Terror all√ľberall!

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Nachdem gestern der dritte Terroranschlag innerhalb von zwei Wochen stattfand, davon allein zwei in Deutschland, kann man nicht zur Tagesordnung √ľbergehen. ¬†Auch denen, die bisher den Medien vertrauten, ¬†muss langsam aufgehen, dass die Politik der offenen Grenzen und der Religion „Mensch“, die uns seit Jahrzehnten als allein richtig propagiert wird, ¬†ihren Preis verlangt: Der Preis ist der, dass wir die Konflikte und die Armut der Welt nach Deutschland importiert haben. Die Menschen, die vor Terror in ihren Heimatl√§ndern flohen, finden eben diesen hier wieder vor. Unsere zivilisatorische Gesellschaft wird von den importierten ethnisch-religi√∂sen Konflikten aufgefressen, wenn wir nicht laut und deutlich „Halt“ schreien. Der fromme Wunsch nach Bildung f√ľr die, die da kommen, ist naiv, wenn man einmal erfahren hat, wie tief kulturelle und auch biologische Determinanten den Menschen steuern und wie schwierig es ist, diese zu √ľberwinden. Im Gegenteil: Die analphabetischen Migrantenstr√∂me, genauso wie die scheinbar nicht integrierbaren Parallelgesellschaften, passen das Bildungssystem „nach unten“ an und eine faschistisch anmutende ¬†Religion verlangt gleichzeitig ¬†R√ľcksichtnahmen auf Befindlichkeiten, die zur vorauseilender Unterwerfung f√ľhren, weil ansonsten barbarische Gewalt angedroht ist.

Das neue Deutschland, das auf diese Art und Weise erschaffen wird, ¬†kann nur befriedet werden, wenn wir uns √ľber mehrere Generationen den Verwerfungen anpassen und dabei vergessen, was wir einmal gehabt haben: an Frauenrechten, sexueller Vielfalt, Diskussionskultur. Der gro√üst√§dtischen Jugend kommt die „Kanaken“sprache beispielsweise schon heute „normal“ vor und selbst die, die es anders k√∂nnten, passen sich an, um nicht anzuecken.

Um diese vorgezeichnete Entwicklung zu stoppen, ist es fast zu sp√§t. Die Demographie wird siegen ¬†und wir werden in der Umbruchsphase eine Barbarei erleben, die wir seit den Hunnen-Invasionen nicht mehr gekannt haben. Freuen an all diesen Verwerfungen darf sich nur das globalisierte Finanzkapital, was gemeinschaftlich-staatlich finanzierte Konsumenten braucht, die dumm wie Stroh sind und nichts hinterfragen, was ihnen ¬†medial vorgekaut wird. ¬†Diese ¬†gez√ľchteten Zombies ¬†erm√∂glichen es letztendlich, dass die ¬†internationalen Konzerne¬†weiter wachsen und ihre Politmarionetten mit monet√§ren Vorteilen versorgen, die diese wiederum ¬†dazu verpflichten, ihnen zu dienen. … Hilfe f√ľr die Unterprivilegierten der Welt kann so nicht geboten werden. Im Gegenteil. Deutschland wird zum Auswanderungsland f√ľr die, die es sich leisten k√∂nnen.

Der Einheitsbrei und seine Gegenbewegung

Ich verbringe viel Zeit in √∂ffentlichen Verkehrsmitteln, die ich manchmal damit zubringe ¬†die WELT zu lesen. -Das ist ein Presse-Bl√§ttchen, was zwar – genauso wie all seine zweifelhaften¬†Gespielinnen und Buhlbr√ľder – tendenzi√∂s und¬†propagandi√∂s ist, was aber von Zeit zu Zeit einmal journalistische Lichtblicke erahnen l√§sst.

Diesmal war es ein Interview mit Thomas Marecki, der sein Magazin Lodown, was ich bisher nicht kannte und was mich vermutlich mit seinen Schwerpunktthemen ¬†Surfen und Skaten auch nicht wirklich interessiert – ¬† einstellt und der aus diesem Anlass von einem WELT-Journalisten interviewt wurde. ¬†Er sagt im Gespr√§ch¬† √ľber Netzkommunikation folgendes:

„Qualit√§t bleibt auf der Strecke. Wenn etwas erst gar nicht f√ľr den Mainstream gemacht ist, bekommt es nicht genug Zustimmung im Netz und wird dann nicht entsprechend honoriert. Darum entsteht immer mehr Einheitsbrei, der aber einer breiten Zielgruppe gef√§llt. Die Wiederholung wird zum Normalfall. Neue Inhalte kommen erst gar nicht mehr rein. Es sei denn, sie sind gesteuert. (Der Mainstream ist¬†SINNBEFREIT, ¬†Die Welt vom 01.06.2016)

Aufmerksamkeits-Wirtschaft hei√üt das, worum es im Zitat geht, ¬†und sie f√ľhrt zu einer Konsensbildung im Mittelma√ü, das¬†sich gegenseitig immer mehr verfestigt. Aus Fl√ľssigbeton wird so ¬†Beton, der sich nur noch mit Sprengstoff zerst√∂ren l√§sst oder eben √ľberhaupt nicht. Alles, was nicht in diese neue Konsensdiktatur passt, wird eliminiert. Notfalls wird gar ein Rufmord kreiert. Das ist nicht nur in der sogenannten „L√ľgenpresse“ der Fall, sondern setzt sich in alle Bereiche unserer Gesellschaft ¬†unsch√∂n fort. Insofern hat die journalistische Zunft hier erfolgreich erzieherisch gewirkt; in ihrer¬†¬†eigentlichem Aufgabe – n√§mlich objektiv zu berichten und manchmal auch investigativ aufzudecken – versagt.

All√ľberall sind nun die tumben Blockwarte anzutreffen.

