Thailand-Rundreise: Tempelland und Tropenstrand (Teil 1)

Im Frühling hatte ich eine Rundreise durch den Norden von Thailand unternommen (14.04 – 23.04), die ich bei Marco Polo gebucht hatte: „Tempelland und Tropenstrand“ hieß sie.

Der Flug nach Bangkok mit Lufthansa gestaltete sich aufgrund von Turbulenzen strapaziös und verlängerte sich auch ein klein wenig, weil der Pilot die Flugroute ändern musste.

Als wir in Bangkok landeten war es dort leider schon später Nachmittag, sodass eine erste Besichtigungstour in Bangkok bis zum nächsten Tag warten musste.

Ein erster Blick auf Bangkok …

Unser Reiseleiter hatte uns während der Fahrt vom Flughafen zum Hotel erzählt, dass in Thailand gerade das Wasserfest mit „Wasserspielen“ stattfinden würde und dass wir, wenn wir denn Lust dazu hätten, am besten in Badesachen rausgehen sollten und uns daran beteiligen könnten. So ganz verstanden hatte ich seine kryptischen Andeutungen jedoch nicht. Als ich dann aber im Supermarkt noch eine thailändische Telefonkarte besorgen wollte, wurde mir klar, was gemeint war.

Songkran … Das Wasserfest!

Aam Abend zuvor hatte das thailändische Songkran-Fest, die thailändische Neujahrsfeier, begonnen. Es findet jedes Jahr zwischen dem 09.04 und 19.04 statt, wobei die Datierung wechselt, da sie sich nach dem Mond ausrichtet. Traditionell werden beim Songkran-Fest die Familien besucht und Buddhastatuen sowie auch der Familienälteste segnend mit Wasser begossen, heutzutage finden aber beispielsweise in Bangkok ganze Wasserschlachten statt. Kinder stehen mit Wassereimern vor den Supermärkten, Menschen jeden Alters und Geschlechtes schießen mit Wasserpistolen auf Passanten und irgendwie scheint jeder auf den Beinen zu sein, um sich gegenseitig nass zu spritzen oder Passanten eine weiße Paste ins Gesicht zu schmieren. All das soll Glück bringen und alle haben dabei auch einen Riesenspaß, denn schießlich ist bei über 40 Grad Außentemperatur eine Wasserschlacht eher angenehm als unangenehm.

Schlecht nur, dass ich, nach dem Kauf der Telefonkarte, klitschnass wieder zurück in das Luxushotel gehen musste. Glücklicherweise war das Hotel aber darauf vorbereitet. Ausgelegte Matte sorgten dafür, dass all die „tropfenden“ Gäste keine Überschwemmung in der Eingangshalle verursachen würden.

Auch dort stand ein goldener Buddha auf gelben Deckchen und wollte segnend mit Wasser übergossen werden.

Buddhismus

94% der Thailänder sind Theravada-Buddhisten.

Fast jeder junge Mann geht, meist zwischen 14 Tagen und einem halben Tag ins Kloster. Innerhalb ihrer Kloster-Zeit müssen sie sehr viele Regeln und Gebote beachten, was sicherlich nicht jeden leicht fällt. Manche entscheiden sich dennoch dafür, in den Orden einzutreten und nicht mehr in das Alltagsleben zurückzugeben.

Frauen steht dieser Weg nicht offen. Für sie gibt es nur Laienorden. Ihre buddhistische Praxis richtet sich darauf aus, eine als höhenwertig angesehene Wiedergeburt als Mann zu erringen.

Thailand im Umbruch?

Der buddhistische Glaube ist allgegenwärtig. Eine auf die Religion aufgebaute hierarchische Gesellschaft, die durch ein gemeinsames Wertsystem zumindest auf mich, als außenstehende Touristin, friedlich wirkt, trifft nun auf einem globalisierten Kapitalismus, der mit vielfältigsten Verlockungen daherkommt.

Ich könnte mir vorstellen, dass die freundliche Art der Thailänder, die auch auf der Gewissheit beruht, dass gute Taten im Diesseits zu einer trefflichen Wiedergeburt führen, vor eine tiefgehende Herausforderung gestellt werden. Ich frage mich, wie sich der Zusammenprall eines religiös geprägten Weltbildes auf einem säkularen Waren-Fetischismus in Zukunft gestalten wird und ob es zu Synenergien kommen wird oder zu Verlusterfahrungen und Umwandlungen?

Geisterhäuschen

Wr findet das Geisterhäuschen? Häuser an den Kanälen von Bangkok

Jedes Gebäude in Thailand hat übrigens sein Geisterhäuschen, auch das Hochhaus-Hotel. Auch ganze Ortschaften haben ihre prächtigen Schreine, die von allen Bewohnern gepflegt und gehegt werden.

In Thailand glaubt man nämlich an Geister (Phra Pham). Wenn denn ein neues Haus gebaut wird, muss der Besitzer dafür Sorge tragen, dass der Erdgeist, genannt Chao Thi, der diesen Platz bewohnt, diesen freigibt. Durch den Bau eines Geisterhäuschens, das meist auf einer erhöhten Plattform steht, soll der Geist dazu bewogen werden, umzuziehen. Natürlich wird er dies nur dann tun, wenn das Geisterhäuschen prächtiger ausfällt als sein derzeitiges Domizil. Opfergaben tun ihr übrigens, um ihn bei Laune zu halten.

Die vielen Geisterhäuschen in Thailand geben Zeuge davon ab, dass ein vor-buddhistischen animistisch-schamanischen Glaube in den vorherrschenden Buddhismus integriert ist. So fremd ist uns dies in Deutschland auch nicht: In vielen deutschen Vorgärten stehen Zwergenwohnungen, die zwar nicht beopfert, dafür trotzdem aber liebevoll gepflegt werden. Leider stammen die hiesigen Gartendekorationen mittlerweile vornehmlich aus Produktionen „Made in China“ und ihr grell bemaltes Plastik kommt nicht ganz so hübsch daher, wie die geschnitzten Teakholz-Tempel für die thailändischen Geister!

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