Alles erledigt und offen fĂŒr das Neue! 

EH, Mischmaterialien, 29 x 39.5 cm, RauhnÀcht 2017/18

Die Weihnachtstage habe ich im Kreis meiner Familie verbracht. Endlich war Zeit, um die Serie meiner BlogbeitrĂ€ge ĂŒber meine RumĂ€nien-Rundreise fertigzustellen. Die Zeit der Dunkelheit gab auch genug Gelegenheiten, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen. BĂŒcher konnten gesichtet werden und ich stellte fest, dass, selbst wenn fĂŒr ein halbes Jahr der Kontakt zur Außenwelt abreißen wĂŒrde, ich genug zu lesen und zu bedenken hĂ€tte.

Die Neujahrskartenlegung bestĂ€tigte mir das, was ich ohnehin schon wusste, fĂŒhrte es mir aber noch einmal eindringlich vor Augen. Diesmal nutzte ich das an das Crowley-Tarot  angelehnte „Black Flame Tarot„.

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Ein unterhaltsamer Besuch auf der Esoterikmesse!

Eine Esoterik-Messe  kann recht unterhaltsam sein. Hier seht ihr mich, wie ich gerade einen Massagestuhl ausprobiere, wĂ€hrend ich zeitgleich mit der Mindmachine eine Entspannungs-Session genieße.

Das war richtig toll, was auch daran liegen mag, dass es sich hierbei eben um keine „Esoterik“ im herkömmlichen Sinn,  sondern um eine Methode  handelt, bei der die blinkenden Lichter der Mindmachine das Gehirn in die Frequenzbereiche, die zuvor ausgewĂ€hlt worden sind, versetzen.  Das Ziel  ein solcher  „Sitzung“  muss auch nicht unbedingt „Entspannung“ sein, genauso ist „Aktivierung“, „Tiefschlaf“ oder beispielsweise „Lernsteigerung“ möglich.

Ich liebe diese Technik  und bedaure es zutiefst, dass  das „brainwave entrainment“- System, was ich bestimmt acht Jahre fast tĂ€glich in Gebrauch hatte, letztes Jahr leider seinen Geist aufgegeben hatte.

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Die Hoheprosterinnen bei den Externsteinen 

Was fĂŒr ein Wochenende! Nicht nur, dass ich den wunderbaren Wörlitzer Park besucht habe (Bericht folgt noch), sondern dass ich meinen Geburtstag und die Walpurgisnacht/Beltane in angemessener Umgebung, nĂ€mlich bei den Externsteinen, zelebriert habe.

Freudig ĂŒberrascht waren meine Freundin und ich darĂŒber,  dass sich die Anreise von Hannover aus, auch ohne Automobil, mittlerweile recht komfortabel gestaltet. Es  verkehrt nĂ€mlich, vom Heil- und Kraftort Bad Pyrmont aus, der Bus 792. Er mĂ€andert ĂŒber die schmucken Dörfer und fĂ€hrt an den Wochenenden des Sommerhalbjahres die touristischen Höhepunkte der Region, u. a. auch die Externsteine, an.

Auf diese Art und Weise entspannt angekommen, schauten wir uns das Besucherzentrum an den Externsteinen an.

Im kleinen Ausstellungsraum informiert es aus verschiedenen historischen, naturkundlichen und geologischen Perspektiven ĂŒber die Steine, legt aber ganz klar seinen Schwerpunkt auf die christliche Überschreibung der heidnischen KultstĂ€tte.  Insofern erhĂ€lt man dort keinerlei ErklĂ€rung darĂŒber,  was Neu- und Altheiden zu den Externsteinen zieht. Die Interviews, die man sich an der letzten Station, gleich nach dem Exkurs ĂŒber die archĂ€ologischen Grabungen in der nationalsozialistischen Zeit,  anhören kann, hinterlassen den Eindruck, dass es sich um eine Art von exotischer Partyzone mit Met-Hörnchen  und anderen SkurilitĂ€tenhandelt, die, aufgrund eines erhöhten MĂŒllaufkommens, besser zu unterbinden seien.

Und wirklich ist es so, dass an den großen naturreligiösen Feiertagen, insbesondere zur Walpurgisnacht und zur Sommersonnenwende, allerhand buntes Volk  zu den Externsteinen pilgert und auch wir folgten diesem Ruf.

In der Vergangenheit war dort auch das Zelten möglich und sicherlich hat auch die Detmolder Dorfjugend das inoffizielle Event zum kollektiven BesĂ€ufnis und „erster Liebe“ zwischen Didgeridoo-Spielern und Avalon-Feen genutzt.  So erklĂ€rt sich dann vermutlich auch das Abfallproblem, von dem wir im Besucherzentrum hörten und was von den Anbetern von Thor, Einhorn und Großer Göttin sicherlich nicht verursacht wurde.