Und so hat sich langsam ein Cthulhu-Monster mit seinen Krakenarmen auf das Gesellschafts-Geflecht platziert, dass – wir wissen es alle – gerade durch Andersartigkeiten, Br√ľche, Diskussion und Diskursen, viril¬†erhalten bleibt, nun aber erstickt wird von einer Diktatur¬†wirtschaftlicher Dogmen, deren W√§hrung sich im Zuge der Digitalisierung mehr und mehr Richtung Aufmerksamkeit¬†verlagert, die wiederum in Geld, was bald kein Bargeld mehr sein darf, ¬†umgetauscht wird. Paradoxerweise¬†ist dieser Prozess zwar offensichtlich, wird aber dennoch von den meisten Mitmenschen nicht bemerkt.¬†¬†Die ¬†Gedanken-Schablonen und Strangulierseile, die uns auferlegt worden sind, werden in der Mehrheit nicht ¬†hinterfragt und deshalb gar ¬†f√ľr „alternativlos“ erachtet.¬†¬†Und so breitet sich die Zensur im Internet aus und wo nicht gleich ganze Seiten gesperrt werden, da¬†wird der Meinungsaustausch¬†¬†durch Mainstream-Einheitsbrei erstickt und¬†gesponserte Beitr√§ge zu K√ľchenmaschinen sowie¬†anderen Gadgets verhei√üen Ablenkungen, die wiederum den Wirtschaftskreislauf befruchten.

√úberwachung, Maximierung, Evaluationen und wie das Kauderwelsch des entfesselten Kapitalismus-Monster auch hei√üen mag, f√ľhrt normalerweise¬†zu Gegenbewegungen. Eine davon nahm¬†letzten Sommer ihren spektakul√§ren Anfang. Im ¬†Zuge der Fl√ľchtlingskrise konnten¬†¬†all die Willkommensfreunde eine Emotionalit√§t und Menschlichkeit ausleben, die im Alltagsleben – gedeckelt von Prozess- und Risikomanagement-Prozessen -, nur noch – unter Androhung von Stigmatisierungen –¬†auslebbar¬†ist. Und so werden dann noch schnell zwei unbegleitete afghanische Jugendliche aufgenommen, um die Familie zu sein, die man eigentlich nicht ist und Gef√ľhle zu zeigen, die im harten beruflichen Alltag als¬†Schw√§che gedeutet¬†werden.

  • Doch diese Gegenbewegung ist falsch, auch wenn sie von einigen Akteuren gut gemeint zu sein scheint. Hier¬†werden alle Beteiligten, unabh√§ngig davon, ob es sich dabei nun um Fl√ľchtlinge, Helfer oder Helfershelfer handelt,¬†¬†von einer Politik instrumentalisiert, die auf Anraten der Wirtschaft, Migration nur deshalb f√∂rdert, um so die globalisierten Wirtschafts-Maximen fester und fester¬†zu surren. Das Seil um unseren Hals zieht sich dabei fester und fester zu und wir haben fast schon keine Luft mehr zum Atmen, derweil die Propanda- und Bespa√üungsmedien uns im Staccato mit ihren L√ľgen¬†bombardieren.
  • Diese falsche¬†Gegenbewegung ist dar√ľber hinaus ein¬†Ventil ¬†f√ľr die fortschreitende gesellschaftlichen Zombifizierung. Dieses Ventil lenkt den Druck, entstanden ¬†aus ¬†unterdr√ľckten Unbehagen und √Ąrger, in die instrumentalisierten Kan√§le des Gutmenschentums.¬†¬†Dar√ľber hinaus bietet diese falsche Gegenbewegung¬†die M√∂glichkeit, ¬†ihre Kritiker als Feinde zu stigmatisieren und zu verfolgen. Dabei machen dann fast alle gesellschaftlichen Institutionen brav mit, einfach deshalb, weil sie am finanziellen Tropf der Willkommenskultur h√§ngen und ihnen so das eigenst√§ndige Denken und Handeln (sofern vorhanden!) schon l√§ngst abgew√∂hnt wurde.
  • Diese falsche Gegenbewegung ¬†ist nichts weiter als ¬†eine¬†neue „Abwrackpr√§mie“, die die ¬†Konjunktur ankurbelt¬†und den Arbeitsmarkt in Zeiten der Globalisierung noch prek√§rer gestalten soll, als dies ohnehin der Fall ist.
  • Diese falsche Gegenbewegung schafft ¬†Konkurrenz bei¬†den Niedrigl√∂hnern¬†mit Einwanderern, mit denen sich keine Solidarit√§t erzielen l√§sst,¬† weil nicht nur eine gemeinsame¬†Sprache fehlt, sondern auch eine andere Kultur gelebt wird.

Das ist nicht die Gegenbewegung, die wir dringend ben√∂tigen! ¬†Das ist eine gro√üe inszenierte L√ľge, die uns entwurzelt und uns zu Sklaven des Finanzkapitals macht.

Wacht auf und empört euch!

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Risikomanagement

Der Soziologe Niklas Luhmann konnte in den 50ziger Jahren noch  folgende Aussage treffen, die er vielleicht nicht ganz ernst gemeint hat:

„Ich finde es einfach ungerecht, dass man Vorgesetzte, die durch ihre Stellung ohnehin schon privilegiert sind, auch noch von der Forschung her st√ľtzt, mit Kursen √ľber Menschenf√ľhrung begl√ľckt und mit entsprechenden Techniken ausr√ľstet, die von der Struktur her disprivilegierten Untergebenen dagegen ohne jede Hilfe l√§sst.“ Der neue Chef

Mittlerweile sind die scheinbaren „F√ľhrungskompetenzen“, wie der Kurs zur Menschenf√ľhrung ¬†neusprachlich √ľberschrieben ist, durchgesickert von der obersten zur untersten Hierarchie-Ebene. Jetzt werden auch die im luhmannschen Sinne¬†Unterprivilegierten in Methoden und Skills ausgebildet, die es ihnen erm√∂glicht, die in der Hierarchie noch weiter unter ihnen stehenden zu manipulieren und zu domestizieren. Ganz neurolinguistisch eben!

Das neuzeitliche Lumpen-Prekariat ist von all den wirtschaftlich-pragmatischen Infusionen, die das eigene Leben pervertieren, nicht verschont geblieben. Und so arbeitet das Unterschichts-Coaching der Privatsender systemisch. Ziele werden ausgearbeitet ¬†und auf eilig aufgestellten Whiteboards in der heimischen Wohnlandschaft visualisiert und referiert. ¬†Die Frauenzeitschriften geben mittlerweile Tipps zur manipulativen F√ľhrung von Beziehungen, derweil die M√§nner sich durch zweifelhafte¬†„Pickup“-Ratgeber „im Frauen rumkriegen“ schulen¬†lassen.

