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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Was sich in Hankensbüttel alles erleben lässt!

Written By: Marina Sosseh - Mai• 02•18

Zum Beispiel …. das

Otterzentrum Hankensbüttel

Pünktlich um 9.30 Uhr waren ein Freund und ich dort, gerade rechtzeitig, um an der geführten Tour durch das Otterzentrum teilzunehmen.

Eine solche geführte Tour ist auch zu empfehlen, da die meisten Tiere im Otterzentrum nachtaktiv sind und am Tage schlafen, sodass sie normalerweise nicht zu sehen sind, es sei denn, dass gerade Fütterungszeit ist. Die Tour ist mit den jeweiligen Fütterungszeiten der Tiere verknüpft und stellt so sicher, dass man als Besucher, die Tiere auch zu sehen bekommt.

Wenn man zu einem späteren Tageszeitpunkt  (als 9.30 Uhr) das Otterzentrum besucht, kann man einfach zu den Fütterungen, die ganztägig angeboten werden, dazu stoßen. Ein Flyer informiert über die jeweiligen Zeiten.  Die Tiere bekommen bei jeder Fütterung jeweils nur eine kleine Portion zugeteilt, sodass diese Praxis einer artgerechten Haltung nicht widerspricht, die Besucher aber glücklich macht.

Bei den Dachsen ging es dann  los.  Diese sind nur im Sommerhalbjahr zu sehen, weil sie während des gesamten Winterhalbjahres im Winterschlaf sind. Insgesamt gibt es für sie vier Fütterungstermine, die über den Tag verteilt sind.  Danach besuchten wir die grazilen Hermeline, die ich zuvor noch niemals gesehen hatte.

Bei jeder Tierart gab es interessante Erklärungen zu hören. Besonders interessiert verfolgte ich die Ausführungen zu den Steinmardern, die liebevoll in einem mit Möbeln und Gerätschaften dekorierten Umfeld untergebracht sind. Steinmarder leben ja gerne in Menschennähe, wie mir aus eigener Erfahrung bekannt ist. Als ich nämlich noch in Hachenburg im Westerwald gewohnt hatte, teilte ich das Haus leider mit einer Marder-Familie, die sich  auf dem Dachboden bequem gemacht hatte und sich auch nicht vertreiben ließ. Der Radau, den sie verursachten, war nicht unerheblich und störte des öfteren meine Nachtruhe.  Auch mein Auto wurde durch einen Marderschaden in Mitleidenschaft gezogen. Wer von ähnlichen Problemen geplagt ist, kann sich im Otterzentrum beraten lassen.

Nach Otter-Bach, Iltis-Sumpf und Otterhund-Zwinger verließ ich die Führung und schaute mir den Baumarder-Wald, den Otter-Wasserfall und das Nerz-Moor auf eigene Faust auf.

Auf dem ganzen Gelände befinden sich interaktive  Informationstafel, die in einfacher Sprache mit der heimischen Tierwelt und Naturschutz vertraut machen. Dazwischen finden sich immer wieder  Picknickbereiche und Abenteuerspielplätze, sodass ich das Otterzentrum für ein ideales Ausflugsziel, gerade für Familie mit kleinen Kindern oder Großeltern mit Enkelkindern, halte. Positiv ist mir auch aufgefallen, dass das Otterzentrum nicht durchkommerzialisiert ist, womit ich ausdrücken möchte, dass Menschen, die mit kleinen Kindern unterwegs sind, dort nicht, wie es ja leider üblich geworden ist,  durch eine schreckliche Anhäufung von sogenannten Quengelprodukten in ihrem Wohlbefinden gestört werden.

Das Mittagessen

Dieses nahmen wir im Restaurant “Zur Linde”, was mit   650 Jahren Gastlichkeit  wirbt, ein.  Dieses liegt direkt im Ortszentrum von Hankensbüttel.  Wir wählten  das Überraschungsmenü, was mit 29 € für drei gut portionierte Gänge, ein Preis-Leistungsverhältnis aufwies, was mir gut gefiel. Dazu gab es das Detmolder Thusnelder Bier, was ich in der Südheide nicht erwartet hätte, was mir aber ebenfalls gut gemundet hat.

Das Kloster Isenhagen

Solchermaßen gestärkt besichtigten wir  das Kloster Isenhagen, was mit dem Slogan wirbt: PORTA PATET – COR MAGIS (Weit offen die Tür – noch weiter das Herz).

 

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster ist eines der sechs “Heideklöster”; im Gegensatz zum Kloster von Wienhausen stellt es aber eher einen  Geheimtipp dar.

Durch Herzog Ernst den Bekenner wurde es, nach der Einführung der Reformation, in ein evangelisches Kloster umgewandelt. Heute wird es von der Klosterkammer Hannover verwaltet und ist ein Damenstift.  Da es also  bewohnt ist, lässt es sich nur im Rahmen einer Führung besichtigen, was ich an dieser Stelle  ausdrücklich empfehlen möchte (siehe hier!).

Die Führung, an der wir teilnahmen, war sehr ausführlich und ambitioniert und man merkte der Stiftsdame, die der Gruppe die Klosterräume zeigte, die Begeisterung für die alte Kunst und manche künstlerischen Skurrilitäten an. Besonders beeindruckt hat mich, dass beim Altar die Geschichte von Jesus, der von Maria gleichberechtigt gegenübergestellt ist. Ich erfuhr, dass im Vorfeld des Konzils von Nizäa 325 n. Chr.,  wo die Dreifaltigkeit Vater – Sohn – Heiliger Geist beschlossen wurde,  auch darüber diskutiert worden war, Maria gleichberechtigt in diese Reihung aufzunehmen. Bei dem Altar, der dem Nonnenkloster vorbehalten ist, handelt es sich dann auch um einen reinen Marienaltar.

Im Kloster befindet sich ein kleines Museum, was die wertvollsten Besitztümer des Klosters zeigt, beispielsweise aufwändige Stickereien. Einige Exponate sind   momentan in Hannover in der Jubiläumsausstellung zur Klosterkammer im Landesmuseum Hannover zu sehen (hier).  Ein Kelch, der in einer der Vitrine steht, wird regelmäßig noch für das Abendmahlsritual benutzt und dann vom Museum in die Kirche und zurück befördert. Das Kloster ist also noch durchaus “lebendig” und wird sakral bespielt, weswegen mir dann beim Hinausgehen auch eine lustige Gruppe von Pilgerinnen entgegenkam, die im Kloster übernachten wollte.

Leider war die Zeit mittlerweile schon sehr weit fortgeschritten, sodass wir vom Besuch des Jagdmuseums Wulff in Oerrel leider Abstand nehmen musste.  Auch dies hätte sich sicherlich gelohnt, wird nun aber auf der nächsten Expedition in die Südheide besichtigt. Versprochen!

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So Führungen finde ich immer Klasse. Man sieht nicht nur die Tiere, man lernt auch gleich noch etwas.

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