Bardolino und Sirmione

Bardolino

In Bardolino ist  am Donnerstagmorgen bis 13 Uhr Markttag.  Die Lage am Ufer des Gardasees ist spektakulär, die Stände jedoch bieten zumeist  dieselbe Chinaimportware an, die sich auch andernorts kaufen lässt, vermischt mit einigen lokalen Angeboten. Da der Markt sehr groß ist, habe ich aber nicht alles gesehen. Das gemütliche Schlendern am Ufer des Gardasees und der ein oder andere Blick auf das feilgebotene Sortiment hat aber Spaß gemacht und immerhin habe ich dann doch zwei Ledergürtel gekauft. Der ein oder andere dekorative Keramikartikel gefiel mir auch, wohlwissend aber, dass ich dafür zu Hause keinen Platz haben würde, ließ ich mich  nicht zum Kauf verführen.

Überall an der Uferpromenade sind hübsche Blumenbeete angelegt. So macht das Flanieren Freude!

Eine Übersicht über alle Märkte am Gardasee findet sich hier.

Sirmione

Die historische Altstadt erstreckt sich auf einer Halbinsel, in der sich eine Eisdiele an die nächste reiht. Selbst ich, die normalerweise keine große Eisliebhaberin bin, kam hier auf dem Geschmack.

Seit der Jungsteinzeit ist dieser durch seine perfekte Lage gesegnete Ort bewohnt. Die Römer siedelten hier, genauso wie die Langobarden, von deren  Klöstern und Kirchen auf Sirmione  fast nichts  mehr erhalten geblieben ist.

Nach der Inquisition in den 1250er Jahren  in Südfrankeich wurde die Festung Sirmione  der letzte Rückzugsort für die überlebenden Katharer und Patariner.

Man betritt die Altstadt durch das mit Wappen geschmückte Tor der Westmauer eines imposanten Kastells.

Das Castello Scaligero ist eine Hinterlassenschaft der Skaliger, eines Geschlechts, das seit 1262 seinen  Hauptsitz in Verona hatte. Auch in Sirmione übernahmen sie die Macht. Sie bauten die ursprünglich römische  Festung  für ihre Zwecke aus. Nach der Flucht vom Skaliger  Antonio aus Verona fand ihre Herrschaft 387 ihr Ende. Die Nachkommen der Skaliger, deren Hinterlassenschaften überall am Gardasee zu bestaunen sind,  gingen in den bayrischen Adel, wo sie Zuflucht fanden, über.

Sirmione fiel unter die Herrschaft von Venedig, bis es mit der Einigung Italiens im 19. Jahrhundert der Provinz Brescia zugeordnet wurde.

Hinter der Burg  mit ihren für die Skaliger typischen Schwalbenschwanzzinnen tut sich ein fantastastisches Panorama auf den See auf, was mich wirklich in seiner Grandiosität überrascht hat.  Wenn man nun  den Uferweg folgt, kommt man zu dem “Strand der Blondinen”, der Kirche San Pietro in Mavino  und zu den Grotten des römischen Dichters  Catullus. Da ich leider an Abfahrtzeiten gebunden war, konnte ich  mir  all dies nicht mehr ansehen, stattdessen verweilte ich am See und genoss die absolut beeindruckende Naturschönheit. Ich bin mir sicher: Ich komme wieder!

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