Herausgekommen ist dabei eine zombifizierte Gesellschaft, die Aggressionen und √Ąngste ¬†als pers√∂nliche Schw√§che abwertet, ¬†sie „in Watte packt“ und PROZESSMANAGEMENT betreibt, wo jemand durch die Unwegbarkeiten des Lebens ¬†in Mitleidenschaft gezogen wird. Das wirtschaftliche Denken hat ¬†jeden Bereich unseres Lebens √ľbernommen. Manipulationstechniken, die irgendwann einmal f√ľr F√ľhrungskr√§fte erdacht worden sind, die auf diese Art und Weise „ihr Personal“ zu maximaler Leistung anspornen sollten, haben sich mittlerweile in jeglichen „sozialen Kommunikationsprozessen“ durchgesetzt – so unbewusst und perfide, dass die meisten Menschen, dies sogar abstreiten w√ľrden! ¬†„Ich doch nicht!“, rufen sie entr√ľstet aus.

In solch einer pervertierten Gemeinschaft von Arbeitnehmern und Konsumenten, Leistungsempf√§ngern und Leistungsgebern, Sklavenhaltern und Sklaven, Sklaven und Sklaven wird jeder zwangsweise Teilnehmende in seinen vielf√§ltigen Interaktionen zuerst seinen eigenen Nutzen berechnen und sich fragen: „Lohnt sich das f√ľr mich?“ Wenn er dann feststellen muss, dass es sich eben nicht lohnt, wird er entweder von diesen Mitmenschen¬†Abstand nehmen oder diesen insofern zu manipulieren versuchen, als dass sich ein monet√§rer ¬†oder machterzeugender Nutzen f√ľr ihn ergeben wird. Letztendlich¬†quetschen wir uns so gegenseitig wie Zitronen aus, um uns dann der unerfreulichen √úberreste zu entledigen, bis wir irgendwann selbst diesen zweifelhaften System zum Opfer fallen werden.

Wenn dies geschehen ist, vielleicht in einer Position als „Sklave“, f√ľr den das Bossing und Mobbing existenzbedrohliche Dimensionen angenommen hat, dann kann man sich an die Burnout-Beratung wenden. Diese empfiehlt dann – ganz der kapitalistischen Logik ¬†folgend – RISIKOMANAGEMENT!

Ich selbst w√ľrde jedoch¬†dringend anraten,¬†das luftabschn√ľrende Korsett der singul√§r wirtschaftlichen Bezugnahme in Frage zu stellen und das Geld, was im Zentrum unseres Lebens zu stehen scheint, zu entsakralisieren.

  • Vielleicht bietet die¬†Familie (oder selbst gew√§hlte Lebensgemeinschaften), sofern sie noch funktioniert und sich von den heutigen Verwerfungen distanzieren k√∂nnen, ¬†eine letzte Enklave in der globalisiert-optimierten Welt. Ein Hinweis darauf, dass meine √úberlegung richtig zu sein scheint und hier eine Bedrohung f√ľr die zombifizierte Gesellschaft besteht, sehe ich in der zunehmenden Verstaatlichung der Kindererziehung, die die Familie und den Zusammenhalt, der dort eventuell entstehen mag, schw√§cht, selbstverst√§ndlich um vordergr√ľndig die B√ľrger zu f√∂rdern, in Wirklichkeit sie aber zu flexiblen Lohnsklaven des Kapitals und/oder blo√üen Konsumenten zu machen.
  • Auch sollten wir uns wieder alternativen Lebensmodellen zuwenden, wie sie in den 70iger Jahren erdacht, mittlerweile aber zu Gesch√§ftsmodellen pervertiert worden sind. Es kann nicht sein, dass der Trend zur Selbstversorgung und Eigenproduktion dazu f√ľhrt, sich f√ľr teures Geld erst ein entsprechendes Equipment inkl. Pachtgarten, der nur mit Auto erreichbar¬†ist, zulegen zu m√ľssen. Naturerfahrung braucht kein buchbares Gesamtpaket, ¬†Ern√§hrung keinen vegane¬†Hype mit teuren Tofu-W√ľrstchen und Soja-Milch. ¬† Spiritualit√§t l√§sst sich auch ohne Seminar beim Indianer ihres Vertrauens erleben. Hier die ehemals interessanten Ideen wieder vom Kommerz zu befreien und zu den Wurzeln¬†zur√ľckzukehren, ungeachtet dessen, dass das, ¬†was dabei erneut¬†ins Dasein gelangt¬†¬†und von uns nun weitergedacht werden kann, nicht dem ¬†aalglatten Perfektionsanspruch der Stock-Fotografie entspricht, daf√ľr aber individuell und eigen ist.
  • Die R√ľckbesinnung auf die Nation und die eigene Identit√§t, ohne dabei in Intoleranz zu verfallen, scheint mir die beste Gew√§hr gegen¬†eine austauschbare Welt von Konsum-Sklaven zu sein. Ungez√ľgelte Einwanderung, gerade¬†von – ¬†zur einheimischen Bev√∂lkerung aus gesehenen – ¬†kulturell und religi√∂s stark differenzierenden Bev√∂lkerungsgruppen, ¬†ist abzulehnen, √ľberfordert sie n√§mlich schnell die Stabilit√§t des Bestehenden und f√∂rdert so das Entstehen von Parallelkulturen, die sich gegenseitig bek√§mpfen und so die Finanzeliten st√§rken, in dem die Kr√§fte der Menschen im allt√§glichen „Kampf der Kulturen“ aufgebraucht werden, anstatt sich der gr√∂√üeren Zusammenh√§nge bewusst zu werden und sich ggf.¬†diese zu kritisieren.
  • Religion ist Privatsache. Eine staatliche F√∂rderung und Einflussnahme ist abzulehnen.
  • Gro√üen Zentralverwaltungen, wie der EU in Br√ľssel, sollten wir genauso misstrauen wie Bildungs- und Gesundheitsfabriken. Letztendlich trachten¬†solche Systeme, einmal entfacht, immer nur dazu, sich selbst zu erhalten. Sie festigen sich dabei selbst best√§ndig, auch wenn jeder der dortigen Mitarbeiter¬†schon eingesehen hat, dass die eingeschlagene Richtung mindestens in eine Sackgasse, schlimmstenfalls in einem Crash m√ľnden wird. Im Zuge der Digitalisierung von Arbeitsabl√§ufen ist die Gefahr gro√ü, dass hier die Maschinen Prozesse √ľbernehmen, die von Menschen nur noch schwer gestoppt werden k√∂nnen! (Um den letzten Punkt nachzuvollziehen, empfehle ich das Anh√∂ren des Beitrags ¬†„Zukunftsf√§hig. Arbeit im digitalen Zeitalter“ vom 16.02.2016 im Philosophischen Radio. Der Podcast dazu ist hier zu finden.)
  • Misstraue dem Kollektiv ¬†(auch dem eigenen!) und stelle es immer wieder in Frage! So verhindern wir, ausgehend vielleicht von einer gut gemeinten Idee, eine totalit√§re Meinungsdiktatur zu bef√∂rdern! Wie dies geschehen kann, k√∂nnen wir nur allzu einpr√§gsam an der Partei der Gr√ľnen sehen, die sich mittlerweile zur schlechten Karikatur ihrer selbst entwickelt hat!
  • Ein bedingungsloses Grundeinkommen k√∂nnte den Menschen die Existenznot nehmen, denen sie in Zeiten der Digitalisierung und Automatisierung ausgesetzt sind. Mindestens ¬†50% der Berufsbilder, die wir jetzt noch kennen, werden in den n√§chsten Jahren wegfallen. Ich selbst gehe sogar von h√∂heren Zahlen aus. Daraus resultierende Verteilungsk√§mpfe um prek√§re Besch√§ftigungsverh√§ltnisse k√∂nnten durch ein bedingungsloses Grundeinkommen¬†verhindert werden. Die Arbeitsgesellschaft geh√∂rt der Vergangenheit an!
  • Volksabstimmungen k√∂nnten verhindern, dass die Politik ihre Bodenhaftigkeit verliert und nur noch den Lobbyisten zuarbeitet, anstatt den B√ľrgern verpflichtet zu sein.
  • Die Medien, die zur manipulativen Propaganda und zur Dauerwerbung, verkommen sind, sollten wir nicht mehr unterst√ľtzen und stattdessen auf alternative Quellen der Information, wie soziale Netzwerke, Blogs (sofern sie nicht nur Promoting-Werkzeuge sind) und pers√∂nliche Kontakte ausweichen. Unsere Meinung sollten wir auf die Stra√üe tragen und uns √ľber eventuell bestehende Maulk√∂rbe im Zuge der „politischen Korrektheit“ hinwegsetzen. Wir brauchen wieder Diskussionen und Diskurse, die ausgetragen werden k√∂nnen, ohne dass man dabei um seine Existenz f√ľrchten muss!¬†

