenkmal erinnert wohl daran, dass der Reichskanzler Otto von Bismarck  im Sachsenwald der Jagd nachgegangen ist.  Ich halte es übrigens für bildhauerisch sehr gelungen, schließlich erscheint es mir sehr lebendig, fast expressionistisch, zu sein.

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Und zum Kontrast zu solch brachialer Natürlichkeit, gibt es hier noch das Bild eines kleinen Fuchses, der am Bismarckmuseum Wache hält.

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Zwischen Jagddenkmal und Kletterpark befindet sich dann ein Hügelgrab, das wohl in der Zeit der Renaissance als Aussichtsplattform genutzt wurde.

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Von hieraus startete dann unsere eigentliche Wanderung bis zum Riesenbett in Dassendorf, gleich gegenüber dem örtlichen Golfclub. Dabei musste ich feststellen, dass mir der Winter noch fest in den Knochen saß und ich mich doch recht schwerfällig durch den Wald bewegte.

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Beim Riesenbett angekommen, wanderten wir zurück nach Aumühle, wo wir dann – nachdem wir unverschämt teure, und alarmgesicherte Villen bestaunen durften, die bei mir die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit aufkommen ließen,   einen überaus noblen Bismarckturm besuchten, der mittlerweile eine Bücherei beherbergt.

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Mehr über Bismarcktürme und meine Gedanken dazu, gibt es hier zu lesen.

Zum Bahnhof wurden wir dann von einer netten Ortskundigen gefahren. Überhaupt muss ich erwähnen, das wir während unserer Wanderung ausgesprochen freundliche Begegnungen hatten. Gerne wieder.

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Wider dem Gehorsam!

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“Wider dem Gehorsam”, Din A3, Mixed Media, Februar 2016

Nicht nur ausgehend von der Lektüre des Buches Wider den Gehorsam von  Arno Grün, sondern auch aus einer direkten Betroffenheit heraus,  möchte ich mir an dieser Stelle meine Gedanken zum  Thema “Gehorsam” machen.

Zuerst sei betont, dass nicht nur ich betroffen bin. Letztendlich – bei genauer Betrachtung – sind wir es alle –   sei es als Täter-Tyrann, als Opfer oder  als Mittäter/ Mitläufer, was in einem historisch  als Obrigkeits-Staat angesehenen Deutschland auch nicht wirklich verwundern sollte. Die in der Vergangenheit geschaffenen Strukturen wirken schließlich nach, es sei denn, sie wären rekapituliert und damit  bewusst gemacht  worden, was – meiner Meinung nach –  in Deutschland bisher nicht  geschehen ist.

Und so wird auch heute noch unreflektiert “Gehorsam” eingefordert. Dies wird nicht direkt postuliert, sondern stattdessen hinter vielfältigen Euphemismen verborgen.

Das Wort  “Gehorsam”  erzeugt  – bei mir zumindest – eine unmittelbare  Abwehr.  Vielfältige negative Assoziationen werden geweckt, zu Recht, denn nach Arno Grün setzt ein gehorsames Verhalten immer die Aberkennung des eigenen Selbst zum Unwert voraus und das wünsche ich mir zumindest nicht. Die Werte des Unterdrückers (oder des Unterdrücker-Systems und ihrer Vertreter) werden bei den Unterwerfungs-Vorgängen  zum eigentlichen Wert erhoben.

Als Beispiel  für die Gehorsamkeits-Dressur, die hier gemeint ist, können wir uns ein kleines Kind vorstellen,  das “brav” sein will und  das deshalb tut, was Mami und Papi verlangen. Wenn sich nun aber auch das erwachsen gewordene Ich des Kindes  Verleugnungs-Prozeduren  unterwirft und sich auf diese  Art und Weise “gehorsam” zeigt, vielleicht auch  einfach deshalb, weil da kein ausgebildetes Selbst vorhanden ist und stattdessen nur ein verstörendes  Vakuum darauf wartet, gefüllt zu werden, dann ist eben ein solcher  Mensch besonders empfänglich dafür, “gehorsam” gegenüber den Werten von anderen oder verfestigten Strukturen zu sein. “Bitte, gebt mir einen Sinn!”, schreit die innere Leere und will gefüllt werden. “Wider dem Gehorsam!” weiterlesen

ALIENation am Nicht-Ort

Es gibt Nicht-Orte.

