Über die Dämonen!

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Die Geburt eines Dämons, Din A3, Mixed Media, Rauhnächte 2015/16

Die Vergangenheit umzudeuten, sodass uns – aus dem, was wir  uns rückblickend selbst oder auch anderen erzählen, eine eingängige Geschichte wird, führt, wenn dies unbewusst und nicht willentlich geschieht,  dazu, dass die eigentliche Wahrheit zu einem Energiefeld wird, was nicht mehr berührt werden will:  was in Ruhe gelassen werden will und was eigentlich danach verlangt, tief in den Zeitstrom zu versinken. Dass, was da immer weiter in die Tiefen unseres Unterbewusstseins absinkt,  kann zum Nacht-Alb werden, zum Dämon, der uns quält und der – von unseren Ängsten genährt –  immer monströser wird.

Der Dämon, den wir erschaffen haben,  ist von uns isoliert. Er ist nun ein anderer als wir selbst und doch schreit er danach, integriert zu werden.  Doch dazu müssten wir uns ihn bewusst machen, wogegen sich der Mensch in der Alltags-Hypnose wehrt und so befähigen wir den Dämon – gerade durch unsere Abwehr – dazu,  dass er uns, als das eigenständige Wesen, was er nun  ist, in unserem Innern vernichten möchte. Uns von Dämonen aller Art zu befreien, das ist der Sinn von schamanischen Extraktionen oder – im christlichen Bezugsrahmen gesprochen – von Teufelsaustreibungen.  Hier wird zumeist  jemand anderes als man selbst tätig, nämlich ein Schamanen-Priester,  um den Dämon fortzuschicken und/oder zu verwandeln.

Der Dämon  wird sich, einmal Energie geworden,  unabhängig  davon, ob er noch im Innern des Menschen haust oder schon im Außen befindet, danach trachten, sich mit seinesgleichen zusammenschließen und so das dämonische Kraftfeld stärken, wo jede gute Absicht  in Bösartigkeiten vielfältigster Art verwandelt wird.  Das ist die  dämonische Zone,  die im Kollektiv verwurzelt ist. Sie lässt sich von Mutigen bereisen, wie es einst Dante getan hat, der die neun Höllen durchschritten hat, sich dabei aber vom weisen Virgil führen ließ.   In dieser Zone befinden sich die größten Tabus und die monströsesten Abgründe. Den Dämon bei einer Extraktion deshalb nur einfach fortzuschicken, ohne ihn zu verwandeln, halte ich für grob fahrlässig, es sei denn, man hätte gute Gründe dafür, hier anders zu handeln, beispielsweise weil man die tiefste Dunkelheit als Treibstoff nutzt, um das, was noch nicht materialisiert ist, zu erschaffen.

Doch soweit sind wir noch nicht. Um uns der ungeliebten Dämonen erst einmal nur zu entledigen, benötigen wir keine Heiler oder Priester. Die Wahrheit will ans Tageslicht kommen und wir müssen uns nur der verdrängten Vorgänge bewusst werden, um den Dämon in sich aufzulösen und in etwas Stärkendes zu verwandeln. Indem wir Probleme klar benennen, ohne dabei verletzend zu werden, bezwingen wir auf diese Art und Weise nicht nur eigene, sondern auch fremde Dämonen.

Wir können uns die Kraft der Dämonen jedoch, wie ich schon andeutete,  auch zunutze machen. Wir isolieren dann unseren Willen, geben ihm einen Energiekörper und senden diesen als Dämon in das objektive Universum aus, um für uns tätig zu werden. Vielleicht verbinden wir unseren so erschaffenen Dämon sogar mit denen, die in der kollektiven Zone der Dunkelheit wohnen, um so die  Kraft  des von uns kreierten Energiekörpers  zu potenzieren.   Goethe hat  einen solchen  Vorgang im „Zauberlehrling“ anschaulich geschildert und warnt darin vor einer Magie, deren Konsequenzen wir nicht mehr händeln können. Mit Gewissheit aber wird der Lehrling nach vielen Fehlversuchen und Ausdauer zum Meister werden. Wehe dem, der den Zorn eines solchermaßen gereiften Zauberers  auf sich gezogen hat und der nun nicht nur von den eigenen, sondern auch von fremden Dämonen gequält werden wird. Verdammt bis in alle Ewigkeit ist er:  es sei denn, er wäre selbst ein Magier.

Wenn die subjektive Welt und die objektive Welt der Magierin  jedoch eins geworden sind, dann braucht es keine Heerscharen von Dämonen mehr, die ausgesandt werden, um zu verändern, was noch nicht passend erscheint. Bis eine solche Vollendung erreicht ist, erschaffe ich mir meine individuelle Mythologien auf künstlerischen Wegen.

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Moe
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Moe

Großartige, inspirierende Gestaltung! Wir sollten unsere früheren Kunstprojekte (malen in Museen, energ. malen in der Natur..) wieder reaktivieren. Ich bekomme richtig Lust, wenn ich deine Bilder sehe….