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Risikomanagement. Mixed Media, 40 x 29 cm. Februar 2016.

Die Vorskizze ist im Landesmuseum Hannover entstanden, inspiriert von den Gem√§lden ¬†„Jacob Jordaens, Die Heilige Familie mit Elisabeth, Johannes und Zacharias“ und¬†Frans¬†Snyders „Das Stillleben beim Wildh√§ndler“. Der Titelgebung ist von √úberlegungen und Erfahrungen¬†beeinflusst, die im oben stehenden Artikel angef√ľhrt werden.

Kapitalistische Logik

„Die Waren m√ľssen ihre K√§ufer kaufen“, was beispielsweise in Deutschland durch die zweifelhafte Abwrackpr√§mie geschah und momentan durch die wachsende „Fl√ľchtlings“-Industrie erm√∂glicht wird, die eine k√ľnstliche – da steuerfinanzierte – Konjunktur erschafft, die jedoch nicht einhergehen wird, mit einer Steigerung unserer Lebensqualit√§t, es sei denn, wir w√ľrden diese, durch einen masturbatorischen Akt sozusagen, durch das wohlige Gef√ľhl, etwas Gutes zu leisten, generieren k√∂nnen und dabei vergessen, dass der Zusammenprall der Kulturen unser Land in schrecklichste Verwerfungen f√ľhren wird und dass z.B. die Konkurrenz, um die prek√§rsten Arbeitspl√§tze und den knappsten Wohnraum dadurch h√§rter wird, derweil sich die Kapitalisten – am Genfer See oder wo ihre abgeschotteten Villen auch immer stehen m√∂gen – sich √ľberheblich √ľber die „besorgten B√ľrger“ echauffieren und ihre Medien-Clowns und Politik-Marionetten zum Denunzieren und Verurteilen abbestellen, deren zweifelhaftes Tun wiederum justiziable Einsch√ľchterungsapparate in Gang setzt, die uns – ganz langsam, fast unmerklich – in einem totalit√§r-faschistischen Kapitalismus abgleiten l√§sst, der jeden mit der Existenz bedroht, der ein offenes NEIN ausspricht.

Einen Tag bevor Barack Obama und Angela Merkel in Hannover zusammentreffen, herrscht in der Stadt schon Ausnahmezustand. ¬† Ganze Stra√üenz√ľge sind gesperrt und nur noch mit Genehmigung begehbar. Zudem sind allein ¬†acht Demonstrationen gegen TTIP und CETA ¬†angemeldet. Doch anstatt die Kr√§fte des berechtigten Protestes zu b√ľndeln, wird auch hier separiert. ¬†So hei√üt es auf der Seite des Veranstalterb√ľndnisses der heutigen Demonstration auf dem Opernplatz:

Wir treten ein f√ľr eine solidarische Welt, in der Vielfalt eine St√§rke ist. Die Freihandels-Kritik von rechts st√ľtzt sich auf v√∂lkisch-nationalistische Motive und damit auf Ausgrenzung und Abwertung von anderen, anstatt Solidarit√§t zwischen Menschen. Uns geht es dagegen um die Verteidigung sozialer Rechte f√ľr alle, den Schutz der Umwelt und die F√∂rderung der Demokratie. Rassistische, rechtspopulistische und antiamerikanische Positionen lehnen wir ab. Mitglieder von AfD, NPD oder anderen Gruppen, die unser Prinzip der Solidarit√§t nicht teilen, sind auf der Demonstration ausdr√ľcklich unerw√ľnscht!