Diese Woche war ich an einem. Schaut selbst, wie es dort ausschaut:

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Das ist eine Fake-Landschaft auf der Industrie-Brache. Hier führt die Bundesanstalt für Arbeit Projekte durch, die Erwerbslose dadurch beschäftigt, dass sie Blumenbeete auf Industrie-Erde anlegen oder floreale Blumenarrangements kreieren.  Eine Arbeitslosen-Industrie schafft so Beschäftigung, indem sie Menschen markttauglich für einen Markt macht, der überhaupt nicht (mehr) existent ist und deren blumige Ergebnisse genauso verloren auf mich wirken, wie das Tun der dortigen Beschäftigten, die sich einer Kompetenz-Industrie unterwerfen müssen, anstatt frei und kreativ zu fliegen.

All dies hat mich hochgradig künstlerisch inspiriert. Es entstand eine Folge von Bildern, bei denen ich mich dem Genius Loci dieses Nicht-Ortes anzunähern versuchte:

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Mein letztes Bild der Serie zeigt in Groß-Aufnahme, was die erste Zeichnung, in der oberen Ecke nur schemenhaft angedeutet hat. Ob hier Hoffnung sichtbar wird? Entscheidet selbst!

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Unkalkulierbarkeit als neue Tugend oder Wege aus der Mobbinggesellschaft

Jetzt hat mich letztens  jemand als “unkalkulierbar” bezeichnet.

Für mich war klar, dass damit meine Person abgewertet werden sollte, was mich im ersten Moment schwer verletzt hat. Gerade deshalb machte ich mir in der Folgezeit so meine Gedanken, ob die Aussage auch in meiner Einschätzung negativ oder doch eher positiv sein könnte. Ich kam dabei zu interessanten Ergebnissen, die ich hier gerne teilen möchte.

Am Anfang meiner Überlegungen steht ein Satz, den ich im philosophischen Radio hörte. Er  besagt, dass je genauer wir etwas vermessen, umso mehr  die Unterschiede hervortreten.

Wenn ich also in der Arbeitswelt ständigen Evaluationen unterworfen werde, fördert das die Qualität nur insofern, als dass sie alle Mitarbeiter an einer äußeren Schablone misst, deren Kriterien meist noch nicht einmal kommuniziert, geschweige denn selbst bestimmt werden. Man könnte hier auch von Gleichmacherei, Maschinisierung, Entmenschlichung, Zombifizierung sprechen. Der Untergang des Abendlandes naht, wie Herr Spengler schon im Jahre 1920 richtig erkannt hat.

Wer in die Schablone passt oder sich passend macht, darf friedlich weiter seine Tätigkeit verrichten. Die Handlung an sich aber, dass hier nämlich  überhaupt eine Schablone an die Arbeits-Sklaven angelegt wird, führt dazu, – oh Schreck – dass einige Mitarbeiter als nicht regelkonform und somit für das zweifelhafte System als störend eingestuft werden. Dank der Schablone fällt das nun auch den dumpfesten Persönlichkeiten richtig auf; deshalb muss nun – wie ja schon eine volkstümliche Spruchweisheit verkündet – , was nicht passt, passend gemacht werden.

Regeln werden aufgestellt, die nun streng überwacht werden. Die Meute kann losgelassen und die Hetze kann beginnen, indem andere – besser genormte Mitarbeiter – auf das “schwarze Schafe” angesetzt und/oder konstruierte Sachverhalte instrumentalisiert werden. Der Einfachheit halber ist das Mobbing-Opfer nur eine Person, da nur so gemeinschaftliche Solidarität gegen die nächste Stufe der Hierarchie-Pyramide verhindert werden kann. Der Sündenbock trägt nun die alleinige Schuld für das schlechte Abschneiden im Evaluations-Ranking, die mangelnde Auslastung, die Kritik im Netz, … usw. Probleme werden individualisiert und die Kollegen atmen freudig auf, dass ihre zeitweilige und geheime Regel-Unkonformität nicht aufgedeckt wird und freuen sich darüber, dass nicht sie an den Pranger gestellt werden, sondern jemand anderes.

Es folgen zweifelhafte Disziplinierungen, vielleicht auch die Entfernung aus der Gemeinschaft der Befehlsempfänger. Die Existenzsicherung wird angegriffen; die Gesundheit mit psychischem Druck zerstört.

In anderen Parallel-Kulturen werden Hühner geopfert, um die Stabilität des Systems zu gewährleisten. Sind wir davon so weit entfernt?

Ich denke nicht. In unserer posthumanen Gesellschaft ist nur der ein guter Mitarbeiter, der – im Sinne der Herrschaftsausübung – kalkulierbar für eine Gesellschaft ist, die schon längst keine Gemeinschaft mehr ist, sondern nur noch die Interessenvertretung einer Elite darstellt, die ihre Macht  nur  mit Hilfe all der Büttel des Systems, die – während sie ihr merkwürdiges Tageswerk verrichten – noch davon ausgehen, dass sie dem “Guten” dienen, letztendlich ihre Seele aber schon der Bewusstlosigkeit geopfert haben, aufrechterhalten kann.

