Teetempel

 

Es ist eine Einschränkung unseres Erkenntnisvermögens,
wenn wir nur die Methoden, die heute in Laboratorien angewandt werden, ausüben.
Wäre die Natur ein Mechanismus, so wären diese Verfahren ausreichend. Die
Schönheit der Welt bezeugt, dass hinter den Sinneserscheinungen nicht bloß ein
Mechaniker, sondern auch eine Künstlerin wirkt. Im Mittelalter kannte man sie als die
Göttin ‚Natura‘. Auf Namen kommt es nicht an. Will man aber zu dem Erleben und
der Erkenntnis eines Wesenhaften in der Natur und in der Kulturgeschichte
gelangen, ist die Kunst die geeignetste Auslegerin dieser Sphäre. Die spirituellen
Zeugnisse der Vorgeschichte sind ohne einen originären neuzeitlichen Zugang zu
diesen Bereichen nicht sachgemäß verstehbar.

Diese Zeilen fand ich unlängst auf den Seiten des Forschungskreises Externsteine.

Und welcher Platz wäre geeigneter gewesen, um der Wahrheit hinter diesen Zeilen nachzuspüren, als der sogenannte „Teetempel“ in Derneburg! Er vereinigt klassizistischen Charme mit einer wild wuchernden Waldlandschaft, die einst, als dieses Gebäude erbaut wurde,  nicht vorhanden war.  Da bot der  Tempel einen freien Blick auf  die Gartenanlagen und das Schloss.

Ich trank dort meinen Tee, ganz wie der Graf, der dort „die englische Sitte des Teetrinkens zelebrierte“ (aus: Laves-Kulturpfad Broschüre, siehe hier). Dann fing es an zu regnen.

 

Laves Teetempel

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