Wenn dennoch Gruppen oder Einzelpersonen mit oben genannten Motivationen die Demonstration f√ľr sich und ihre menschenfeindliche Ideologie zu vereinnahmen suchen, werden wir sie nachdr√ľcklich auffordern, die Demonstration zu verlassen.

Was leider dabei von den Veranstaltern nicht verstanden wird, ist die Tatsache, dass Nationalismus nicht gleichbedeutend mit Abwertung und Ausgrenzung sein muss, sondern vielmehr auch meinen kann, die eigene Nation zu sch√ľtzen und gleichzeitig andere Identit√§ten zu tolerieren und mit ihnen in einem¬†freundlichen Austausch zu treten, einfach weil man gesehen hat, dass der sozialistische Internationalismus in der Praxis nicht funktioniert und vom Kapitalismus insofern missbraucht wird, als dass diese Ideologie den Rahmen bilden kann, um die ¬†zweifelhaften Interessen der Gro√ükonzerne durchzusetzen. Ein internationalisiertes Sklaven-Prekariat kann ¬†schlie√ülich keinerlei Widerstand leisten, ¬†ist es in erster Linie doch damit besch√§ftigt, eine gemeinsame Referenzkultur aufzubauen, was aber – wenn wir uns denn die Regenbogennation S√ľdafrika,¬†die multikulturelle USA anschauen oder einfach nur einen Blick auf die Parallelkulturen ¬†deutscher Gro√üst√§dte werfen¬† – zum Scheitern verurteilt zu sein scheint.

Eine nationalistisch ausgerichtete Position will genau dies verhindern und ist deshalb nicht menschenfeindlich, sondern menschenfreundlich.

Statt hier eine Querfront zu bilden¬†und diesen uns√§glichen Rechts-Links-Dualismus zu √ľberwinden, um sich gemeinsam gegen TTIP und CETA¬†aufzustellen, wird ¬†von Seiten der Blockpartei-Linken und deren Nutznie√üer separiert, w√§hrend die Trommelrhythmen des Demonstrationszuges eine ¬†tolerante Einstellung vorgaukeln, die in Wirklichkeit nicht gegeben ist, derweil sich das Gro√ükapital freudig die H√§nde reibt, um eine solidarische Welt durchzusetzen, die in Wirklichkeit nur Entsolidarisierung und Entfremdung meint.

Und so ist statt Großdemo heute Putztag angesagt.

Friedrichsruh

Gestern verschlug es die Wildfrauenhaus-Wandergruppe (bestehend aus immerhin zwei Personen!) nach Friedrichsruh, einem¬†Ortsteil der Gemeinde Aum√ľhle, schon in Schleswig Holstein gelegen, jedoch nicht allzuweit von Hamburg entfernt. Wie uns ein Spazierg√§nger stolz verk√ľndete, der einzige Kreis in Deutschland der noch offiziell die Bezeichnung „Herzogtum“ f√ľhren darf.

Wir w√§hlten diesen Ort aus, weil meine Wander-Begleiterin sehr an H√ľnen- und H√ľgelgr√§ber interessiert ist¬†und sich diese vom Bahnhof Aum√ľhle¬†in einer recht anspruchslos-gem√ľtlichen Wanderung erschlie√üen lie√üen.

Nebenbei stie√üen wir dabei in das Epi-Zentrum des Bismarcks-Kultes und der noblen Lebensweise, jenseits von prek√§ren Verstrickungen und Integrationsproblemen vor, die sich dort – alarmgesicht und video√ľberwacht – ein wohlfeiles Leben in der Metropolenregion Hamburg leisten kann.

Und so klebte meine Freundin dann doch gleich an einem Bretterzaun, der den Blick auf ein eingeschlossenes Waldst√ľck und – das kann man nur vermuten – ein standesgem√§√ües H√§uschen verdeckte. Hier – das ergab dann meine kleine Recherche – wohnen¬†die Nachkommen der Familie von Bismarck.

Eine der ihren hat dann auch – nicht ganz so stattlich – das folgende¬†Schildchen in Laminierfolie ¬†f√ľr den gemeinen Spazierbringer und potentiellen Sprayk√ľnster und Vandalen¬†anbringen lassen, das uns eine Bahnunterf√ľhrung versprach, die dem √§sthetischen Ideal der „Sch√∂nheit“ verpflichtet ist.

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Konfrontiert waren wir dann aber mit der Fortsetzung des Bretterzauns, der ja schon das Anwesen der Bismarck-Familie vor neugierigem und teilhabendem Blicken sch√ľtzen sollte.

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Ich hoffe, dass das alles von Elisabeth von Bismarck nicht wirklich ernst gemeint war. Als ironisch-satirisches Statement¬†jedoch war die Kombination aus der Ank√ľndigung mit gro√üem Namen auf kleinem¬†Schildchen und der banalen¬†Bretterzaun-Bemalung¬†irgendwie lustig, wenn da nicht der schale Beigeschmack der Ver√§ppelung bei mir geblieben w√§re.

Auf der anderen Seite erwartete uns ein kleines Denkmal, das von gelebter Stein-Magie zeugte.

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Die Aufschrift verr√§t es. Hier hatte man eine Verbindung zwischen Grotenburg und dem Sachsenwald, der ja Friedrichsruh umgibt, hergestellt. Dies tat man, ¬†indem man einen¬†¬†Stein der Grotenburg, die¬†urspr√ľnglich vielleicht das¬†kultische Zentrum¬†der Externsteine sch√ľtzen sollte (lies hier) und die seit 1875 mit dem Hermannsdenkmal bebaut ist, ¬†nach¬†¬†Friedrichsruh versetzte. ¬†Solch eine magische Handlung stellt¬†¬†eine Teilhabe an dem ¬†in der Zeit um 1900 beliebten¬†¬†Hermann-Arminus-Kult her und beschw√∂rt nationale Gr√∂√üe, denn so wie einst Hermann die R√∂mer in die Flucht schlug, so soll nun Deutschland √ľber Frankreich triumphieren. ¬†In Form einer gelebten Mythenbildung wird nun die angenommene Tradition der St√§rke und des Widerstandes auf dem Heilsbringer Bismarck √ľbertragen , der so zur nationalen Gr√∂√üe stilisiert wurde.