Umso mehr sich das Gesellschaftsgefüge im Neofeudalismus auflöst, umso mehr muss im kleinen System, also beispielsweise im Arbeitsumfeld des Krankenhauses, des Finanzamtes, des Wirtschaftskonzerns  oder was weiß ich, institutioneller Druck aufgebaut werden, einfach um zu verhindern, dass die Zeichen des Zusammenbruches, die sich im Außen schon deutlich zeigen, nicht nach Innen auswirken. Die Methoden des Wirtschaftsliberalismus im Konglomerat mit einer anscheinend ungebrochenen deutschen Tradition, die vom Soldatenkaiser bis zur Gegenwart führt, und die die zweifelhafte Tugenden des Obrigkeits-Glaubens, des Wegschauens, Weghörens und des Mund Haltens befördert, soll das Herrschaftssystem fest in Beton gießen. Hinzu kommt eine Medien-Propaganda-Maschinerie, die das Bewusstsein der Menschen mit Kalendersprüchen verflacht. Umso dümmer die Bevölkerung, umso mehr Nutzen ziehen die Eliten daraus.

Mit all den aufgezeigten Methoden, das ist die Hoffnung, soll das System am Laufen erhalten bleiben. Die Gefahr ist allerdings groß, dass deren einzelne Mitglieder dabei schwermütig werden, was dann erst einmal einen erbarmungslosen Austausch von schwächelnden Mitarbeitern durch neue, die den Druck noch verkraften können, rechtfertigen wird. So braucht es dann kurzfristig u.a. einen unkontrollierten Bevölkerungsschub aus der ganzen Welt, der die Erwerbssuchenden, Erwerbslosen und “Drückeberger” – wie sie ja auch medienwirksam genannt werden – dazu bringen wird, immer prekärere Lebensumstände zu tolerieren. Zusätzlich werden die Menschen durch vielfältige und  künstlich  ins Haus geholte  Kultur-, Religions- und Existenzkonflikte vom Nachdenken abgehalten.

Das hier aufgezeigte ist mittlerweile  bundesdeutsche Gegenwart, die allerdings – meiner Einschätzung nach – nicht von einem “Superhirn” geplant wurde, sondern – im Gegenteil –  eher einer unbewussten Konsens-Politik geschuldet ist.

Ich komme jetzt zum Blick in die Zukunft.

Die Halbwertzeit, um mal einen passenden Begriff aus der Ökonomie für Sachwerte zu benutzen, indes wird – das ist meine Prophezeiung – bei der kommenden Generation von Arbeitssklaven geringer ausfallen, als bei der jetzigen. Bei einer gleichzeitigen weiter zunehmenden Robotisierung der Arbeitswelt ist hier Nachhaltigkeit jedoch nicht mehr nötig, auch wenn die Mitarbeiter des Gesundheits”management” das Gegenteil behaupten mögen. Die unverfälschte Wahrheit ist aber, dass das System nur so lange am Leben erhalten bleiben muss, bis der technische Fortschritt so weit gediehen ist, dass intelligente Maschinen die meisten Arbeitsabläufe fast vollständig übernehmen können. Das wird – so meine Einschätzung – bei gleichbleibender technischer Entwicklung spätestens in zwanzig Jahren der Fall sein.

Die Maschinen, einmal programmiert, werden das Bestehende zementieren, indem sie die Notwendigkeit einer Kontrolle obsolet machen, indem sie offensichtlich und für jeden einsehbar “richtige” Arbeits-Ergebnisse liefern. Der Weg dorthin ist indes nicht mehr überprüfbar, wer will schon eine rationale Beweisführung mit millionenfachem Daten-Output verifizieren können? Das gelingt niemanden,  weswegen uns eingeredet werden wird, dass wir den Maschinen  ganz einfach (sic!)  vertrauen müssen. In dieser Phase der Auflösung (von Entwicklung will ich hier nicht mehr sprechen, schließlich enthält dieses Wort im allgemeinen Sprachgebrauch implizit immer auch die Hoffnung auf einem positiven Fortschritt) werden die ehemaligen Arbeits-Sklaven bestenfalls noch als Unterhalter und Konsumenten benötigt, wenn überhaupt.

Ich denke an dieser Stelle lieber nicht weiter und verweise auf die zahlreichen Science Fiction-Produktionen in den Kinos, die uns auf weitergehende Szenarien vorbereiten.

