Der Herkules feiert Geburtstag!

Der Herkules ist hier von hinten zu sehen. Er ist ein Symbol für die Stärke. Er stützt sich auf eine Keule, um die eine Löwenhaut gewickelt ist. Versteckt hält er in seiner anderen Hand drei Äpfel, die er aus dem Garten der Hesperiden entwendet hat.

Der Herkules in Kassel feiert dieses Jahr Geburtstag, ein Grund mehr für mich, den Bergpark Wilhelmshöhe  zu besuchen. Nun hätte mich die Bezeichnung „Bergpark“ stutzig machen sollen, hatte ich letzten Sonntag nämlich eher einen gemütlichen Spaziergang durch Blumenbeete im Sinn, als eine Bergbesteigerung, zu der es dann aber gekommen ist.   Informationen im Vorfeld hätten mir sicherlich den Schock ersparen können, der sich mir beim Austritt aus dem Bahnhofsgebäude erwartete.  Die Wilhelmshöher Allee führte nämlich beständig bergauf und meine um etliche Jahre jüngere (und sportlichere ) Reisebegleiterin ließ mich nicht den Mut fassen, mir die Blöße zu geben,  auf  eventuell andere Möglichkeiten der weiteren Anreise zu bestehen. Die hätte es in der Tat gegeben (Straßenbahn, Busverkehr).  So aber begann nun sofort der Aufstieg. Beim Besucherzentrum Wilhelmshöhe betraten wir endlich den Park und waren erfreut über die Vielfalt von landschaftlichen Szenarien, die sich uns auftaten. Die Blumen dufteten, als ob es kein morgen mehr geben würde, allein, ich will es nicht verschweigen, ging es  auch weiterhin BERGAUF!!!

Das Schloss ließen wir links liegen, obwohl es dort nicht nur eine sehenswerte Gemäldesammlung, sondern auch eine Ausstellung zum Herkules (bis zum 8. Oktober 2017) gegeben hätte.

Wir jedoch wollten erst einmal „hinauf“, nicht beachtend, dass später zumindest meine Erschöpfung so groß gewesen sein würde, dass wir uns diesen Park-Höhepunkt entgehen lassen mussten.

Vorbei am Grabmal des Vergils mäanderten wir weiterhin aufwärts, um irgendwann vor der großen barocken Kaskade zu stehen, neben der sich beidseitig eine mir  mörderisch anmutende Treppe nach oben schlängelte. „Der Herkules feiert Geburtstag!“ weiterlesen

Auf dem Viadukt-Wanderweg

Unsere Wanderung führte uns diesmal nach Altenbeken. Zeitverzögert kamen wir dort an, nachdem wir – der morgendlichen Stunde war es wohl geschuldet – in die falsche S-Bahn gestiegen waren, die uns geradewegs auf das Abstellgleis befördert hatte. Eine Stunde später als  geplant erreichten wir dann Altenbeken, den Ausgangspunkt des  prämierten Viadukt-Wanderweges, für den im Internet vielfache Werbung gemacht wird und der selbst uns – als nicht sonderlich Eisenbahn-Interessierte – nun lockte.

Schließlich hofften wir so  auf eine gute Ausschilderung und wirklich fanden wir schon auf dem steil nach unten führenden Bahnhofsweg, der uns in den Ortskern führte, ein erstes Hinweisschild mit Prospektmaterial zum Wanderweg. Sogar mit einer Stempelkarte wurden wir ausgestattet, sodass wir nun hoffnungsvoll unsere Tour starteten.

Vor dem Egge-Museum, dem Ausgangspunkt der Tagestour, die mit 29 km eher als herausfordernd zu beschreiben ist, fand sich dann auch eine hübsch restaurierte Dampflokomotive  aus dem Jahre 1941 und weitere Hinweisschilder, die aber  so unübersichtlich angebracht waren, dass wir nicht erkennen konnten, welchen Weg wir zum imposanten Viadukt nun eigentlich, wenn wir denn dem ausgezeichnete Spuren folgen sollten, zu gehen hätten.  Die schriftliche Anweisung, die ich mir ausgedruckt hatte, half auch nicht weiter. Dort hieß es:

Das Museum im Rücken überqueren Sie die Hauptstraße, links am renaturierten Mühlenbach entlang,
über einen Treppenweg bis zur Bahnunterführung. Anschließend links zur Aussichtsplattform am Viadukt
(toller Fotostandort).

Wir folgten also den Bächlein direkt bei der Lokomotive (Das Museum befand sich in unserem Rücken, so wie es sein sollte), waren aber irritiert davon, dass dies die entgegengesetzte Richtung zum  1853 gebauten Viadukt  darstellt. Von Treppenweg und Unterführung war auch nichts zu sehen, sodass wir – das Viadukt ist glücklicherweise ja nicht zu übersehen – der Hauptstraße folgten und es so erreichten. Hier trafen wir dann auch wieder Viadukt-Wanderweg-Ausschilderungen an, sodass wir der steilen Treppe zur Aussichtsplattform folgten, wo ich  dann auch – wie angeraten – ein paar Fotos von Eisenbahnzügen, die die Brücke queren, schoss.

Viadukt, „von unten“ gesehen
Wassermühle am Viadukt
Viadukt „von unten“, Detail

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Danach ging es auf den Sonnenberg hinauf.
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Die Beschilderung war dichtmaschig und so konnten wir uns der Unterhaltung und der Naturbeobachtung widmen, bis dann- kurz vor dem Rehbergtunnel – wahrscheinlich bei dem hübschen Pferde-Paar, das auf der Wiese stand – ,  sich  keinerlei Viadukt-Wanderweg-Schilder mehr vorfanden, sodass ich dann doch mein GPS-Gerät, mit dem ich noch nicht wirklich umgehen kann, anstellen musste, um uns auf diese Art und Weise  – durch bewohntes, aber menschenleeres Gebiet – zur Bollerbornquelle leiten zu lassen.