Das diese Mythenbildung bis heute seine Nachwirkungen zeigt,  veranschaulicht die kleine Devotionalen-Ausstellung des Bismarck-Museums, das uns leider den Weg zum Bismarck-Mausoleum versperrte.

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Ein Jagddenkmal erinnert wohl daran, dass der Reichskanzler Otto von Bismarck ¬†im Sachsenwald der Jagd nachgegangen ist. ¬†Ich halte es √ľbrigens f√ľr bildhauerisch sehr gelungen, schlie√ülich erscheint es mir sehr lebendig, fast expressionistisch, zu sein.

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Und zum Kontrast zu solch brachialer Nat√ľrlichkeit, gibt¬†es hier noch das Bild eines kleinen Fuchses, der am Bismarckmuseum Wache h√§lt.

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Zwischen Jagddenkmal und Kletterpark befindet sich dann ein H√ľgelgrab, das wohl in der Zeit der Renaissance als Aussichtsplattform genutzt wurde.

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Von hieraus startete dann unsere eigentliche Wanderung bis zum Riesenbett in Dassendorf, gleich gegen√ľber dem √∂rtlichen Golfclub. Dabei musste ich feststellen, dass mir der Winter noch fest in den Knochen sa√ü¬†und ich mich doch recht schwerf√§llig durch den Wald bewegte.

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Beim Riesenbett¬†angekommen, wanderten wir zur√ľck nach Aum√ľhle, wo wir dann – nachdem wir unversch√§mt teure, und alarmgesicherte Villen bestaunen durften, die bei mir die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit aufkommen lie√üen, ¬† einen √ľberaus noblen Bismarckturm besuchten, der mittlerweile eine B√ľcherei beherbergt.

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Mehr √ľber Bismarckt√ľrme und meine Gedanken dazu, gibt es hier zu lesen.

Zum Bahnhof wurden wir dann von einer netten Ortskundigen gefahren. Überhaupt muss ich erwähnen, das wir während unserer Wanderung ausgesprochen freundliche Begegnungen hatten. Gerne wieder.

ALIENation am Nicht-Ort

Es gibt Nicht-Orte.

Diese Woche war ich an einem. Schaut selbst, wie es dort ausschaut:

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Das ist eine Fake-Landschaft auf der Industrie-Brache. Hier f√ľhrt die Bundesanstalt f√ľr Arbeit Projekte durch, die Erwerbslose dadurch besch√§ftigt, dass¬†sie Blumenbeete auf Industrie-Erde anlegen oder floreale Blumenarrangements kreieren. ¬†Eine Arbeitslosen-Industrie schafft so Besch√§ftigung, indem sie Menschen markttauglich f√ľr einen Markt macht, der √ľberhaupt nicht (mehr) existent ist und deren blumige Ergebnisse genauso verloren auf mich wirken,¬†wie das Tun der dortigen Besch√§ftigten, die sich einer Kompetenz-Industrie unterwerfen m√ľssen, anstatt frei und kreativ zu fliegen.

All dies hat mich hochgradig k√ľnstlerisch inspiriert. Es entstand eine Folge von Bildern, bei denen ich mich dem Genius Loci dieses Nicht-Ortes anzun√§hern versuchte:

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Mein letztes Bild der Serie zeigt in Groß-Aufnahme, was die erste Zeichnung, in der oberen Ecke nur schemenhaft angedeutet hat. Ob hier Hoffnung sichtbar wird? Entscheidet selbst!

Unkalkulierbarkeit als neue Tugend oder Wege aus der Mobbinggesellschaft

Jetzt hat mich letztens ¬†jemand als „unkalkulierbar“ bezeichnet.

F√ľr mich war klar, dass damit meine Person abgewertet werden sollte, was mich im ersten Moment schwer¬†verletzt hat. Gerade deshalb¬†machte ich mir in der Folgezeit so meine Gedanken, ob die Aussage auch in meiner Einsch√§tzung negativ oder doch eher positiv sein k√∂nnte. Ich kam dabei zu interessanten Ergebnissen, die ich hier gerne teilen m√∂chte.

Am Anfang meiner Überlegungen steht ein Satz, den ich im philosophischen Radio hörte. Er  besagt, dass je genauer wir etwas vermessen, umso mehr  die Unterschiede hervortreten.

Wenn ich also in der Arbeitswelt ständigen Evaluationen unterworfen werde, fördert das die Qualität nur insofern, als dass sie alle Mitarbeiter an einer äußeren Schablone misst, deren Kriterien meist noch nicht einmal kommuniziert, geschweige denn selbst bestimmt werden. Man könnte hier auch von Gleichmacherei, Maschinisierung, Entmenschlichung, Zombifizierung sprechen. Der Untergang des Abendlandes naht, wie Herr Spengler schon im Jahre 1920 richtig erkannt hat.

Wer in die Schablone passt oder sich passend macht, darf friedlich weiter seine T√§tigkeit verrichten. Die Handlung an sich aber, dass hier n√§mlich ¬†√ľberhaupt eine Schablone an die Arbeits-Sklaven angelegt wird, f√ľhrt dazu, – oh Schreck – dass einige Mitarbeiter als nicht regelkonform und somit f√ľr das zweifelhafte System als st√∂rend eingestuft werden. Dank der Schablone f√§llt das nun auch den dumpfesten Pers√∂nlichkeiten richtig auf; deshalb muss nun – wie ja schon eine volkst√ľmliche Spruchweisheit verk√ľndet – , was nicht passt, passend gemacht werden.

Regeln werden aufgestellt, die nun streng √ľberwacht werden. Die Meute kann losgelassen und die Hetze kann beginnen, indem andere – besser genormte Mitarbeiter – auf das „schwarze Schafe“ angesetzt und/oder konstruierte Sachverhalte instrumentalisiert werden. Der Einfachheit halber ist das Mobbing-Opfer nur eine Person, da nur so gemeinschaftliche Solidarit√§t gegen die n√§chste Stufe der Hierarchie-Pyramide verhindert werden kann. Der S√ľndenbock tr√§gt nun die alleinige Schuld f√ľr das schlechte Abschneiden im Evaluations-Ranking, die mangelnde Auslastung, die Kritik im Netz, … usw. Probleme werden individualisiert und die Kollegen atmen freudig auf, dass ihre zeitweilige und geheime Regel-Unkonformit√§t nicht aufgedeckt wird und freuen sich dar√ľber, dass nicht sie an den Pranger gestellt werden, sondern jemand anderes.

