Jägerhaus und Hubertuskapelle im Hainberge

Am Samstag hat mich die Hubertuskapelle im Hainberge gerufen, was ich dann auch den anderen Teilnehmerinnen des Wildfrauenhauses schmackhaft gemacht habe und so starteten wir gegen 10 Uhr am Hauptbahnhof in Hannover.

Kennengelernt hatte ich diese Tour durch einen lieben Freund, der die Strecke noch aus seiner Kindheit als Sonntagsausflug kannte, siehe hier.

Los ging es damals an  der Burganlage in Wohldenberg, die jetzt ein katholisches  Bildungszentrum beherbergt. Um 1731 wurden die spätmittelalterlichen Teile durch eine barocke  Hubertuskapelle ergänzt. Die zeitgleich errichte, ebenfalls  Hubertuskapelle genannte ausgebaute Grotte am Hainberg (die Felsinschriften nennen die Jahre 1727  und 1733), steht in direkter Verbindung zu ihr, weshalb uns auch der Autor der Jubiläumsschrift zur Hubertuskapelle von 1933 diesen Weg u.a.  mit folgenden Worten empfiehlt:

Ein Marsch von anderthalb bis zwei Stunden, teilweise auf bequemen Waldsteigen, teilweise auf einem chauffierten Wege führend, bringt uns zum Ziele. (S. 5)

Das Jägerhaus, eine alte Traditionsgaststätte, stand leer, als ich es vor zwei Jahren erstmalig besuchte. Mittlerweile hat es neue Besitzer gefunden, sodass eine Öffnung zum Sommer geplant ist. Ursprünglich war es als Jagdhaus vom Grafen Ernst Friedrich Herbert von Münster errichtet worden.

Im alten Führer heißt es:

Der Wanderer fühlt sich, wenn er am Ziele, dem Jägerhause angekommen ist, reich belohnt für seine Wandermühe. Ein Waldidyll von eigenartigem Reiz und Zauber liegt vor seinen Blicken. Der freundliche Wirt, der schon eine lange Reihe von Jahrn das Haus ständig bewohnt, könnte erzählen von den Ausrufen des Entzückens und der Bewunderung, in die die Wanderer beim Anblick des Jägerhauses und seiner prächtigen Umgebung ausbrachen, besonders von dem so oft wiederholten Rufe: ‘Hier möchte ich wohnen’: er könnte erzählen von den begeisterten Schilderungen, die die Besucher sich nachher gegenseitig über ihre tiefen Eindrücke entwarfen aber später in Karten und Briefen, die zum Jägerhaus flogen, niederlegten; könnte erzählen von der treuen Liebe und Anhänglichkeit, die in der Umgebung wohnende ‘Stammgäste’ dem Jägerhause bewahren Dn durch häufigen Besuch selbst in rauher Winterzeit immer wieder von neuem befunden. (S. 6)

Es macht Spaß  im alten Büchlein zu lesen.  Dr. Karl Henkel lässt uns an seinem unmittelbaren Erleben teilhaben, um uns erst dann die Ergebnisse seiner Quellenstudien mitzuteilen.

Heutige Wander- und Ausflugsführer stellen dagegen meist nur nüchtern die Gegegebenheiten dar und schwelgen sprachlich nicht in euphorisch-poetisch-romantischen Betrachtungen, die die Seele des Ortes berühren dürfen, wie diese Schrift. Ach, ich sagte es schon einmal hier im Blog: Wir brauchen eine neue Romantik!

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