Von Langelsheim nach Goslar

Der gestrige Tag fing nicht gut an. Erst einmal  vergaß ich,  dass das Niedersachsenticket erst nach 9 Uhr gültig ist. Als mich dann eine Durchsage  im noch stehenden Zug auf mein Missgeschick aufmerksam machte, hatte ich die Wahl „zwischen den Zug verpassen“ oder aber – wie ich meinte – den Fehlbetrag gemütlich beim netten Schaffner nachzulösen. Ich entschied mich für letzteres, was – wie sich später herausstellen sollte –  eine falsche Entscheidung war, die mich  schließlich 65,60 € kostete. Ich musste auf diese Art und Weise lernen, dass ich einem Bild von einem Zugschaffner nachgehangen hatte,  der schon längst in einer historischen Vergangenheit versunken war. Die sentimentale  und anheimelnde Welt meiner Erinnerungen hatte ich irrtümlicherweise noch in Restbeständen als existent angesehen und vergaß dabei, dass im Jahre  2015  der Gott der Funktionalität  alleinig herrscht und somit auch jeder Regelverstoß erbarmungslos sanktioniert wird.  Ich hätte es wissen müssen.

Sichtlich geschockt von diesem Erlebnis, verpasste ich meinen Umsteigepunkt Kreiensen und bemerkte erst in Göttingen, dass ich viel zu weit gefahren war.

Mit über einer Stunde Verspätung kam ich dann endlich in Langelsheim an, wo die Wanderung erst einmal damit begann, dass mich eine Wespe recht schmerzhaft in den Fuß stach.

Von da ab,  ging es aufwärts.

Mit dem Spruch „Steig aus und wandere!“ war schon die Wanderkarte ermutigend überschrieben.

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Zwischen Wolfshagen und Granestausee, so ungefähr nach 6.6 km der Wanderung, passierten meine Freundin und ich, nach einer heftigen Steigung,  einen unendlich kraftvollen und friedlichen Ort, der uns mit neuer Energie versah.

Weiter ging es zur Granetalsperre, die uns mit schönen Ausblicken belohnte.

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Eine Möwenfeder, die  in meinem Rucksack noch von der letzten Wanderung übrig geblieben war, wurde  hier „ausgesetzt“ und verhedderte sich im Gras. Auf einer symbolischen Ebene wurden so die Orte Wilhelmshaven und Granetalsperre miteinander verbunden. Warum das so sein wollte, weiß ich jedoch nicht.

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Angenehm erschöpft erreichten wir  schließlich die tausendjährige Kaiserstadt Goslar.

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Wer die Wanderung auch erleben möchte, findet sie hier.

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