Kunst am Weg
Interessante drakonische Haus-Dekorationen beim Firmensitz für Schädlingsbekämpfung, der uns auf neue Geschäftsideen brachte.

Die Bollerbornquelle  quillt nur zeitweise. Es ist eine „rhythmisch intermittierende Quelle“, wie uns das Hinweisschild verrät.  Dort erfuhren wir auch, dass  ausgerechnet diese Quelle, das Heer Karls d. Großen vor dem Verdursten rettete, der gerade vorher die Irminsul, das höchste  Heiligtum der Sachsen, zerstört hatte.

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Der „Wilde Mann“, der die Quelle  jetzt bewacht, trägt offensichtlich Dreads.

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An der Quelle fanden sich glücklicherweise wieder Viadukt-Beschilderung an, sodass wir – ganz ohne GPS – den Waldlehrpfad zum Driburger Grund folgen konnten. Dort versäumten wir den Abstecher zur Max und Moritz-Quelle und fanden uns stattdessen auf einem Waldpfad des Bäder-Weges wieder, der an einer Hauptstraße mit Bushaltestelle endete. Offensichtlich hatte diese Streckenführung aber seine Richtigkeit, schließlich fanden wir auf der gegenüberliegende Seite der Verkehrsstraße wieder Viadukt-Wanderweg-Schilder vor. Diese inspizierten wir aber nur von Weitem,  da wir offensichtlich viel zu erschöpft waren, um weiter auf dem Viadukt-Weg zu mäandern. Alternativ entschieden wir uns für den GPS-geführten direkten Weg zur Mariengrotte,  die sich   bei der ältesten Waschstelle im Urdorf „To den Buken“ (laut dortige Erklärung) befindet.

Landschaftsimpressionen, von der Mariengrotte aus gesehen!
Mariengrotte mit Bildstock

Von hier aus kehrten wir dann zum Hauptbahnhof in Altenbeken zurück,  wobei wir sehr viel Spaß dabei fanden, den teilweise neobarocken, bebraistischen oder einfach geschmacklosen Baustil der Mittelstands-Bunker im Neubau-Viertel Altenbekens zu kommentieren und zwei jungen Welpen bei der Erkundung des englischen Rasens zuzusehen.

Auf diese eben geschilderte Art und Weise hatten wir den Viadukt-Wanderung stark verkürzt und damit unseren Bedürfnissen angepasst.  Nichtsdestotrotz war der Muskelkater gewaltig.

Fazit: Tolle Wanderung, bei der man sich aber nicht alleine auf die Beschilderung verlassen, sondern stattdessen Wanderkarte und/oder GPS einstecken sollte. Unsere Stempelkarte wies zum Schluss  – was irgendwie deprimierend ist – ein (bzw. zwei/geschummelte) Stanzfelder aus. Stempel gab es auf der Wanderstrecke anscheinend nicht, stattdessen aber praktische Lochstanzer.

Bad Pyrmont

Da wollte ich vorgestern nur einmal in das nächstgelegene Wellenbad gehen und habe dadurch einen Kraftort gefunden, der seinesgleichen sucht: Bad Pyrmont.

Ich muss gestehen, dass ich mich im Vorfeld nicht sonderlich informiert hatte. Ja, die Eintrittspreise des Schwimmbades hatte ich „gegoogelt“ und ich wusste, dass es dort einen wunderschönen Kurpark geben sollte. Das war es aber schon. Spätestens aber, nachdem ich, nach dreistündigem Badevergnügen, zum Picknick auf der Brunnenstraße saß, inmitten einer Geräuschskulptur, wurde mir deutlich, dass dieser Ort ganz und gar „besonders“ ist. Das undefinierte Gefühl, hier einen Kraftort besucht zu haben, durchströmte mich. Und genauso, wie mir Hannover immer Lebensenergie raubt, so fühlte ich mich hier angenehm aufgeladen, und das lag nicht nur an der angenehmen Ähnlichkeit der Stadt mit dem marod-italienischen Ambiente von Bad Ems, was ich auch sehr liebe.

Hier, in Bad Pyrmont, waren starke, ganz starke Energien spürbar. Der Besuch im Kurpark, wo mich die Riesenbäume begeisterten, brachte keine Aufklärung, doch spätestens, als ich den „Hylligen Born“ betrat, verdichtete sich das Gefühl, hier das Zentrum eines außerordentlichen Ortes zu besuchen. Selbstverständlich trank ich mich durch die verschiedenen Quellen, um dann auf dem Vorplatz des Gebäudes sprudelnde Wasserquellen unter Plexiglas zu sehen. Mein Blick fiel auf eine kleine Metallplatte, wo irgendetwas von „Geomantie“ stand, genug, um mich neugierig zu machen.

Jetzt habe ich nachgelesen und erstaunt festgestellt, dass Bad Pyrmont einen „geomantischen Spaziergang“ implementiert hat und dass mein Gefühl, hier einen Kraftort, der seinesgleichen sucht, vor mir zu haben, schon viele Menschen vor mir wahrgenommen haben. Schau hier: Kraftort

Ich muss also wiederkommen und mir Zeit für diesen Ort nehmen. Nun … die Dunsthöhle, wo Kohlendioxid austritt, hatte ich noch besucht. Leider hatte ich meinen Fotoapparat vergessen, sonst würdet ihr an dieser Stelle die riesigen, schillernden Seifenblasen sehen, die auf unsichtbarem CO2 tanzen. (Mehr dazu: Dunsthöhle) Wunderschön!