Wenn wir indes all das hier Aufgezeigte nicht wollen, brauchen wir  die Tugend der Unkalkulierbarkeit, die offensichtlich gefürchtet wird. Wir müssen das Dogma der Rationalität hinterfragen und darüber nachdenken, was wir von vergangenen Zeitaltern lernen können, die sich in der Gegenwart nicht in der Form durchgesetzt haben, wie die Aufklärung und ihr alleiniger Gott – die Ratio. Brauchen wir also beispielsweise eine neue Romantik? Ich meine ja.

 

Hört auch hier:

Wolfgang Buschlinger – Das philosophische Radio

Sinngemäß  wird hier  gesagt, dass das Funktionieren  idealisiert und derjenige, der vermeintlich reguliert werden muss,  als “geisteskrank” stigmatisiert wird: Wolfgang-Schmidbauer-Redezeit

 

Die blaue Blume der Romantik:

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Sprache denken

Die Geisteswissenschaften verflachen – dank Bildungsreformen – immer mehr. Forschungsschwerpunkte wagen keine Bezüge mehr zum Jetzt, sondern werden seziert in Klein-Kleiner- Am Kleinsten-Fragestellungen.  Anstatt mutige und leidenschaftliche Bekenntnisse zu liefern (allenfalls die französischen Essayisten sind dazu noch fähig), wird schon seit Jahrzehnten jedes Thema auf den minimalsten gemeinsamen Nenner seziert, bis es zwar irgendwelchen “wissenschaftlichen” Kriterien gerecht wird, andererseits aber so blutleer ist, dass Belanglosigkeit noch eine nette Umschreibung dafür wäre.

Dies alles geschieht vor dem Hintergrund einer universitären Bildung, die in den vergangenen Jahren immer mehr verschult ist.

Vorletztes Jahr besuchte ich als Gasthörerin einige Seminare und Vorlesungen in den Fachbereichen Religionswissenschaft und Philosophie.  Da, wo die Veranstaltungen ein Publikum von Senioren ansprachen, vielleicht sogar von einem emeritierten Professor gehalten wurden, fand ich den Spaß am sich Verlieren in Fragestellungen jenseits des Nützlichkeitsprinzipes wieder,  den ich auch in meinem Magister-Studium vor Jahrzehnten kennengelernt hatte. Da aber, wo junge Studenten angesprochen wurden, ging es vornehmlich um Credit-Points und abfragbares Multiple-Choice-Wissen.  Im aktivistischen Sammeln von Leistungsnachrichten in kürzester Zeit wird Bildung abgeleistet, genauso wie das Boot-Camp im Fitness-Center überlebt wird. Was dabei herauskommt ist ungefährliches, da oberflächiges und belangloses Wikipedia-Wissen. Fakten ersetzen Interpretationen. Der Pragmatismus herrscht. Die berufliche Verwertbarkeit scheint das hauptsächliche Ziel solcher Veranstaltungen zu sein, denen auch die Professoren mit universitären Zeitverträgen ausgeliefert zu sein scheinen.

Wenn jetzt noch das Dogma des englischen Sprachgebrauches an den deutschen Universitäten hinzu kommt, verschärft sich die ohnehin schon bescheidene Situation. Der globalisierte Geld-Adel und seine Vasallen indes müssen keine Befürchtungen hegen, dass von den Geisteswissenschaften in Zukunft Kritik am herrschenden Status Quo zu erwarten wäre, denn schließlich – das weiß jeder Linguist – beeinflusst die Sprache das Denken, was hier meint, dass es – bei der Dominanz nur einer Sprache – eingeengt wird. Der homo oeconomicus breitet sich auf diese Art und Weise immer weiter aus, obwohl alle Beteiligten eigentlich wissen müssten, dass die meisten von ihnen keine Nutznießer dieser Entwicklung sind, sondern nur ein wissenschaftlich-dummes Prekariat von Claqueuren bilden.

Befreit also das Denken!

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Sapere audere!

Das ist ein großartiger Vortrag, der geeignet ist, unsere Illusion von Informiertheit, Freiheit und Demokratie zu durchbrechen und so die von einer Minderheit aus Oligarchen induzierte Moral-Apathie, die unsere globalisierte Welt in einer starken Hypnose gefangen hält,  zu hinterfragen und sich ihr gegebenenfalls mutig entgegenzustellen. Wie sagte schon Immanuel Kant:

Sapere audere! Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Obwohl die inhaltliche Hauptaussage des Vortrags von mir schon seit langer Zeit geteilt wird, waren dennoch einige der von Prof. Rainer Mausfeld vorgebrachten Fakten und aufgestellten Zusammenhänge bestürzend neu für mich. Gewiss wird es Ihnen  ähnlich gehen. Auch die  anschließende Fragerunde verdient Ihre Aufmerksamkeit.

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