Das Zelten ist nun nicht mehr erlaubt und der Parkplatz wurde gestern ab 18 Uhr gesperrt. Am SpÀtnachmittags brachte sich ein Polizeiauto unterhalb der Externsteine zusÀtzlich in kontrollierende Position.

Wir saßen mittlerweile entspannt auf der Wiese und beobachteten das Geschehen, nachdem wir im Wald ein kleines Orakel vollzogen hatten, in dessen Verlauf wir die Trumph-Karte der Hohepriesterin in die der Hohe“prost“erin umbenannten und diesen Akt der Verwandlung mit Schierker Feuerstein und Rotwein besiegelten. Danach suchten wir die Steinkreise , die uns bei unserem letzten Besuch von einem katholischen Priester  (wirklich!!!) gezeigt worden waren, auf. Zwischenzeitlich hatte ich zwar in den sozialen Netzwerken gelesen, dass sie zerstört worden waren, mittlerweile sind  jedoch glĂŒcklicherweise neue entstanden. Ein religiöses BedĂŒrfnis, so es denn da ist, lĂ€sst sich eben nicht einfach durch kommunale BeschlĂŒsse eliminieren.

Die in einem Baumstamm eingeritzten Runen Othala und Tiwaz wiesen uns den Weg zu den religiösen PlÀtzen, so dass wir daraufhin in der Mitte eines Labyrinths unseren Pakt mit den Göttern und Göttinnen der Heimat  erneuern konnten.

 

Ein Bier am Kiosk, dessen Wirt mich merkwĂŒrdigerweise mit „Herzilein“ anredete (die KrĂ€fte der Walpurgisnacht mögen hier schon gewirkt haben), gestaltete das Warten auf dem Bus, der fast pĂŒnktlich um 17.50 ankam, lustig. Auf diese Art und Weise positiv gestĂ€rkt, sehen wir nun einer freudvollen Sommerzeit entgegen.

Fischreiher und die romantische Philosophie!

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Ruth Meisners Fischreiher, die jetzt als Nachguss im Stadtpark in Hannover stehen, waren ursprĂŒnglich fĂŒr die Maschseequelle in Hannover gedacht.

GlĂŒck gehabt: Wenn sie dort nĂ€mlich stehen wĂŒrden, wĂ€re meine ganze  kurzweilige Interpretation der Figurengruppen am Maschsee, die ich im Gedankenspiel als begehbare Illustrationen zu Nietzsches Zarathustra ansehe,  nicht annĂ€hernd logisch nachvollziehbar gewesen.

Schließlich halte ich es von Zeit zu Zeit wie der Protagonist von Ludwig Tiecks Bildungsroman „Franz Sternbalds Wanderung“, der die VorgĂ€nge im eigenen  Ich auf die Außenwelt in einer Ă€sthetisch verwandelten Form projiziert , die dann

„mit goldenem SchlĂŒssel die Kammern unseres Geistes eröffnen, und uns die SchĂ€tze zeigen, die wir selbst noch nicht kannten. So entsteht ein (…) wohltuender Umgang mit uns selbst.“ (Thalmann, Hrsg., Bd. 1, MĂŒnchen o. J., S.865 f.)

Momentan haben Fischreiher bei mir im Außen nichts zu suchen, dachte ich zumindest, bis ich im Vogelorakel-Buch von Harald Knauss lesen musste, dass Kraniche, die ich mal ganz kreativ und zoologisch nicht ganz korrekt als Synonym fĂŒr die Fischreiher annehme,  in sich zwei anscheinend widersprĂŒchliche Eigenschaften vereinigen. Sie stehen gerne auf einem Bein, weswegen sie einen Menschen gleichen, der innehĂ€lt, um die Welt zu bedenken, gleichzeitig sind sie durch ihrem Vogelzug  in der bildenden Kunst zum Inbegriff der romantischen Sehnsucht geworden.

Und so stelle ich fest, dass der Kranich letztendlich  das  adĂ€quate schamanische Helfertier fĂŒr eine romantisch inspirierte Philosophin darstellt. Damit fĂŒhle ich mich gut charakterisiert und finde BestĂ€tigung darin,  Begegnungen, Erlebnisse und FundstĂŒcke  auf SpaziergĂ€ngen und Wanderungen als Orakel  ansehen zu können. Versucht es doch auch einmal!

Was bringt die Zukunft?