Es folgen zweifelhafte Disziplinierungen, vielleicht auch die Entfernung aus der Gemeinschaft der Befehlsempfänger. Die Existenzsicherung wird angegriffen; die Gesundheit mit psychischem Druck zerstört.

In anderen Parallel-Kulturen werden H√ľhner geopfert, um die Stabilit√§t des Systems zu gew√§hrleisten. Sind wir davon so weit entfernt?

Ich denke nicht. In unserer posthumanen Gesellschaft ist nur der ein guter Mitarbeiter, der – im Sinne der Herrschaftsaus√ľbung – kalkulierbar f√ľr eine Gesellschaft ist, die schon l√§ngst keine Gemeinschaft mehr ist, sondern nur noch die Interessenvertretung einer Elite darstellt, die ihre Macht ¬†nur ¬†mit Hilfe all der B√ľttel des Systems, die – w√§hrend sie ihr merkw√ľrdiges Tageswerk verrichten – noch davon ausgehen, dass sie dem „Guten“ dienen, letztendlich ihre Seele aber schon der Bewusstlosigkeit geopfert haben, aufrechterhalten kann.

Umso mehr sich das Gesellschaftsgef√ľge im Neofeudalismus aufl√∂st, umso mehr muss im kleinen System, also beispielsweise im Arbeitsumfeld des Krankenhauses, des Finanzamtes, des Wirtschaftskonzerns ¬†oder was wei√ü ich, institutioneller Druck aufgebaut werden, einfach um zu verhindern, dass die Zeichen des Zusammenbruches, die sich im Au√üen schon deutlich zeigen, nicht nach Innen auswirken. Die Methoden des Wirtschaftsliberalismus im Konglomerat mit einer anscheinend ungebrochenen¬†deutschen Tradition, die vom Soldatenkaiser bis zur Gegenwart f√ľhrt, und die die zweifelhafte Tugenden des Obrigkeits-Glaubens, des Wegschauens, Wegh√∂rens und des Mund Haltens bef√∂rdert, soll das Herrschaftssystem fest in Beton gie√üen. Hinzu kommt eine Medien-Propaganda-Maschinerie, die das Bewusstsein der Menschen mit Kalenderspr√ľchen verflacht. Umso d√ľmmer die Bev√∂lkerung, umso mehr Nutzen ziehen die Eliten daraus.

Mit all den aufgezeigten Methoden, das ist die Hoffnung, soll das System am Laufen erhalten bleiben. Die Gefahr ist allerdings gro√ü, dass deren einzelne Mitglieder dabei schwerm√ľtig werden, was dann erst einmal einen erbarmungslosen Austausch von schw√§chelnden Mitarbeitern durch neue, die den Druck noch verkraften k√∂nnen, rechtfertigen wird. So braucht es dann kurzfristig u.a. einen unkontrollierten Bev√∂lkerungsschub aus der ganzen Welt, der die Erwerbssuchenden, Erwerbslosen und „Dr√ľckeberger“ – wie sie ja auch medienwirksam genannt werden – dazu bringen wird, immer prek√§rere Lebensumst√§nde zu tolerieren. Zus√§tzlich werden die Menschen durch vielf√§ltige und ¬†k√ľnstlich ¬†ins Haus geholte ¬†Kultur-, Religions- und Existenzkonflikte vom Nachdenken abgehalten.

Das hier aufgezeigte ist mittlerweile ¬†bundesdeutsche Gegenwart, die allerdings – meiner Einsch√§tzung nach – nicht von einem „Superhirn“ geplant wurde, sondern – im Gegenteil – ¬†eher einer unbewussten Konsens-Politik geschuldet ist.

Ich komme jetzt zum Blick in die Zukunft.

Die Halbwertzeit, um mal einen passenden Begriff aus der √Ėkonomie f√ľr Sachwerte zu benutzen, indes wird – das ist meine Prophezeiung – bei der kommenden Generation von Arbeitssklaven geringer ausfallen, als bei der jetzigen. Bei einer gleichzeitigen weiter zunehmenden Robotisierung der Arbeitswelt ist hier Nachhaltigkeit jedoch nicht mehr n√∂tig, auch wenn die Mitarbeiter des Gesundheits“management“ das Gegenteil behaupten m√∂gen. Die unverf√§lschte Wahrheit ist aber, dass das System nur so lange am Leben erhalten bleiben muss, bis der technische Fortschritt so weit gediehen ist, dass intelligente Maschinen die meisten Arbeitsabl√§ufe fast vollst√§ndig √ľbernehmen k√∂nnen. Das wird – so meine Einsch√§tzung – bei gleichbleibender technischer Entwicklung sp√§testens in zwanzig Jahren der Fall sein.

Die Maschinen, einmal programmiert, werden das Bestehende zementieren, indem sie die Notwendigkeit einer Kontrolle obsolet machen, indem sie offensichtlich und f√ľr jeden einsehbar „richtige“ Arbeits-Ergebnisse liefern. Der Weg dorthin ist indes nicht mehr √ľberpr√ľfbar, wer will schon eine rationale Beweisf√ľhrung mit millionenfachem Daten-Output verifizieren k√∂nnen? Das gelingt niemanden, ¬†weswegen uns eingeredet werden wird, dass wir den Maschinen ¬†ganz einfach (sic!) ¬†vertrauen m√ľssen. In dieser Phase der Aufl√∂sung (von Entwicklung will ich hier nicht mehr sprechen, schlie√ülich enth√§lt dieses Wort im allgemeinen Sprachgebrauch implizit immer auch die Hoffnung auf einem¬†positiven Fortschritt) werden die ehemaligen Arbeits-Sklaven bestenfalls noch als Unterhalter und Konsumenten ben√∂tigt, wenn √ľberhaupt.

