Zum Abschluss Edinburgh und ein Fazit

Der Tag des 14. Juli 2019 begann für mich mit einer Stadtrundfahrt durch Edinburgh. Dazu fuhren wir durch die Straßen und durften bei der „Harry Potter“-Schule ein Foto schießen.

Danach hatten wir fünf Stunden Aufenthalt in Edinburgh, könnten aber, der abgelegenen Lage des Hotels ist dies geschuldet, uns zwischenzeitlich nicht frisch machen, was für mich die Qualität des Zeitfensters verringert hat. 

Ich machte mich auf zur Burg, was angesichts der Warteschlange sich als ein Fehler herausstellte. Immerhin ergab sich vor dem „Scottish Nationalismus War Memorial“ ein unterhaltsamer Plausch mit einem englischen Touristen. „Man muss schließlich mit den ehemaligen Feinden reden“, meinte er. 🙂

Eigentlich beabsichtigte ich eine Führung durch die Mary King’s Close, eine kopfsteingepflasterte Straße, die nach der Ausbruch der Pest im 17. Jahrhundert mitsamt ihrer Bewohner unter Quarantäne gestellt wurde, um sie später zu verriegeln und zu überbauen. Irrtümlich buchte ich stattdessen über Get-Your-Guide die Tour „Unterirdisches Edinburgh“ (*).

Wir wurden in einem alten Keller geführt. Dieser gehört zu den sogenannten South Bridge Vaults. Dabei handelt es sich um eine Brücke, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde und in deren unterirdischen Wabenbauten ein erst legaler, dann illegaler Handelsplatz entstand.

Hier geht es in die Katakomben!

Die historisch angelegte Führung war ein Erlebnis. Zwar musste ich feststellen, dass sich die schottische Mundart doch sehr von meinem gelernten Schulenglisch unterscheidet, die Dramaturgie des Erzählens im Zusammenspiel mit den historischen Orten muss man aber erlebt haben.

In Edinburgh werden nämlich Geschichtenerzähler ausgebildet und vielleicht hat auch unser grandioser Führer eine solche Ausbildung genossen. Im John Knox-Haus ist die Schule untergebracht (hier!), die auch aus uns perfekte Erzähler machen kann.

Interessant war auch der alte Friedhof Canongate Kirkyard mit den historischen Grabmälern, die wir im Zuge der 80minütigen Führung besuchten.

Der Poet Robert Fergusson liegt hier genauso begraben wie auch der Ökonom Adam Smith.

Zum Abschluss empfahl uns der Führer noch den Besuch des People’s Story Museum. Dieses ist an Alltagsgeschichte angelehnt und hat mir, gerade in Zeiten der um sich greifenden Werbeästhetik, in seiner unaufgeregten Präsentation sehr gut gefallen.

Zum Abschluss meines Schottlandaufenthaltes gönnte ich mir noch das Nationalgericht Haggis, was mich ein wenig an Calenberger Pfannenschlag erinnerte.

Draußen, vor der Tür des Restaurants, tobte eine Art „Karneval der Kulturen“. In Edinburgh scheint immer etwas los zu sein. Da nutzt es dann auch nichts, dass ich bei meinen Reisedaten das Edinburgh Military Tattoo vermieden hatte, um vermeintlich etwas mehr Ruhe während meiner Stadtbesichtigung zu finden. Es war vergeblich.

Am nächsten Morgen (15.07) ging es zurück nach Deutschland, wo ich mich dann erst einmal von den Strapazen der Rundreise erholen konnte.

Mein Fazit zur REWE-Runreise nach Schottland

Innerhalb einer kurzen Zeitspanne, habe ich, zu moderatem Preis, sehr viele neue Eindrücke gewinnen können. Unser Reiseleiter gab uns interessante Einblicke in das schottische Alltagsleben. Schön war auch , dass sich innerhalb der Reisegruppe nette Begegnungen ergaben. Dies allerdings liegt nicht in der Verantwortung des Reiseanbieters.

Nachteilig war, dass  die Zeit, die ich im Bus verbracht habe, in keinerlei Verhältnis zu den eigentlichen Besichtigungszeiten stand, sodass sich der Eindruck ergab, dass „Hotels and More„, die Agentur, die für die Rundreise von Clevertours beauftragt wurde, hier eher „abhakt“, was im Programm steht, als wirkliche Besichtigungen zuzulassen. Von Genuss und Muße will ich hier lieber erst überhaupt nicht reden. Was bringt es mir, wenn die Zeit gerade einmal für ein „Ich-war-da“- Beweisfoto reicht, eine nähere Begehung aber nicht möglich ist!

Auch darf man keine großen Erwartungen an die Hotels stellen, die mehrheitlich abgelegen liegen, jedoch, dies sei eingeräumt,  wäre ich nach den langen Fahrtzeiten ohnehin viel zu müde gewesen, um noch Abendtouren unternehmen zu wollen. 

Zum Teil sahen die Hotels ziemlich „fertig“ aus, sodass ich eher den Eindruck hatte, in einer Ruine zu übernachten, als in einem funktionierenden Betrieb.

Würde ich es wieder machen? Ja, denn so eine Reise ist in Ordnung, um einen ersten Eindruck vom Land zugewinnen, man muss allerdings wissen, dass eine solche Reise keinesfalls eine individuelle Bereisung ersetzt. Im Vergleich zu anderen Rundreisen, die ich bei anderen Anbietern gebucht hatte, würde ich diese den unteren Rand zuordnen. Die Zeit, die uns an den einzelnen Programmpunkten zur Verfügung stand, war definitiv zu kurz bemessen.

Man bekommt eben doch nichts geschenkt.

Wer meine Schottland-Reise von Anfang an verfolgen möchte, sollte hier weiterlesen.

(* = Affiliatelink/Werbelink)

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