Scheibensieben

NatĂŒrlich kann man sich zu jeder Zeit des Jahres mit Kaffeesatzlesen und sonstigen Orakeln beschĂ€ftigen; die RauhnĂ€chte bieten uns aber eine zeitlich-rĂ€umliche QualitĂ€t, die solche introperspektivischen BeschĂ€ftigungen fördert.

Wie gerne wĂŒrde ich euch hier im Blog von hĂŒpfenden Lichtelfen erzĂ€hlen, doch – ich kann es nicht beschönigen – mein Orakel-Ergebnis war verheerend dĂŒster.
Über meinen Kartenbild schwebte Lady Frieda Harris finstere Sechs der Kelche („EnttĂ€uschung“)  und der weitere „Untergang“, der sich vor mir ausbreitete, konkludierte in der Scheiben-Sieben.

Hajo Banzhaf schreibt dazu:

„Die Karte reflektiert einen Zustand des Zerfalls; nach der Morgenröte der Sechs Scheiben ist der Hintergrund der Sieben jetzt zu einer BrutstĂ€tte des Verderbens verkommen. (Es folgt ein Crowley-Zitat …) Abgeschnitten vom Wachstum und von der Vegetation erkennen wir eine blauviolette Schattenwelt, in der schwarze Pflanzenskelette anstelle von FrĂŒchten die sieben bleiernen Todesscheiben des Saturn hervorbringen, Symbol fĂŒr das Unheil ohne Ende oder  unglĂŒckliches Ende, das keine Erlösung bringt.“

Ach, fÀllt mir ein, habe ich nicht irgendwo im Internet gelesen, dass der Herrscher des Jahres 2014 der Saturn sein soll?

Und so fĂŒhle ich mich – quasi schon vorauseilend – wie der leidende König Anfortas, der, umgeben von Ödnis und Einsamkeit, nicht wirklich leben, aber auch nicht sterben kann, derweil er von schrecklichen Schmerzen geplagt wird. Selbst der Gral schafft ihm keine Linderung.

Wenn der Saturn – so berichtet uns Wolfram von Eschenbach – seinen höchsten Stand erreicht hat, verschlimmert sich – auch das erstaunt nun nicht mehr – Anfortas Zustand. Er wird vom inneren Frost gepeinigt, der in seiner Umgebung Schnee im Sommer fallen lĂ€sst.

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“,

sagte einst Adorno. Und so ist auch Anfortas eine Genesung von seiner Pein versagt.

„Entfremdung“ ĂŒberall. Die Neonreklame der Großstadt blendet uns grell und treibt uns an, uns zu betĂ€uben und uns eben nicht die richtige Frage zu stellen, die im 21. Jahrhundert die  nach dem richtigen Leben sein muss.

Doch irgendwann – wir kennen schließlich die Grals-Historie – wird Parzival heranreiten  und die Worte finden, die Anfortas von seinen Leiden erlösen werden.

Soweit ist die Handlung aber noch nicht gediehen. Vorerst, im Jahre 2014,  bringt die Gefolgschaft den König zum See Brumbane, der in der NĂ€he der Gralsburg liegt. Die wohlriechende LĂŒfte ĂŒber dem See sollen den ĂŒblen Geruch seiner Wunde vertreiben.

Die TrĂŒbnis, die das Orakel bei mir hervorbrachte, wurde  jedoch nicht durch das Element Wasser, sondern durch Äther, genauer gesagt durch das Hören des philosophischen Radios hinweggeblasen.

Prof. Dr. Bolz widersprach Adorno, verwies stattdessen auf die SpielrĂ€ume des Ichs, die einen – auch angesichts von aggressiven Neofeudalismus  (meine Worte) noch bleiben  und sprach sich fĂŒr eine positiv besetzte BĂŒrgerlichkeit aus. Nicht jeder muss, angesichts der uns umgebende ZustĂ€nde, zum Bohemian oder zum RevolutionĂ€r werden.

Nachdem ein Hörer dies mit „Tue deine Pflicht!“ zusammenfasste, widersprach der Philosoph  zwar nicht,sagte aber, dass er es lieber anders ausgedrĂŒckt haben wolle, nĂ€mlich so:

„Tu das, was du tust, von ganzem Herzen und auch leidenschaftlich.“

Und dies erinnert mich wiederum an:

„Tu was du willst, ist das ganze Gesetz. Liebe unter Willen.“

Wer sagte dies gleich noch?

Aleister Crowley. Und so habe ich, zugegebenermaßen nach einigen mĂŒhevollen Gedankenkonstrukten,  meine freudvolle Erwiderung auf den finsteren Orakelspruch gefunden. Die Zukunft kann kommen! Die Lichtelfen fliegen wieder.

Schornsteinfeger