Ich denke an dieser Stelle lieber nicht weiter und verweise auf die zahlreichen Science Fiction-Produktionen in den Kinos, die uns auf weitergehende Szenarien vorbereiten.

Wenn wir indes all das hier Aufgezeigte¬†nicht wollen, brauchen wir ¬†die Tugend der Unkalkulierbarkeit, die offensichtlich gef√ľrchtet wird. Wir m√ľssen das Dogma der Rationalit√§t hinterfragen und dar√ľber nachdenken, was wir von vergangenen Zeitaltern lernen k√∂nnen, die sich in der Gegenwart nicht in der Form durchgesetzt haben, wie die Aufkl√§rung und ihr alleiniger Gott – die Ratio. Brauchen wir also beispielsweise eine neue Romantik? Ich meine ja.

 

Hört auch hier:

Wolfgang Buschlinger – Das philosophische Radio

Sinngem√§√ü ¬†wird hier ¬†gesagt, dass das Funktionieren ¬†idealisiert und derjenige, der vermeintlich reguliert werden muss, ¬†als „geisteskrank“ stigmatisiert wird:¬†Wolfgang-Schmidbauer-Redezeit

 

Die blaue Blume der Romantik:

250520151638

Sprache denken

Die Geisteswissenschaften verflachen – dank Bildungsreformen – immer mehr. Forschungsschwerpunkte wagen keine Bez√ľge mehr zum Jetzt, sondern werden seziert in Klein-Kleiner- Am Kleinsten-Fragestellungen.  Anstatt mutige und leidenschaftliche Bekenntnisse zu liefern (allenfalls die franz√∂sischen Essayisten sind dazu noch f√§hig), wird schon seit Jahrzehnten jedes Thema auf den minimalsten gemeinsamen Nenner seziert, bis es zwar irgendwelchen „wissenschaftlichen“ Kriterien gerecht wird, andererseits aber so blutleer ist, dass Belanglosigkeit noch eine nette Umschreibung daf√ľr w√§re.

Dies alles geschieht vor dem Hintergrund einer universitären Bildung, die in den vergangenen Jahren immer mehr verschult ist.

Vorletztes Jahr besuchte ich als Gasth√∂rerin einige Seminare und Vorlesungen in den Fachbereichen Religionswissenschaft und Philosophie.  Da, wo die Veranstaltungen ein Publikum von Senioren ansprachen, vielleicht sogar von einem emeritierten Professor gehalten wurden, fand ich den Spa√ü am sich Verlieren in Fragestellungen jenseits des N√ľtzlichkeitsprinzipes wieder,  den ich auch in meinem Magister-Studium vor Jahrzehnten kennengelernt hatte. Da aber, wo junge Studenten angesprochen wurden, ging es vornehmlich um Credit-Points und abfragbares Multiple-Choice-Wissen.  Im aktivistischen Sammeln von Leistungsnachrichten in k√ľrzester Zeit wird Bildung abgeleistet, genauso wie das Boot-Camp im Fitness-Center √ľberlebt wird. Was dabei herauskommt ist ungef√§hrliches, da oberfl√§chiges und belangloses Wikipedia-Wissen. Fakten ersetzen Interpretationen. Der Pragmatismus herrscht. Die berufliche Verwertbarkeit scheint das haupts√§chliche Ziel solcher Veranstaltungen zu sein, denen auch die Professoren mit universit√§ren Zeitvertr√§gen ausgeliefert zu sein scheinen.

Wenn jetzt noch das Dogma des englischen Sprachgebrauches an den deutschen Universit√§ten hinzu kommt, versch√§rft sich die ohnehin schon bescheidene Situation. Der globalisierte Geld-Adel und seine Vasallen indes m√ľssen keine Bef√ľrchtungen hegen, dass von den Geisteswissenschaften in Zukunft Kritik am herrschenden Status Quo zu erwarten w√§re, denn schlie√ülich – das wei√ü jeder Linguist – beeinflusst die Sprache das Denken, was hier meint, dass es – bei der Dominanz nur einer Sprache – eingeengt wird. Der homo oeconomicus breitet sich auf diese Art und Weise immer weiter aus, obwohl alle Beteiligten eigentlich wissen m√ľssten, dass die meisten von ihnen keine Nutznie√üer dieser Entwicklung sind, sondern nur ein wissenschaftlich-dummes Prekariat von Claqueuren bilden.

Befreit also das Denken!

Sapere audere!

Das ist ein großartiger Vortrag, der geeignet ist, unsere Illusion von Informiertheit, Freiheit und Demokratie zu durchbrechen und so die von einer Minderheit aus Oligarchen induzierte Moral-Apathie, die unsere globalisierte Welt in einer starken Hypnose gefangen hält,  zu hinterfragen und sich ihr gegebenenfalls mutig entgegenzustellen. Wie sagte schon Immanuel Kant:

Sapere audere! Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Obwohl die inhaltliche Hauptaussage des Vortrags¬†von mir schon seit langer Zeit geteilt wird, waren dennoch einige¬†der von Prof. Rainer Mausfeld vorgebrachten Fakten und aufgestellten Zusammenh√§nge best√ľrzend neu f√ľr mich. Gewiss wird es Ihnen¬†¬†√§hnlich gehen. Auch die ¬†anschlie√üende Fragerunde verdient Ihre¬†Aufmerksamkeit.

A Clockwork Orange

Dies ist einer der verstörendsten Filme, den ich jemals gesehen habe.

In einer Zeit, wo der einstige Humanismus sich immer mehr in die Fratze des Neoliberalismus verwandelt und wo unter dem Deckm√§ntelchen des Guten konkrete, aber auch subliminale Gewaltexzesse vollzogen werden, empfehle ich einen gepflegten Filmabend, der keine Entspannung verspricht, daf√ľr aber geeignet ist, gegenw√§rtige gesellschaftliche Zementierungen in Frage zu stellen. Schlie√ülich markiert das um sich greifende Dogma der Political Correctness mittlerweile die Grenze zwischen dem, was sich im Einklang mit dem herrschenden und medial-propagierten Glaubenssystem befindet und was deshalb auch gedacht und gesagt werden darf und dem, was ein unumst√∂√üliches TABU darstellt, das nur mit dem Risiko des sozialen Todes verletzt werden darf. Unaussprechlich!